4. Februar 2021
Premiere: Fliegende Sternwarte SOFIA erforscht den Nachthimmel über Europa

DLR-NA­SA-Ko­ope­ra­ti­on - Von Köln aus zu den Ster­nen

SOFIA vor Flughafen-Kulisse
SO­FIA vor Flug­ha­fen-Ku­lis­se
Bild 1/6, Credit: Flughafen Köln/Bonn CGN

SOFIA vor Flughafen-Kulisse

Am 4. Fe­bru­ar 2021 ist die flie­gen­de Stern­war­te SO­FIA um 15:33 Uhr am Köln Bonn Air­port ge­lan­det.
SOFIA am Köln Bonn Airport
SO­FIA am Köln Bonn Air­port
Bild 2/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

SOFIA am Köln Bonn Airport

Vom Köln Bonn Air­port aus wird SO­FIA bis zum 16. März 2021 den Nacht­him­mel über Eu­ro­pa er­kun­den.
Cygnus X im Sternbild Schwan
Cy­g­nus X im Stern­bild Schwan
Bild 3/6, Credit: NASA/JPL-Caltech/Harvard-Smithsonian CfA

Cygnus X im Sternbild Schwan

Cy­g­nus X be­fin­det sich in et­wa 4.500 Licht­jah­ren Ent­fer­nung von der Er­de im Stern­bild Schwan. Es han­delt sich um ein Stern­ent­ste­hungs­ge­biet, das wäh­rend die­ser Kam­pa­gne mit SO­FIA für das Le­ga­cy-Pro­jekt im Zu­sam­men­hang mit dem Mas­sivs­tern­ent­ste­hungs­ge­biet be­ob­ach­tet wer­den soll.
Missionslogo SOFIA
Missi­ons­lo­go SO­FIA
Bild 4/6, Credit: NASA/DLR

Missionslogo SOFIA

Missi­ons­lo­go der SO­FIA-Wis­sen­schafts­kam­pa­gne am Flug­ha­fen Bonn Köln
Fliegendes Infrarotobservatorium SOFIA
Flie­gen­des In­fra­ro­tob­ser­va­to­ri­um SO­FIA
Bild 5/6, Credit: NASA/Jim Ross

Fliegendes Infrarotobservatorium SOFIA

Flie­gen­de Stern­war­te: Mit dem 2,5 Me­ter-Te­le­skop an Bord der mo­di­fi­zier­ten Boe­ing 747SP wer­den astro­no­mi­sche Be­ob­ach­tun­gen im In­fra­rot- und Sub­mil­li­me­ter-Wel­len­län­gen­be­reich durch­ge­führt – weit­ge­hend ober­halb der da­bei stö­ren­den ir­di­schen Luft­hül­le.
Teleskop GREAT
Te­le­skop GRE­AT
Bild 6/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Teleskop GREAT

Das Fernin­fra­rot-Spek­tro­me­ter GRE­AT ist in­ner­halb der Druck­luft­ka­bi­ne im Flug­zeu­gob­ser­va­to­ri­um SO­FIA am Te­le­skopflansch mon­tiert. Die Te­le­skop­schüs­sel selbst be­fin­det sich in ei­nem her­me­tisch ab­ge­schlos­se­nen Raum im hin­te­ren Teil des Flug­zeugs. Ih­re Lu­ke wird erst wäh­rend des Flu­ges ge­öff­net.
  • SOFIA, die weltweit einzigartige "fliegende Sternwarte" von NASA und DLR, wird vom 4. Februar bis zum 16. März 2021 am Flughafen Köln-Bonn zu Gast sein.
  • Zuvor absolvierte die zu einem Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie umgebaute Boeing 747SP bei Lufthansa-Technik in Hamburg einen C-Check.
  • Die sechswöchige Wissenschaftskampagne in Deutschland ist eine Premiere. SOFIA’s Heimatflughafen ist der NASA-Stützpunkt in Palmdale (Kalifornien).
  • Schwerpunkt: Raumfahrt

+++ SOFIA ist am 4.Februar 2021 um 15:33 Uhr am Köln Bonn Airport gelandet +++

Touchdown für SOFIA: Am 4. Februar 2021 wird um 15:40 Uhr die Landung der fliegenden Sternwarte der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR und der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA am Köln Bonn Airport erwartet. Von dort aus wird sie bis zum 16. März den Nachthimmel über Europa erkunden.

