27. September 2022
Erste Nationale Wissenschaftskonferenz "Science from Space" tagt in Bonn

In­spi­ra­ti­ons­quel­le Raum­fahrt­for­schung

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Mehr über das junge Universum erfahren
Mehr über das jun­ge Uni­ver­sum er­fah­ren
Bild 1/3, Credit: ESA/Webb, NASA & CSA, J. Lee and the PHANGS-JWST Tea

Mehr über das junge Universum erfahren

Das Ja­mes Webb Welt­raum­te­le­skop ist ei­ne Zeit­ma­schi­ne. Es lässt uns 13,6 Mil­li­ar­den Jah­re zu­rück­bli­cken und so mehr über das jun­ge Uni­ver­sum - 200 Mil­lio­nen Jah­re vor dem Ur­knall - er­fah­ren. Im Bild hat das Te­le­skop "das Herz" der Phan­tom-Ga­la­xie M74 auf­ge­nom­men und fei­ne Gas- und Staub­fä­den in den rie­si­gen Spi­r­alar­men sicht­bar ge­macht, die sich vom Zen­trum nach au­ßen win­den. Ein Man­gel an Gas in der Kern­re­gi­on bie­tet auch ei­nen un­ge­hin­der­ten Blick auf den nu­klea­ren Stern­hau­fen im Zen­trum der Ga­la­xie. Ja­mes Webb nutzt hier sein Mid-In­fra­Red In­stru­ment (MI­RI), um mehr über die frü­he­s­ten Pha­sen der Stern­ent­ste­hung in der Phan­tom-Ga­la­xie zu er­fah­ren. Die­se Be­ob­ach­tun­gen ge­hö­ren zu dem großen Vor­ha­ben der in­ter­na­tio­na­len PHANGS-Kol­la­bo­ra­ti­on, 19 na­he ge­le­ge­ne stern­bil­den­de Ga­la­xi­en im In­fra­rot zu kar­tie­ren. Die­se Ga­la­xi­en wur­den be­reits mit dem Welt­raum­te­le­skop Hub­ble und bo­den­ge­stütz­ten Ob­ser­va­to­ri­en be­ob­ach­tet. Durch die ul­tra­schar­fen Webb-Be­ob­ach­tun­gen bei län­ge­ren Wel­len­län­gen wer­den Astro­no­men Stern­ent­ste­hungs­re­gio­nen in den Ga­la­xi­en lo­ka­li­sie­ren, die Mas­se und das Al­ter von Stern­hau­fen ge­nau be­stim­men und Ein­bli­cke in die Na­tur der klei­nen Staub­kör­ner ge­win­nen, die im in­ter­stel­la­ren Raum trei­ben.
Forschung auf der Internationalen Raumstation ISS
For­schung auf der In­ter­na­tio­na­len Raum­sta­ti­on ISS
Bild 2/3, Credit: NASA/ESA-M.Maurer

Forschung auf der Internationalen Raumstation ISS

Ein gu­ter Ort für For­schung un­ter Welt­raum­be­din­gun­gen ist die In­ter­na­tio­na­le Raum­sta­ti­on ISS. Seit mehr als 20 Jah­ren for­schen dort Astro­nau­tin­nen und Astro­nau­ten. Der deut­sche ESA-Astro­naut Mat­thi­as Mau­rer hat wäh­rend sei­ner "Cos­mic Kiss"-Missi­on zum Bei­spiel mehr als 100 Ex­pe­ri­men­te bei 28.000 Stun­den­ki­lo­me­tern 400 Ki­lo­me­ter über der Er­de im schwe­re­lo­sen Raum durch­ge­führt, dar­un­ter 34 aus Deutsch­land. Für das Ex­pe­ri­ment Tou­ching Sur­fa­ces hat Mat­thi­as Mau­rer neu­ar­ti­ge Ober­flä­chen auf de­ren an­ti­mi­kro­bi­el­le Wirk­sam­keit un­ter Welt­raum­be­din­gun­gen un­ter­sucht und ge­tes­tet. Denn Lang­zeit­auf­ent­hal­te in ei­ner Raum­sta­ti­on füh­ren da­zu, dass sich aus den mit­ge­schlepp­ten Mi­kro­or­ga­nis­men ei­ne ei­ge­ne Mi­kro­flo­ra ent­wi­ckelt, die die Ge­sund­heit an Bord be­ein­träch­ti­gen kann. Die­ses Wis­sen kann auch auf der Er­de ge­nutzt wer­den - zum Bei­spiel zur Ent­wick­lung neu­er an­ti­mi­kro­bi­el­ler Be­schich­tun­gen für Tür­klin­ken.
Raumfahrtagentur trifft Wissenschaft
Raum­fahr­t­agen­tur trifft Wis­sen­schaft
Bild 3/3, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

