27. September 2022

In­spi­ra­ti­ons­quel­le Raum­fahrt­for­schung

  • Am 27. und 28. September 2022 findet im LVR-Landesmuseum Bonn die erste Nationale Wissenschaftskonferenz "Science from Space" statt.
  • Auf der Konferenz werden aktuelle wissenschaftliche Raumfahrtthemen und Missionsbeteiligungen aus den Bereichen Erdbeobachtung, Erforschung des Weltraums sowie Forschung unter Weltraumbedingen und Exploration vorgestellt.
  • Aus vielen Projekten der Grundlagenforschung sind später Technologieentwicklungen und Anwendungen geworden, die auch die wirtschaftliche Entwicklung vorangebracht haben.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Erdbeobachtung, Erforschung des Weltraums, Forschung unter Weltraumbedingungen, Klimawandel

Raumfahrtforschung ist vielfältig und leistet wichtige Beiträge zu Wissenschaftsfeldern wie zum Beispiel der Klimaforschung, der Physik, der Biologie, der Astronomie oder der Planetenforschung. Dabei erweitert sie unser Wissen und trägt zur Lösung globaler Herausforderungen der Gesellschaft bei, wie etwa zur Bewältigung des Klimawandels oder zur nachhaltigen Entwicklung, aber auch zur Mobilität und Gesundheit.

Raumfahrtforschung als Inspiration für alle Generationen

Darüber hinaus inspiriert Raumfahrt mehr denn je die junge Generation. "Die Grundlagenforschung wird vor allem von Neugier angetrieben. Aus den gewonnenen Erkenntnissen erwachsen auf lange Sicht immer wieder Anwendungen, die das Leben der Menschen spürbar verbessern - beispielsweise in der Sensortechnik, der Kommunikation und Navigation, im Umweltmonitoring und Management natürlicher Ressourcen, bei Solaranlagen und in der Datenprozessierung. Wie genau die Raumfahrtforschung als Inspirationsquelle für unsere moderne Wissensgesellschaft dient, zeigen die Forscherinnen und Forscher auf der ersten Nationalen Wissenschaftskonferenz hier in Bonn", betont Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, zu Beginn der ersten Nationalen Wissenschaftskonferenz "Science from Space", die am 27. und 28. September 2022 im Landesmuseum des LVR in Bonn stattfindet.

Raumfahrtforschung als Inspiration für die Wirtschaft

Grundlagenforschung mündet also in Technologie und in Anwendungen, die auch die Wirtschaft und Industrie voranbringen. Eine im Jahr 2019 von der Europäischen Weltraumorganisation ESA durchgeführte Studie hat gezeigt, dass bei Investitionen in Projekte der Grundlagenforschung im Bereich Erforschung des Weltraums anschließend ein Zuwachs von 60 Prozent der europäischen Wirtschaft an ökonomischem Nutzen zugutekommen. Eine für die Erdbeobachtung im gleichen Jahr durchgeführte Untersuchung ergab sogar einen Zuwachs um fast das Dreifache des ursprünglich investierten Geldes. "Beide Studien zeigen, dass durch Neugier getriebene Grundlagenforschung einen unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft hat. Dabei wird an deutschen Forschungsinstituten wie Universitäten, Max-Planck-, Leibnitz- oder DLR-Instituten durch die Entwicklung neuer wissenschaftlicher Instrumente und Satelliten für Weltraummissionen die technologische Kompetenz der deutschen Industrie ebenfalls vorangetrieben und damit der Hightech-Standort Deutschland gestärkt", betont Dr. Walther Pelzer. Das gilt insbesondere für Start-ups. In den letzten Jahren haben mehr und mehr junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise aus Astronomie oder Planetenforschung sowie Ingenieurinnen und Ingenieure im Bereich der Raumfahrttechnologie und -anwendung Unternehmen gegründet, um ihre erworbenen Fähigkeiten als Dienstleistung für einen breiten Kundenkreis anzubieten.

Raumfahrtforschung als Inspiration für den Nachwuchs

Die komplexen und anspruchsvollen Aufgaben bei der Beteiligung an Raumfahrtmissionen und wissenschaftlichen Raumfahrtprojekte können in der hochqualifizierten Ausbildung junger Fachkräfte in der Raumfahrtforschung münden. Einerseits stärkt dieser Nachwuchs die Wissenschaft selbst, indem diese Fachkräfte die Forschung weiter voranbringen und neue wissenschaftliche Horizonte eröffnen. Andererseits werden die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch die Raumfahrtprojekte auch für eine Karriere in der Wirtschaft oder der Industrie vorbereitet. "Dieser Nachwuchs wird an Raumfahrtprojekten arbeiten, von denen wir heute noch nicht wissen, ob sie überhaupt möglich sind, weil wir in der Raumfahrt immer an die Grenzen des technologisch Machbaren gehen. Das gilt heute für das James Webb Weltraumteleskop ebenso wie für die deutsche Umweltmission EnMAP, das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus, die Forschung auf der Internationalen Raumstation ISS oder unseren Weg in Richtung Mond, den wir Europäer gemeinsam mit Amerika im Artemis-Programm bestreiten. Auf morgen dürfen wir gespannt sein", erklärt Dr. Walther Pelzer.

Kontakt

Martin Fleischmann

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
Kommunikation & Presse
Königswinterer Str. 522-524, 53227 Bonn
Tel: +49 228 447-120