Senkrechte Draufsicht auf Dao und Niger Valles

Senkrechte Draufsicht auf Dao und Niger Valles
Senkrechte Draufsicht auf Dao und Niger Valles
Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene hochauflösende Stereokamera (HRSC) auf der ESA-Raumsonde Mars Express nahm während acht einzelner Orbits Bilddaten der Marstäler Dao und Niger Vallis auf, die zu einem Mosaik einer senkrechten Draufsicht mit einer Auflösung von 25 Metern pro Bildpunkt (Pixel) zusammengefügt wurden. Das Mosaik erstreckt sich über 755 Kilometer (N-S) und 770 Kilometer (O-W) und deckt insgesamt eine Fläche von 581.350 Quadratkilometern ab – das ist eine Fläche von der Größe der Iberischen Halbinsel.
 
Die Täler liegen in der Nähe des Vulkangebietes Hesperia Planum am mächtigen Rand des zweitausend Kilometer großen Hellas-Einschlagsbeckens, bei 32 Grad südlicher Breite und 93 Grad östlicher Länge. In der Marsgeologie werden solche Talsystems als "Outflow Channel" bezeichnet. An einigen Stellen sind die Täler bis zu 40 Kilometer breit. Die nordöstlichen Talköpfe liegen ca. 200 Meter tiefer als die hier abgebildeten Talausgänge. Während das nördlichere Dao Vallis im Mittel 2.400 Meter tief ist, hat sich das südlichere Niger Vallis knapp 1.000 Meter weniger in die Umgebung gegraben. Dafür weist der Talboden von Niger Vallis eine deutlich chaotischere Struktur auf. Im Wesentlichen ist das Niger Vallis von terrassierten Becken- und Bruchstrukturen dominiert. Im Dao Vallis sieht man einen ebeneren Talgrund mit zahlreichen, stark verwitterten "Restbergen" im Talinneren. Die Täler sind in ein Gebiet eingeschnitten, das noch zum Südhang des Vulkans Hadriaca Patera am oberen Bildrand zählt. An der Oberfläche lassen sich Spuren zahlreicher Lavaströme und möglicherweise auch Abflussrinnen erkennen.
 
Anmerkung zum Copyright:
Im Dezember 2014 haben sich DLR, ESA und FU Berlin darauf geeinigt, die HRSC-Bilder der Mars Express-Mission unter einer Creative Commons-Lizenz zu veröffentlichen: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO. Diese gilt auch für alle bisher veröffentlichten HRSC-Bilder.
Credit:

ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO.

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