Raumfahrtagentur trifft Wissenschaft

Auf der ers­ten Na­tio­na­len Wis­sen­schafts­kon­fe­renz 2022 "Science from Space" hat die Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler aus der brei­ten Pa­let­te der Raum­fahrt­for­schung nach Bonn ge­la­den. Dr. Walt­her Pel­zer, DLR-Vor­stand und Lei­ter der Deut­schen Raum­fahr­t­agen­tur im DLR (un­te­re Rei­he 2. v.l.) , hat die füh­ren­den Köp­fe nach Bonn ins LVR-Lan­des­mu­se­um ge­la­den. Die Leit­vor­trä­ge hal­ten (un­te­re Rei­he v.l.): Prof. Hanns Chris­ti­an Gun­ga (Cha­rité Ber­lin, The­ma "Raum­fahrt und Ge­sund­heit") Prof. Ha­rald Hie­sin­ger (Uni­ver­si­tät Müns­ter, "Von an­de­ren Pla­ne­ten für die Er­de ler­nen"), Dr. Co­ryn Bai­ler-Jo­nes (Max-Planck-In­sti­tut für Astro­no­mie in Hei­del­berg, "Ma­chi­ne Lear­ning in der Astro­no­mie"), obe­re Rei­he (v.l.): Prof. Mi­guel Ma­hecha (Uni­ver­si­tät Leip­zig, "Erd­sys­tem­for­schung in ei­ner da­ten­rei­chen Zeit", Dr. Li­sa Wör­ner (DLR-In­sti­tut für Quan­ten­tech­no­lo­gie in Ulm, "Quan­ten­tech­no­lo­gi­en in der Raum­fahrt") und Prof. Mar­tin Vis­beck (GEO­MAR Helm­holtz-Zen­trum für Ozean­for­schung Kiel, "Jüngs­te EO-Science-Missi­ons­er­fol­ge"; nicht im Bild).
  • Am 27. und 28. September 2022 findet im LVR-Landesmuseum Bonn die erste Nationale Wissenschaftskonferenz "Science from Space" statt.
  • Auf der Konferenz werden aktuelle wissenschaftliche Raumfahrtthemen und Missionsbeteiligungen aus den Bereichen Erdbeobachtung, Erforschung des Weltraums sowie Forschung unter Weltraumbedingen und Exploration vorgestellt.
  • Aus vielen Projekten der Grundlagenforschung sind später Technologieentwicklungen und Anwendungen geworden, die auch die wirtschaftliche Entwicklung vorangebracht haben.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Erdbeobachtung, Erforschung des Weltraums, Forschung unter Weltraumbedingungen, Klimawandel

Raumfahrtforschung ist vielfältig und leistet wichtige Beiträge zu Wissenschaftsfeldern wie zum Beispiel der Klimaforschung, der Physik, der Biologie, der Astronomie oder der Planetenforschung. Dabei erweitert sie unser Wissen und trägt zur Lösung globaler Herausforderungen der Gesellschaft bei, wie etwa zur Bewältigung des Klimawandels oder zur nachhaltigen Entwicklung, aber auch zur Mobilität und Gesundheit.

