3. Mai 2019
Baubeginn der nächsten Phase der Forschungsplattform

Test­feld Nie­der­sach­sen – Mo­bi­li­täts­for­schung mit Real­da­ten von der A39

Darstellung der Prozessierung
Dar­stel­lung der Pro­zes­sie­rung
Bild 1/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Darstellung der Prozessierung

Mit dem Test­feld Nie­der­sach­sen ent­steht ei­ne ein­zig­ar­ti­ge For­schungs­in­fra­struk­tur zur Ent­wick­lung und Er­pro­bung au­to­ma­ti­sier­ter und ver­netz­ter Fahr­zeu­ge.
Erprobung des Sensorkonzepts
Er­pro­bung des Sen­sor­kon­zepts
Bild 2/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Erprobung des Sensorkonzepts

Er­pro­bung des Sen­sor­kon­zepts wäh­rend ei­ner Mess­kam­pa­gne auf A39.
Testfeld Niedersachsen
Test­feld Nie­der­sach­sen
Bild 3/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Testfeld Niedersachsen

Die Kar­te zeigt das Test­feld Nie­der­sach­sen, das aus meh­re­ren Mo­du­len be­steht. Ein wei­te­res Mo­dul um­fasst nicht-öf­fent­li­ches Ge­län­de mit ur­ba­ner An­mu­tung und ge­ge­be­nen­falls Park­flä­chen oder -häu­sern.
  • Auf der A39 östlich von Braunschweig wird ab 2. Mai 2019 technische Infrastruktur für das Testfeld Niedersachsen installiert.
  • Auf einer Strecke von etwa acht Kilometern werden künftig Daten aus dem realen Autobahnverkehr gewonnen.
  • Die Baumaßnahmen finden im Rahmen von ohnehin geplanten Sanierungsarbeiten auf dem Streckenabschnitt statt.
  • Schwerpunkte: Verkehr, automatisiertes und vernetztes Fahren

Das Fahrzeug der Zukunft soll seine Fahrgäste sicher, zeiteffizient und komfortabel von A nach B bringen, dabei mit anderen Informationen zu Verkehrslage und Straßenbeschaffenheit austauschen sowie kooperative Fahrverbünde bilden, etwa um gemeinsam komplexe Manöver wie Spurwechsel durchzuführen und Stau zu vermeiden. Damit dies Wirklichkeit werden kann, müssen sowohl die Forschung an den Technologien für Fahrzeuge und Verkehrsraum vorangetrieben werden als auch eine Überprüfung sämtlicher Konzepte auf ihre Machbarkeit und Sicherheit hin erfolgen. Die Forschungsplattform Testfeld Niedersachsen ist ein Werkzeug für diesen Zweck.

Auf der Autobahn 39 östlich von Braunschweig begann am 2. Mai 2019 die nächste Stufe im Aufbau des Testfelds. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) errichtet dort mit seiner praxiserprobten Technik zur Erkennung der Verkehrssituation einen zentralen Baustein dieses Großprojekts, das das Land Niedersachsen aus Landesmitteln sowie Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert. Um die Verkehrsbelastung so gering wie möglich zu halten, finden die Baumaßnahmen im Rahmen von ohnehin geplanten Sanierungsarbeiten statt.

Auf einer Strecke von circa acht Kilometern beseitigt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zwischen Cremlingen und Scheppau für die Dauer von fünf Monaten Böschungsrutschungen. Gleichzeitig installiert sie die technische Infrastruktur für das Testfeld Niedersachsen: Sie legen die Kabeltrassen und errichten 71 Masten für die Erfassungstechnik sowie Stationen für die Komponenten zur lokalen Datenverarbeitung in Echtzeit.

Mit Realdaten zur Digitalisierung von Mobilitätsforschung für den Personenverkehr von morgen

Nach Fertigstellung dieser Phase des Testfelds Niedersachsen werden Daten zu Verkehrsaufkommen und Bewegungsdynamik auf dem Streckenabschnitt hauptsächlich mit Kameras erhoben. Sie werden den Verkehr aus der "Vogelperspektive" von den Masten aus beobachten. Damit dies datenschutzkonform geschieht, wird das Verkehrsgeschehen anonymisiert erfasst - es werden weder Bilder von Personen noch von Fahrzeugkennzeichen gespeichert.

Mit der Plattform werden Informationen aus realen Verkehrssituationen im großen Maßstab gewonnen, miteinander verknüpft und ausgewertet. Eine wichtige Verwendungsform dieser Realdaten nennen Wissenschaftler "Ground-Truth". Dabei werden die Daten als Referenz für Überprüfungs- und Bewertungsaufgaben genutzt. Die hieraus gewonnen Kenntnisse dienen dazu, Fahrerassistenzfunktionen und die Verkehrssicherheit mit neuen technischen Ansätzen zu verbessern. Realdaten dienen auch dazu, hochwertige Simulationen zu entwickeln, die zukünftig so realitätsgetreu werden sollen, dass sie Messungen und Testfahrten im realen Verkehr zum Teil ersetzen können. Für den Aufbau dieser Funktionalitäten werden zielgerichtet Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) verwendet und in die automatisierten Werkzeugketten eingebaut.

  • Über das Testfeld Niedersachsen

    Das Testfeld Niedersachsen erstreckt sich nach seinem vollständigen Aufbau über circa 280 Kilometer auf den Autobahnen A2, A39, A391 sowie mehrere Bundes- und Landstraßen. Es ist die Weiterentwicklung von AIM, der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität. Seit der Fertigstellung 2014 betreibt das DLR im Zusammenhang mit AIM unter anderem eine Forschungskreuzung in Braunschweig, eine Teststrecke auf dem Innenstadtring sowie verschiedene Simulatoren und spezielle Laboreinrichtungen. Mit der sukzessiven Erweiterung um Autobahnen, Bundes- und Landstraßen knüpfen die Mobilitätsforscher an die bestehende Testinfrastruktur für automatisierte und vernetzte Fahrzeugtechnologien an. Als offene Forschungsplattform ist das Testfeld Niedersachsen für wissenschaftliche Einrichtungen und weitere industrielle Partnernutzbar.

    Neben dem DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik und dem Land Niedersachsen sind der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V., Continental AG, IAV GmbH, NordSys GmbH, Oecon Products & Services GmbH, Siemens AG, Volkswagen AG, Wolfsburg AG Projektpartner im Testfeld Niedersachsen.
Kontakt
  • Philipp Burtscheidt
    On­line-Re­dak­ti­on
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Po­li­tik­be­zie­hun­gen und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 2203 601-2323
    Fax: +49 2203 601-3249
    Linder Höhe
    51147 Köln
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  • Theresa Sieberhein
    Ad­mi­nis­tra­ti­on
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    In­sti­tut für Ver­kehrs­sys­tem­tech­nik
    Telefon: +49 531 295-2664

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  • Prof. Dr.-Ing. Katharina Seifert
    In­sti­tuts­di­rek­to­rin
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    In­sti­tut für Ver­kehrs­sys­tem­tech­nik
    Telefon: +49 531 295-3400
    Lilienthalplatz 7
    38108 Braunschweig
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