Broschüre: Mission Insight (2018)
Blick in das Innere des Mars



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Letzte Aktualisierung: 1. Oktober 2026
Am 26. November 2018 ist die Sonde InSight auf dem Mars gelandet. Die Landestelle befindet sich in der Ebene Elysium Planitia, da diese nur wenige geologische Besonderheiten aufweist. Denn die Instrumente, die das Mars-Innere untersuchten, mussten mit möglichst wenig Risiko sicher an ihr Ziel gebracht werden.
Um eine Vorhersage über die Eigenschaften der Landestelle treffen zu können, griffen die Wissenschaftler auf Daten früherer Missionen zurück. Hierbei handelte es sich hauptsächlich um Daten, die aus der Umlaufbahn gewonnen wurden – Kameradaten und Messungen der thermischen Trägheit (die Geschwindigkeit, mit der das Oberflächenmaterial auf Temperaturänderung reagiert). Demnach gab es dort Sand geringer Kohäsion (auch Molekularkraft, die Kraft, die den Zusammenhalt von Atomen und Molekülen gleicher Art bewirkt) und Wärmeleitfähigkeit, der Quarzsand auf der Erde ähnelt, und ein sehr geringes Vorkommen von Steinen (wenige Prozent).
Beim Aufbau seismologischer Messstationen auf der Erde gibt es normalerweise eine Reihe von Kriterien, die bei der Auswahl des Standorts herangezogen werden. Dazu gehören logistische Erwägungen wie die Zugänglichkeit des Geländes oder das Vorhandensein einer fest installierten Stromversorgung. Aber vor allem geologische Informationen wie bekannte geologische Strukturen, das an der Oberfläche anzutreffende Material oder die Positionen von Epizentren in der Vergangenheit sind relevant. Da Seismologie nach einem ähnlichen Konzept funktioniert wie eine medizinische Ultraschalluntersuchung, muss das Gebiet, für das man sich eigentlich interessiert, von den Erdbebenwellen durchlaufen werden – normalerweise befinden sich Epizentren und Seismometer auf verschiedenen Seiten des fraglichen Gebiets.
Für einige seismologische Verfahren ist die Position des Seismometers tatsächlich von untergeordneter Bedeutung. Ein großer Meteoriteneinschlag beispielsweise kann den ganzen Planeten in seiner Resonanzfrequenz und deren Obertönen zum Schwingen bringen, wie eine Glocke. Die Frequenzen dieser sogenannten Eigenschwingungen stellen eine wichtige Information über großräumige Strukturen dar.
Dennoch bot der Landeplatz in Elysium Planitia interessante Optionen. Eine zentrale Fragestellung bei InSight war die Messung des Kernradius' des Mars. Vom Landeplatz aus gesehen befindet sich das Tharsis-Massiv teilweise im sogenannten Kernschatten (das heißt jenseits der Entfernung, von der an der Kern die Wellenausbreitung gleichsam abschattet, indem er sie wie ein Brennglas zum Planetenmittelpunkt hin ablenkt). Dieser und weitere Effekte, ebenso wie die Laufzeiten von doch noch am Seismometer ankommenden Wellen, ermöglichte eine Vermessung des Kerns. Auch befindet sich Tharsis in einer geeigneten Entfernung, um mit Wellen, die fast senkrecht von unten ankommen, die Kruste unmittelbar unter dem Seismometer genau zu untersuchen. Dieses Verfahren wurde in den 1980er und 1990er Jahren entwickelt und ist inzwischen eine Standardmethode zur Messung der Krustendicke.