"Das Infrarot-Observatorium SOFIA ist eines der größten deutsch-amerikanischen Projekte zur Erforschung des Weltraums und unterstreicht, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der NASA für uns ist", erläutert Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur. "Wir freuen uns riesig, dass nun erstmals seit der Aufnahme des wissenschaftlichen Betriebs eine vollständige wissenschaftliche Flugkampagne von Deutschland aus stattfindet. SOFIA soll bis Mitte März 20 Flüge mit dem deutschen Instrument GREAT, einem hochauflösenden Spektrometer, absolvieren und dabei vor allem über Westeuropa im Einsatz sein." Dr. Paul Hertz, Leiter der Abteilung Astrophysik im Wissenschafts-Direktorat der NASA, ergänzt: "Wir nutzen SOFIA‘s Fähigkeit, von nahezu jedem Ort der Welt aus zu beobachten, um überzeugende astronomische Untersuchungen durchzuführen. Die Beobachtungskampagne aus Deutschland ist ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen der NASA und dem DLR, die seit mehr als 25 Jahren die Stärke des SOFIA Projektes ausmacht."

"Wir sind sehr stolz, dass die NASA und das DLR den Flughafen Köln/Bonn als Basis für die erste deutsche Wissenschaftskampagne von SOFIA ausgewählt haben. Dadurch wird die internationale Bedeutung von Köln/Bonn unterstrichen", so Johan Vanneste, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Köln/Bonn GmbH. "Ein 40-köpfiges Projektteam hat gemeinsam mit vielen externen Beteiligten die Mission in den letzten Wochen und Monaten minutiös vorbereitet. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten - ich freue mich auf sehr spannende sechs Wochen mit einem internationalen Team."

Foo­ta­ge: SO­FIA lan­det am Flug­ha­fen Köln/Bonn
Am 4. Fe­bru­ar 2021 um 15:33 Uhr lan­de­te die flie­gen­de Stern­war­te SO­FIA am Flug­ha­fen Köln/Bonn. Von Köln/Bonn aus wird sie bis zum 16. März den Nacht­him­mel über Eu­ro­pa er­kun­den.

Das Footage-Material zur Landung von SOFIA am 4. Februar 2021 kann hier heruntergeladen werden. Video-Footage aus dem Innenraum von SOFIA (wie etwa Teleskop und Cockpit), sowie Außenansichten von SOFIA am Gate in Köln/Bonn kann hier heruntergeladen werden.

SOFIA ist seit 2014 im vollen wissenschaftlichen Betrieb und wird bislang von etwa 50 internationalen Forschergruppen genutzt. Einzigartig ist das in den Rumpf des Flugzeugs integrierte 2,7-Meter-Teleskop für astronomische Beobachtungen im Infrarot- und Submillimeter-Wellenlängenbereich. Diese Wellenlängen sind aufgrund des Wasserdampfes in der Troposphäre vom Boden aus nicht sichtbar. Daher fliegt SOFIA oberhalb von zwölf Kilometern Höhe. Das Teleskop wurde von deutschen Ingenieuren und Wissenschaftlern entwickelt und gebaut. Die NASA bringt das Flugzeug in das Kooperationsprojekt ein.

SOFIA erforscht die Entwicklung von Milchstraßensystemen sowie die Entstehung und Entwicklung von Sternen und Sonnensystemen aus interstellaren Molekül- und Staubwolken. Die fliegende Sternwarte beherbergt regelmäßig auch zwei deutsche Fern-Infrarot-Instrumente, das hochauflösende Spektrometer GREAT (German Receiver at Terahertz Frequencies), und das abbildende Linienspektrometer FIFI-LS (Far Infrared Field Imaging Line Spectrometer).

Während des Aufenthaltes in Köln/Bonn wird ein internationales Team von Wissenschaftlern und Ingenieuren mit "GREAT" astronomische Beobachtungen durchführen. Im Fokus liegen dabei Hinweise auf den Ursprung der so genannten kosmischen Strahlung und Erkenntnisse über die Prozesse bei der Entstehung massereicher junger Sterne. Vor Beginn der Kampagne hat SOFIA einen mehrmonatigen Routinecheck bei Lufthansa Technik in Hamburg erfolgreich absolviert. Auch das Teleskop wurde dabei auf Herz und Nieren überprüft.

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SOFIA-Pressekonferenz
SOFIA, die weltweit einzigartige „fliegende Sternwarte“ von NASA und DLR, wird vom 4. Februar bis zum 16. März 2021 am Flughafen Köln/Bonn zu Gast sein. Die sechswöchige Mission ist eine Premiere: Zum ersten Mal seit Aufnahme des wissenschaftlichen Betriebs wird eine vollständige Flugkampagne der...

20 Wissenschaftsflüge mit dem deutschen Instrument GREAT

SOFIA, das einzige fliegende Infrarot-Observatorium der Welt, wird rund sechs Wochen lang am Konrad-Adenauer-Flughafen in Köln-Bonn stationiert sein. Während dieser Zeit soll die mobile Sternwarte insgesamt 20 Forschungsflüge mit dem Instrument GREAT des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn und des I. Physikalischen Instituts der Universität zu Köln absolvieren. Die Flugrouten gehen von Deutschland bis über den Atlantik, über Skandinavien bis zum Mittelmeer.

