Institut für Luftverkehr

Am DLR-Institut für Luftverkehr erforschen wir die komplexen Zusammenhänge des Luftverkehrs und seiner Teilsysteme. Im Fokus stehen die Entwicklung von Szenarien, volks- und betriebswirtschaftliche Analysen sowie die Modellierung und Simulation von Flug- und Flottenbetrieb aus Sicht der Luftverkehrswirtschaft.
Unser Ziel ist es, Lösungen für einen nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Luftverkehr zu entwickeln – damit die Luftfahrt auch künftig einen wesentlichen Beitrag zur Mobilität von Menschen und Gütern leisten kann.
Aufgaben in der Luftverkehrsforschung und Systemanalyse
Über 60 Mitarbeitende prognostizieren, gestalten und bewerten den Luftverkehr als Teil des Gesamtverkehrssystems und leisten damit Beiträge zur Klimaverträglichkeit und Leistungsfähigkeit des Luftverkehrssystems.
Die Aufgaben des Institutes beinhalten:
- Analyse und Prognose von Entwicklungspfaden und Treibern des Luftverkehrssystems auf lokaler bis globaler Ebene
- Modellierung und Bewertung des Luftverkehrssystems sowie verkehrspolitischer, betrieblicher und technologischer Maßnahmen
- volks- und betriebswirtschaftliche Analysen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Luftverkehrs
- und Ableitung von fundierten Empfehlungen für Politik, Industrie und Gesellschaft zur Erhöhung der Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit des Luftverkehrssystems

Am Institut führen wir die ökologischen, ökonomischen, technologischen und sozialen Aspekte des Luftverkehrs zusammen. Innerhalb des DLR vereinen wir die Kompetenzen zur Analyse der Luftverkehrsmärkte sowie zur Bewertung von Wertschöpfungsketten im Luftverkehr und an den Schnittstellen zu anderen Verkehrsträgern, insbesondere dem See- und Landverkehr. Damit positioniert sich das Institut als kompetenter Ansprechpartner für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.
Organisation und Standorte: Hamburg, Köln und Vernetzung in Europa
Mit Hilfe der vier Abteilungen
- Luftverkehrsentwicklung
- Luftverkehrsökonomie
- Lufttransportmanagement
- Flugbetriebskonzepte
bildet das Institut das Luftverkehrssystem ganzheitlich ab und ergänzt das umfangreiche technologische Portfolio des DLR durch operationelles, ökonomisches und regulatorisches Know-How.

Unsere Abteilungen verteilen sich auf die beiden Luftverkehrsstandorte Hamburg und Köln mit direkter Nähe zu Flughäfen, Fluggesellschaften, Regulierungsbehörden, Flugzeugherstellern und -dienstleistern sowie Luftfahrtnetzwerken. Das Institut verfügt zudem über eine gute Verbindung mit Berlin und Brüssel, und damit zu Vertretungen der Politik, weiteren Akteuren der Luftverkehrsindustrie und zu Branchenverbänden.
Hamburg ist der weltweit drittgrößte Standort der zivilen Luftfahrtindustrie, ein weltweit führender Standort bei der Erforschung des Klimawandels, internationaler Logistikstandort, Modellregion für urbane Luftmobilität sowie für die industrielle Gewinnung und Nutzung von grünem Wasserstoff und nimmt eine Vorreiterrolle bei der intelligenten Mobilität ein.
Exemplarische Forschungsthemen des Instituts: Trends, Klimawirkung und Systeme
- Wie entwickeln sich der Luftverkehr, seine wesentlichen Treiber und seine verkehrlichen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Wirkungen in den nächsten 50 Jahren?
- Welche Entwicklungspotenziale hat die (deutsche) Flughafenlandschaft?
- Wie entwickelt sich die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland und Europas im globalen Vergleich?
- Wie kann die Resilienz des Luftverkehrssystems gegenüber Krisen, geopolitischen Veränderungen und Nachfrageschwankungen erhöht werden?
- Zu welchen Auswirkungen auf die zukünftige Flotten- und Verkehrsstruktur führen Kapazitätsengpässe an Flughäfen oder bilaterale Luftverkehrsabkommen?
- Welche (neuen) flugbetrieblichen Konzepte und Technologien werden unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten künftig umsetzbar und zukunftsfähig sein?
- Welche Strategien ergeben sich für Flugzeugbetreiber für die Umsetzung eines effizienten Flugbetriebs unter erforderlichen ökologischen und regulatorischen Rahmenbedingungen?
- Durch welche betrieblichen Maßnahmen lassen sich Störungen des Luftverkehrs und resultierende Folgen für Passagiere und andere Stakeholder reduzieren?
- Mit welchen technologischen und politisch-regulativen Maßnahmen lässt sich die Klimawirkung des Luftverkehrssystems effektiv und effizient reduzieren?
- Welche Wechselwirkungen entstehen zwischen nachhaltigen Kraftstoffen (SAF), Flugbetriebskonzepten und Kostenstrukturen im Luftverkehr?
- Welche Auswirkungen hat eine Verschärfung des EU-ETS auf Kosten, Preise und den Wettbewerb?
- Wie lassen sich Nicht-CO2-Effekte wie Kondensstreifen operationell und ökonomisch sinnvoll in den Flugbetrieb und bestehende Emissionshandelssysteme integrieren und steuern?
- Welche Rolle können Innovative Air Mobility (IAM) und neue Mobilitätskonzepte im zukünftigen Verkehrssystem spielen?
Erweiterung der Perspektive: Seeverkehr und globale Transportketten
Vor dem Hintergrund zunehmend integrierter globaler Transportketten erweitert das Institut seine verkehrsökonomische Forschung gezielt auf den Seeverkehr. Luft- und Seeverkehr sind eng miteinander verknüpft; ihre ökonomischen, ökologischen und systemischen Wechselwirkungen gewinnen weiter an Bedeutung.
Wir analysieren diese Schnittstellen und entwickeln datenbasierte Ansätze zur Bewertung von Marktveränderungen, Lieferkettenstörungen und Dynamiken im internationalen Güterverkehr.