10. Oktober 2019

Vernetzte Gesundheit – DLR-Medizinrobotik auf XPOMET

XPOMET Berlin
XPOMET Berlin
Bild 1/3, Quelle: ©XPOMET

XPOMET Berlin

Das DLR stellt erstmals auf der XPOMET Berlin aus. 

DLR-MiroSurge-System
DLR-MiroSurge-System mit Chirurgiekonsole
Bild 2/3, Quelle: ©DLR/Alexandra Beier

DLR-MiroSurge-System mit Chirurgiekonsole

Wissenschaftler des MIRO Innovation Lab erforscht neuartige robotische Anwendungen für die Medizin.

XPOMET Berlin: Prof. Ehrenfreund testet den MIRO
XPOMET Berlin: Prof. Ehrenfreund testet den MIRO
Bild 3/3, Quelle: ©XPOMET

XPOMET Berlin: Prof. Ehrenfreund testet den MIRO

Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR (Mitte), besuchte den DLR-Stand auf der XPOMET Berlin. Dr. Roland Unterhinninghofen (links) und Julian Klodmann (rechts), beide vom Institut für Robotik und Mechatronik, informierten sie über den Medizinroboter MIRO.

  • Das DLR forscht an robotischen Anwendungen für die Medizin im MIRO Innovation Lab.
  • 10.-12. Oktober 2019 – XPOMET – Das Healthcare Festival in Berlin sorgt für interdisziplinare Vernetzung.
  • Datenwissenschaften, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz sollen zukünftig ermöglichen, während eines medizinischen Einsatzes gezielte Informationen an Chirurgen zu übermitteln.
  • Schwerpunkte: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Medizinrobotik

Kaum ein anderer Wirtschaftszweig ist so interdisziplinär, intersektoral und gleichzeitig so sensibel wie das Gesundheitswesen – schließlich ist jeder von uns betroffen, spätestens dann, wenn wir nicht mehr gesund sind. Die Gesundheitswirtschaft wächst in Deutschland stärker als der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt, gleichzeitig kämpft die Branche mit enormen Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigender Versorgungsbedarf, Beitragssteigerungen oder Leistungskürzungen, zwar vorhandene technologische und robotische Innovationen auf der einen Seite, aber hohe regulatorische Hürden bei der Markteinführung auf der anderen Seite. Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik bieten enorme Chancen für Innovationen. Genau diese treibt das Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit seinem MIRO Innovation Lab, ein Kompetenzzentrum für Medizinrobotik, voran und präsentiert sich als einer der führenden Innovatoren aus der Wissenschaft vom 10. bis zum 12. Oktober 2019 auf der XPOMET® Medicinale in Berlin.

Warum XPOMET?

„Die Veranstaltung XPOMET bildet genau die Plattform, die die Gesundheitswirtschaft braucht und spricht alle Akteure an. Mit Hilfe von Digitalisierung und KI erforschen unsere Wissenschaftler des MIRO Innovation Lab neuartige robotische Anwendungen für die Medizin, testen diese in unseren Partnerkliniken und unterstützen kleine- und mittelständische Unternehmen bei der Wahl der richtigen Technologie“, so Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR.

Aktuelle Forschungsarbeiten konzentrieren sich darauf, wie die Robotik durch den gezielten Einsatz von datengetriebenen Funktionen Chirurgen noch mehr unterstützen kann. Mit Hilfe von Datenwissenschaften, maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz soll es zukünftig möglich sein, dass Robotersysteme – mittels Kraftmoment-Sensorik – gezielte Informationen an den Chirurgen vermitteln, beispielsweise ob eine Naht fest genug ist oder der Faden zu reißen droht. Dabei ist der kontinuierliche Zusammenarbeit mit Ärzten unerlässlich.

Solche interdisziplinäre Ansätze fördert auch die Veranstaltung XPOMET, in dem sie eine Brücke zwischen Wissenschaft, Industrie, Kliniken, Politik und Patienten schlägt und die Entstehung und Weiterentwicklung von Innovationszentren fördert. „Nur wenn wir besser vernetzt sind, können neue Technologien schneller den Patienten zu Gute kommen und wir im internationalen Wettbewerb besser bestehen“, betont auch Prof. Dr. Alin Albu-Schäffer, Leiter des Instituts für Robotik und Mechatronik am DLR.

Internationaler Wissenschaftskongress gepaart mit Innovationsausstellung

150 internationale Experten aus Forschung, Entwicklung und Industrie präsentieren in ihren Vorträgen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Technologien und rücken neue Aspekte und Möglichkeiten in Diagnose, Behandlung, Pflege und Betreuung in den Vordergrund. Die Versprechen sind groß, aber die Vorbehalte hinsichtlich Datenschutz, Künstlicher Intelligenz, Robotik und ethischer Bedenken müssen überwunden werden. Auch dazu trägt die XPOMET bei. Mehr als 200 Unternehmen lassen Besucher in Showcases neue Technologien in den Themenfelder wie beispielsweise „Krankenhaus der Zukunft“ oder „Welt der Patienten“ hautnah erleben.

Der Wissenschaftskongress setzt mehrere Schwerpunkte. Am ersten Tag, der Innovation und Forschung fokussiert, referiert mit weiteren namenhaften Experten auch Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund. In ihrer Rede erklärt die promovierte Astrophysikerin wie die Erforschung des Weltraumes zu modernsten medizinischen Technologien und Erkenntnissen führt. Weitere Themen sind u.a. Künstliche Intelligenz und Ethik im Gesundheitswesen, eHealth und eMedicine, Smart Hospital und viele mehr.

Von der Weltraumforschung zu Medizinrobotik am DLR

Der „interne“ Technologietransfer war und ist dem DLR von großer Bedeutung: Technologien, die zunächst für den Weltraum erforscht wurden, finden auf der Erde ebenfalls Anwendung und kommen den Menschen zu Gute. „Auch im Healthcare-Bereich kann das DLR auf ausgereifte robotische Hochtechnologie zurückgreifen, die ursprünglich für den Einsatz von Astronauten im Weltall entwickelt und verifiziert wurde", sagt Prof. Albu-Schäffer. Die Basistechnologie unserer Forschungsarbeiten bildet der Medizinroboter MIRO in der dritten Generation. Der DLR-MIRO ist ein auf medizinische Anwendungen optimierter Leichtbauroboterarm, kinematisch redundant und vollständig drehmomentgeregelt. In Aufbau, Größe und Beweglichkeit ist er dem menschlichen Arm nachempfunden, so dass er intuitiv, feinfühlig und sicher bedient werden kann. Während eines Eingriffs kann der Chirurg einen oder mehrere MIRO-Roboter, als sog. MiroSurge-System, flexibel und modular mit unterschiedlichen Spezialinstrumenten nutzen. So ist MIRO vielseitig einsetzbar, wie etwa zur Wundauswaschung mittels Wasserstrahl, bei der roboterassistierten Endoskopführung sowie in der minimalinvasiven Chirurgie. Der Roboter ist so programmiert, dass er einerseits eine direkte Mensch-Roboter-Interaktion erlaubt und andererseits genaue, ferngesteuerte oder automatisierte Funktionen übernimmt.

 

 

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