Philae hinterlässt Spuren am Kontaktpunkt 2

Philae hinterlässt Spuren am Kontaktpunkt 2
Philae hinterlässt Spuren am Kontaktpunkt 2
Diese Zusammenstellung zeigt oben die Messungen, die von Philaes ROMAP-Instrument – einem Magnetometer mit Messrute – während des zweiten Aufsetzens auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko am 12. November 2014 aufgezeichnet wurden, zusammen mit später aufgenommenen OSIRIS-Bildern, die Beweise für die Schlüsselmomente der Kontakte von Philae mit der Oberfläche zeigen (und den darauf projizierten, rekonstruierten Positionen von Philae). In den Magnetometerdaten des ROMAP-Auslegers wurden Signaturen relativ zur Landesonde registriert, als sich der Ausleger physisch bewegte, indem er auf der Oberfläche auf ein Hindernis traf und vermutlich dabei leicht abgebogen wurde (der Ausleger ragt 48 cm aus dem Lander heraus). Dies erzeugte einen charakteristischen Satz von ‚Spitzen‘ in den ROMAP-Daten, der eine Schätzung der Dauer des Eindringens von Philae in das Eis lieferte. Die Daten konnten auch verwendet werden, um die Beschleunigung von Philae während dieser Kontakte einzugrenzen. Sie zeigen, dass Philae fast zwei volle Minuten an der Aufsetzstelle 2 verbracht hat und mehrmals Kontakt mit der Oberfläche hatte. Philae bewegte sich zunächst nach unten, rutscht den Rand eines Felsens hinunter (1) und dreht sich vertikal, wobei er sich wie eine Windmühle dreht, um zwischen zwei Felsblöcken (2) hindurchzugehen und mit seinen Spinnenbeinen Eisschichten in den Spaltwänden freizulegen. Durch die ‚Windmühlenaktion‘ wurde eine Staubwand erzeugt, durch die sich Philae schob. Der Spalt ist etwa 2,5 m lang, gekrümmt, und hat eine Breite von 1 bis 1,5 Meter. Dann drückt Philae einen 25-cm-Abdruck der Oberseite des Landers in die Oberfläche des Kometen (3) – ein Loch, das von der Oberseite des SD2-Turms (Sampling, Drilling and Distribution Device) erzeugt wurde. Philae erhob sich dann aus dem Spalt, wurde von einem Überhang (4a) noch einmal nach unten gedrückt, wobei seine Oberseite einen Eindruck im Staub erzeugte, der das „Auge“ in das Schädelgesicht drückte (4b).
Credit:

Bilder: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA; Daten: ESA/Rosetta/Philae/ROMAP; Auswertung: O’Rourke et al. (2020)

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