27. Juli 2020

Bun­des­mi­nis­ter Alt­mai­er und Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter Do­brindt be­su­chen Um­welt­for­schungs­sta­ti­on Schnee­fer­ner­haus

Um­welt­for­schungs­sta­ti­on Schnee­fer­ner­haus
Bild 1/2, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Umweltforschungsstation Schneefernerhaus

Nur knapp 300 Me­ter un­ter­halb der Zug­spit­ze liegt die Um­welt­for­schungs­sta­ti­on Schnee­fer­ner­haus (UFS), in dem das Deut­sche Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR) so­wie wei­te­re wis­sen­schaft­li­che Ein­rich­tun­gen die At­mo­sphä­re er­for­schen.
For­schung auf 2650 Me­tern Hö­he
Bild 2/2, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Forschung auf 2650 Metern Höhe

Ins­ge­samt 480 Qua­drat­me­ter Au­ßen­ter­ras­sen für Mess­in­stru­men­te und 750 Qua­drat­me­ter La­bor- und Bü­ro­flä­che bie­tet die Um­welt­for­schungs­sta­ti­on Schnee­fer­ner­haus. Das DLR ist mit drei In­sti­tu­ten ver­tre­ten, die die At­mo­sphä­re er­for­schen.
  • Am 24. Juli 2020 besuchten Bundesminister Altmaier und Bundestagsabgeordneter Dobrindt die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS).
  • Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist einer der insgesamt zehn Konsortialpartner und betreibt Umwelt-, Klima- und Höhenforschung vor Ort.

Am 24. Juli 2020 besuchten Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier und Bundestagsabgeordneter sowie Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Alexander Dobrindt Deutschlands höchstgelegene Forschungsstation: das Schneefernerhaus (UFS) auf der Zugspitze. Die Umweltforschungsstation bietet dank ihrer hochalpinen Lage einzigartige Möglichkeiten für die Umwelt-, Klima- und Höhenforschung. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), als einer der insgesamt zehn Konsortialpartner, erforscht dort u. a. die Atmosphärentemperatur in großer Höhe und analysiert Veränderungen, welche zur Verbesserung von Klimamodellen und zur Früherkennung von Naturkatastrophen wie Hochwasser, Erdbeben oder Tsunamis beitragen. Mit großem Interesse an den neuesten Entwicklungen in der Klima- und Umweltforschung machten sich Bundesminister Altmaier und Bundestagsabgeordneter Dobrindt mit der Expertise der Wissenschaftler im Schneefernerhaus vertraut.

Aktuelle Forschungsthemen im Schneefernerhaus

Die in der Forschungsstation aktiven Einrichtungen sammeln Daten vom Boden bis zum Rand des Weltalls. Mit diesen Daten werden ganz unterschiedliche Fragestellungen des Erdsystems erforscht, erläutert der wissenschaftliche Koordinator der Umweltforschungsstation Prof. Michael Bittner und Abteilungsleiter im Earth Observation Center (EOC) des DLR. Das DLR fokussiert sich dabei auf die Fragen: "Wie und warum ändern sich die Temperatur und die Strömungseigenschaften in der Atmosphäre  am Rand zum Weltraum? Welche Rolle spielen dabei natürliche Einflüsse und wie groß ist der Anteil der beobachteten Veränderungen durch menschgemachte Aktivitäten?" Hier setzt das DLR Infrarotspektrometer und bildgebende Systeme im infraroten Spektralbereich ein, die das Luftleuchten in etwa 90 Kilometer Höhe erfassen. Im Infrarot-Labor des DLR machten sich Bundesminister Altmaier und Bundestagsabgeordneter Dobrindt mit dieser Technologie vertraut.

Darüber hinaus untersucht das DLR die Frage, wie sich Klimawandel und Luftverschmutzung auf die menschliche Gesundheit auswirken. Im Schneefernerhaus arbeitet das DLR arbeitsteilig mit Partnern an einem bioklimatischen Informationssystem (BioCliS) für Bayern und den gesamten Alpenraum, das auch zur besseren Bewältigung von Corona-Epidemien eingesetzt werden soll. Das System soll das menschliche Gesundheitsrisiko aufgrund verschiedener Umweltstressoren, wie Luftschadstoffe, Pollen oder Lärm ermitteln und die gesundheitlichen Reaktionen auf diese Einflüsse bestimmen können.

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten des DLR in der Station ist die Untersuchung von Wolken in den unteren Stockwerken der Atmosphäre. Diese schatten die Erdoberfläche von der Sonneneinstrahlung ab und spielen damit eine zentrale Rolle im Klimageschehen. Die Zusammensetzung und Bildung der Wolken unter dem Einfluss von Aerosolen ist immer noch nicht vollständig geklärt. Das DLR setzt aufgrund dessen ein spezielles meteorologisches Radar ein, dessen Beobachtungen Rückschlüsse auf die Strahlungswirksamkeit sowie den Flüssigkeits- und Eisgehalt von Wolken und deren Strömungsverhalten erlauben. In Verbindung mit weiteren Messungen dienen die gewonnen Daten dazu, numerische Wettermodelle zu evaluieren und satellitenbasierte Messungen zu validieren.

Bundesminister Altmaier zeigte sich beeindruckt von den Arbeiten und stellte die Förderung zweier Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus in Aussicht. Prof. Bittner wird hier kurzfristig Gespräche mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) aufnehmen.

Umweltforschungsstation Schneefernerhaus – Wissenschaft auf 2650 Metern Höhe

Die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS) ist das "virtuelle Institut" eines wissenschaftlichen Konsortiums, unter Federführung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Zu den zehn Konsortialpartnern gehören das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Deutsche Wetterdienst  (DWD), das Helmholtz Zentrum München (HMGU), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU München), die Max-Planck-Gesellschaft München (MPG), die Technische Universität München (TUM), die Universität Augsburg (Universität Augsburg), das UBA sowie der Freistaat Bayern. Die Infrastruktur der hochalpinen Forschungsstation wird von der Betriebsgesellschaft UFS GmbH gewährleistet.

Das DLR ist mit mehreren Instituten in der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus vertreten: Das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) untersucht in den oberen Stockwerken der Atmosphäre die Klimaveränderungen und überprüft Klimaschutzmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit. Auch das DLR-Institut für Physik der Atmosphäre (IPA) und das DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung (IMF) forschen in großer Höhe, messen Spurenstoffe und Niederschlagsteilchen in der Atmosphäre.

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