Der magische Moment bei Totalität – die Korona der Sonne wird sichtbar

Der magische Moment bei Totalität – die Korona der Sonne wird sichtbar
Kein anderes astronomisches Ereignis macht das "kosmische Räderwerk" unseres Sonnensystems für die Menschen so anschaulich, wie eine Sonnenfinsternis. Wenn sich der Neumond scheinbar vor die Sonne schiebt und der spitze Kegelschatten über die Erdoberfläche rast, wird es an Orten, über die sich der Kernschatten bewegt, für wenige Minuten dunkel. Sterne sind mitten am Tag sichtbar und die Umwelt verändert sich – die Tierwelt ist verunsichert. Nur dann ist die Korona, der die Sonne umgebende Strahlenkranz aus heißem Gasplasma zu sehen, so wie in dieser Aufnahme der Europäischen Südsternwarte von der letzten in Deutschland sichtbaren totalen Sonnenfinsternis am 11. August 1999.
Eine sehr poetische Beschreibung dieses Himmelsphänomens verfasste der österreichische Schriftsteller Adalbert Stifter anlässlich der Sonnenfinsternis am 8. Juni 1842, die er in Wien beobachtete: "Der Mond stand mitten in der Sonne, aber nicht mehr als schwarze Scheibe, sondern gleichsam halb transparent wie mit einem leichten Stahlschimmer überlaufen, rings um ihn kein Sonnenrand, sondern ein wundervoller, schöner Kreis von Schimmer, bläulich, rötlich, in Strahlen auseinanderbrechend, nicht anders, als gösse die obenstehende Sonne ihre Lichtflut auf die Mondeskugel nieder, daß es rings auseinanderspritzte – das Holdeste, was ich je an Lichtwirkung sah!"
Credit:

ESO.

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