GREAT erforscht das Universum

"Wir planen, viermal wöchentlich zu fliegen und können somit deutlich mehr Untersuchungen und damit auch wissenschaftliche Ergebnisse liefern", erklärt Dr. Alessandra Roy, SOFIA-Projektwissenschaftlerin in der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. "Darunter befinden sich auch zwei große so genannte Legacy-Projekte. Diese Projekte sollen große Datensätze zu Themen von aktueller Relevanz bereitstellen und ein Vermächtnis für die nächsten Jahre hinterlassen."

Das erste dieser Projekte beinhaltet die Suche nach Gasen, in denen sich ein Wasserstoffatom mit einem anderen Element wie Argon oder Sauerstoff zu einfachen Molekülen, sogenannten Hydriden, verbunden hat. Das Projekt soll Hinweise auf Dichteschwankungen der kosmischen Strahlung liefern. Diese hochenergetisch geladenen Teilchen strömen durch unsere Milchstraße. Das zweite Legacy-Projekt widmet sich der Untersuchung der Wechselwirkung massereicher Sterne mit ihrer Umgebung. Hierdurch wollen die Wissenschaftler lernen zu verstehen, wie massereiche junge Sterne die Wolken zerstören, in denen sie geboren wurden.

Basis für SOFIA-Kampagne ist am Köln Bonn Airport

"Für mich als gebürtigen Kölner ist es besonders schön, SOFIA einmal sozusagen `vor der eigenen Haustüre‘ zu haben", sagt Heinz Hammes, SOFIA-Projektleiter in der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. "Der Köln/Bonn Airport wurde ausgewählt, weil dort die notwendige Infrastruktur zur Verfügung steht und das üblicherweise milde Winterwetter in der Kölner Bucht mit hoher Wahrscheinlichkeit einen ungestörten Flugbetrieb zulässt." Köln/Bonn habe zudem alle Anforderungen des deutsch-amerikanischen SOFIA-Teams erfüllt - von den Arbeits- und Labor-Plätzen bis hin zur erforderlichen behördlichen Nachtflugerlaubnis.

Am Nachmittag des 4. Februar 2021 war SOFIA von Hamburg aus gestartet, wo das Flugzeug bei Lufthansa Technik seit Ende September einen so genannten C-Check durchlaufen hatte. Diese große Wartung findet ungefähr alle drei Jahre statt. Dabei werden Struktur, technische Systeme, Kabine und die Außenhaut eingehend inspiziert und falls nötig repariert. Neben den routinemäßigen Test- und Wartungsarbeiten wurde dieses Mal auch die Leistungsfähigkeit der Klimaanlage erhöht, um die Umgebungstemperaturen für die empfindlichen Forschungsinstrumente zu optimieren. "Wir sind mit dem Verlauf der Arbeiten sehr zufrieden und erwarten nun gespannt die neuen Wissenschaftsflüge", sagt SOFIA-Projektleiter Heinz Hammes. Nach Abschluss der Kampagne wird SOFIA wieder nach Kalifornien zurückkehren, wo bereits die nächste Flugkampagne vorbereitet wird.

SOFIA

SOFIA ist ein weltweit einzigartiges, fliegendes Observatorium, das den Weltraum im Infrarotbereich untersucht. So erforscht die Sternwarte etwa, wie sich Milchstraßensysteme entwickeln oder wie Sterne und Planetensysteme aus interstellaren Molekül- und Staubwolken entstanden sind. Möglich wird dies durch ein 17 Tonnen schweres, in Deutschland entwickeltes und gefertigtes Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 2,7 Metern. SOFIA verfügt über sechs verschiedene wissenschaftliche Instrumente, von denen drei aus Deutschland stammen - zwei Instrumente für das Fern-Infrarot und ein optisches Instrument.

Das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Es wird von der Deutschen Raumfahrtagentur mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart durchgeführt. Die Entwicklung der deutschen Instrumente ist finanziert mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des DLR. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA-Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (USRA).

GREAT

GREAT, der "German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies", ist ein Empfänger für spektroskopische Ferninfrarot-Beobachtungen in einem Frequenzbereich von 1,25 bis 5 Terahertz (60 bis 240 Mikrometer Wellenlänge), der von bodengebundenen Observatorien aufgrund der mangelnden atmosphärischen Transparenz nicht zugänglich ist. Dieser Empfänger kommt als Instrument der ersten Generation am Flugzeug-Observatorium SOFIA zum Einsatz. GREAT wurde vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn und dem I. Physikalischen Institut der Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Optische Sensoren in Berlin entwickelt und gebaut. Die Entwicklung des Instruments wurde finanziert mit Mitteln der beteiligten Institute, der Max-Planck-Gesellschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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  • Elisabeth Mittelbach
    Kom­mu­ni­ka­ti­on
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    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR, Grup­pen­lei­te­rin Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 228 447-385
    Königswinterer Str. 522-524
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  • Heinz-Theo Hammes
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
    Er­for­schung des Welt­raums
    Telefon: +49 228 447-377
    Fax: +49 228 447-745
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  • Alexander Weise
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