17. September 2019

Digitales Blaulicht: Grüne Welle für Einsatzfahrzeuge

Einsatzfahrzeug und Ampel
Einsatzfahrzeug und Ampel
Bild 1/2, Quelle: DLR/Timm Bourry

Einsatzfahrzeug und Ampel

Das Einsatzfahrzeug kommuniziert auf dem Weg zu seinem Ziel mit der Ampel.

SIRENE-Display
SIRENE-Display
Bild 2/2, Quelle: DLR/Timm Bourry

SIRENE-Display

Der Autofahrer bekommt auf seinem Display die aktuellen Informationen angezeigt.

  • Damit Einsatzkräfte im Notfall schnell ans Ziel kommen, entwickeln DLR und Partner im Projekt SIRENE digitale Lösungen.
  • Am DLR-Standort Braunschweig wurden erste Zwischenergebnisse gezeigt.
  • Schwerpunkt(e): Digitalisierung, Verkehrsforschung

In Notfällen müssen Einsatzkräfte schnell und sicher an ihr Ziel kommen. Dabei können digitale Lösungen helfen. Im Forschungsprojekt SIRENE arbeiten die Verkehrsforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen mit der Stadt Braunschweig und Partnern aus Industrie und Wissenschaft an genau solchen Lösungen. Am 17. September 2019 zeigte das SIRENE-Konsortium auf dem DLR-Standort in Braunschweig erste Zwischenergebnisse.

In der Stadt stockt der Verkehr häufig, Baustellen verhindern ein schnelles Durchkommen für Einsatzkräfte und an Kreuzungen besteht ein erhöhtes Unfallrisiko. Zwar dürfen rote Ampeln mit Blaulicht und Sirene passiert werden, doch die Gefahr, dass der Querverkehr das Einsatzfahrzeug zu spät bemerkt, ist hoch. So ist eines der Ziele des Verbundprojekts SIRENE, ein System speziell für Einsatzfahrzeuge zu entwickeln, das selbst kurzfristige Verkehrsänderungen in die Einsatz- und Routenplanung mit einbezieht und die Helfer rechtzeitig umleitet. Neben dem sogenannten optimierten Routing entwickelt das Projektteam auch Lösungen zur Bevorrechtigung von Einsatzfahrzeugen entlang Grüner Wellen und ein digitales Blaulicht. Das digitale Blaulicht informiert Autofahrer direkt im Display hinter dem Lenkrad über ein sich näherndes Rettungsfahrzeug. "Über die sogenannte V2X-Kommunikation, also die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Straßeninfrastruktur, kündigt sich das Rettungsfahrzeug beispielsweise an einer Ampel an, die wiederum eine Nachricht an die Autos sendet", erklärt Sten Ruppe vom Institut für Verkehrssystemtechnik. So werden ausgestattete Fahrzeuge frühzeitig gewarnt, noch bevor sie ein Einsatzfahrzeug sehen oder hören. Dadurch können sie schneller ausweichen und eine Rettungsgasse bilden.

Das DLR betreibt entlang des Braunschweiger Innenstadtrings die Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM). Sie ist Teil des Testfeldes Niedersachsen und umfasst insgesamt 36 Ampelkreuzungen mit neuester Kommunikationstechnik. "AIM bietet uns die perfekte Plattform, um die Technologien in SIRENE im Stadtverkehr zu testen und weiterzuentwickeln", so Ruppe. Noch sind die Systeme nicht so abgesichert, dass sie im echten Stadtverkehr getestet werden können. Das Ziel ist es aber, bereits Ende 2020 die Ergebnisse am Braunschweiger Innenstadtring der Feuerwehr zur Verfügung zu stellen. "Insgesamt fünf unserer Einsatzfahrzeuge statten wir momentan mit der neuen Kommunikationstechnik aus, damit sie künftig auf dem Innenstadtring eine grüne Welle anfordern können", sagt Feuerwehrdezernent Claus Ruppert. Derzeit erneuern die DLR-Wissenschaftler die Ampelschaltungen entlang des westlichen Braunschweiger Innenstadtrings, damit Einsatzfahrzeuge künftig priorisiert werden. Außerdem baut das Projektteam ein Gesamtsystem auf, das von der Kommunikationseinheit im Fahrzeug und an den Lichtsignalanlagen bis zu einer zentralen Routenberechnung und Meldungsweitergabe an den Verkehrsrechner die gesamte Kommunikationskette abdeckt.

Über SIRENE

Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) beauftragte und geförderte Forschungsprojekt „Beschleunigung von Sicherheits- und Rettungseinsätzen durch Grüne Wellen und optimiertes Routing – SIRENE“ läuft insgesamt über drei Jahre bis 2020. Verbundkoordinator ist das Institut für Automation und Kommunikation e.V., Magdeburg. Neben dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), sind vier weitere Partner involviert: die AFUSOFT Kommunikationstechnik GmbH, Königsbach-Stein, PTV Group, die GEVAS software Systementwicklung und Verkehrsinformatik GmbH, München und die Stadt Braunschweig – Fachbereich Feuerwehr. Das Projektvolumen beträgt 2,57 Millionen Euro, der Förderanteil des BMVI macht 78 Prozent aus.

Kontakt
  • Jasmin Begli
    Kommunikation Braunschweig, Cochstedt, Stade, Trauen
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Politikbeziehungen und Kommunikation
    Telefon: +49 531 295-2108
    Lilienthalplatz 7
    38108  Braunschweig
    Kontaktieren
  • Vera Koopmann
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
    Institut für Verkehrssystemtechnik
    Telefon: +49 531 295-3405
    Lilienthalplatz 7
    38108  Braunschweig
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