Raumfahrtforschung als Inspiration für alle Generationen

Darüber hinaus inspiriert Raumfahrt mehr denn je die junge Generation. "Die Grundlagenforschung wird vor allem von Neugier angetrieben. Aus den gewonnenen Erkenntnissen erwachsen auf lange Sicht immer wieder Anwendungen, die das Leben der Menschen spürbar verbessern - beispielsweise in der Sensortechnik, der Kommunikation und Navigation, im Umweltmonitoring und Management natürlicher Ressourcen, bei Solaranlagen und in der Datenprozessierung. Wie genau die Raumfahrtforschung als Inspirationsquelle für unsere moderne Wissensgesellschaft dient, zeigen die Forscherinnen und Forscher auf der ersten Nationalen Wissenschaftskonferenz hier in Bonn", betont Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, zu Beginn der ersten Nationalen Wissenschaftskonferenz "Science from Space", die am 27. und 28. September 2022 im Landesmuseum des LVR in Bonn stattfindet.

Raumfahrtforschung als Inspiration für die Wirtschaft

Grundlagenforschung mündet also in Technologie und in Anwendungen, die auch die Wirtschaft und Industrie voranbringen. Eine im Jahr 2019 von der Europäischen Weltraumorganisation ESA durchgeführte Studie hat gezeigt, dass bei Investitionen in Projekte der Grundlagenforschung im Bereich Erforschung des Weltraums anschließend ein Zuwachs von 60 Prozent der europäischen Wirtschaft an ökonomischem Nutzen zugutekommen. Eine für die Erdbeobachtung im gleichen Jahr durchgeführte Untersuchung ergab sogar einen Zuwachs um fast das Dreifache des ursprünglich investierten Geldes. "Beide Studien zeigen, dass durch Neugier getriebene Grundlagenforschung einen unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft hat. Dabei wird an deutschen Forschungsinstituten wie Universitäten, Max-Planck-, Leibnitz- oder DLR-Instituten durch die Entwicklung neuer wissenschaftlicher Instrumente und Satelliten für Weltraummissionen die technologische Kompetenz der deutschen Industrie ebenfalls vorangetrieben und damit der Hightech-Standort Deutschland gestärkt", betont Dr. Walther Pelzer. Das gilt insbesondere für Start-ups. In den letzten Jahren haben mehr und mehr junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise aus Astronomie oder Planetenforschung sowie Ingenieurinnen und Ingenieure im Bereich der Raumfahrttechnologie und -anwendung Unternehmen gegründet, um ihre erworbenen Fähigkeiten als Dienstleistung für einen breiten Kundenkreis anzubieten.

Raumfahrtforschung als Inspiration für den Nachwuchs

Die komplexen und anspruchsvollen Aufgaben bei der Beteiligung an Raumfahrtmissionen und wissenschaftlichen Raumfahrtprojekte können in der hochqualifizierten Ausbildung junger Fachkräfte in der Raumfahrtforschung münden. Einerseits stärkt dieser Nachwuchs die Wissenschaft selbst, indem diese Fachkräfte die Forschung weiter voranbringen und neue wissenschaftliche Horizonte eröffnen. Andererseits werden die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch die Raumfahrtprojekte auch für eine Karriere in der Wirtschaft oder der Industrie vorbereitet. "Dieser Nachwuchs wird an Raumfahrtprojekten arbeiten, von denen wir heute noch nicht wissen, ob sie überhaupt möglich sind, weil wir in der Raumfahrt immer an die Grenzen des technologisch Machbaren gehen. Das gilt heute für das James Webb Weltraumteleskop ebenso wie für die deutsche Umweltmission EnMAP, das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus, die Forschung auf der Internationalen Raumstation ISS oder unseren Weg in Richtung Mond, den wir Europäer gemeinsam mit Amerika im Artemis-Programm bestreiten. Auf morgen dürfen wir gespannt sein", erklärt Dr. Walther Pelzer.

Kontakt
  • Martin Fleischmann
    Stra­te­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
    Telefon: +49 228 447-120
    Königswinterer Str. 522-524
    53227 Bonn
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