1. Oktober 2026 | Spatenstich für den Lausitz Science Park

DLR baut Cottbus zum starken Forschungs- und Innovationsstandort aus

  • Das DLR beteiligt sich am neuen Forschungscampus in Cottbus und wird mit den DLR-Instituten für Elektrifizierte Luftfahrtantriebe und für CO₂-arme Industrieprozesse vertreten sein.
  • Für die Lausitz entstehen neue Perspektiven für die wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung der Region.
  • Das Projekt ist Teil des Strukturwandels in der Lausitz und wird aus Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen gefördert.
  • Schwerpunkte: Luftfahrt, Energie

Mit dem gemeinsamen Spatenstich des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. und des IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik hat am 1. Oktober 2026 die Erschließung des neuen Forschungscampus in Cottbus begonnen. Der Campus baut die bestehenden Stärken des Forschungs- und Innovationsstandorts weiter aus und setzt wichtige Impulse für die wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Cottbus und der Lausitz.

„Der neue Forschungscampus bietet die Chance, die Stärken des Standorts noch enger miteinander zu verbinden und den Strukturwandel weiter erfolgreich umzusetzen. Das Zusammenspiel von anwendungsorientierter Forschung, akademischer Ausbildung und außeruniversitären Forschungseinrichtungen schafft Raum für neue Ideen und gemeinsame Impulse. Davon profitieren Cottbus und die Lausitz als Forschungs- und Innovationsstandort – und stärken zugleich ihre Sichtbarkeit und Bedeutung über die Region hinaus“, sagt Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR.

Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Land Brandenburg erklärt: „Mit dem neuen Campus gewinnt Cottbus als Forschungs- und Innovationsstandort weiter an Profil. Durch die Integration starker Partner – darunter die Fraunhofer-Gesellschaft, das IHP – Leibniz Institut, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie die BTU Cottbus-Senftenberg – entstehen hier hochmoderne Arbeitsplätze für die wichtigen Fragen unserer Zukunft: von der Energieinfrastruktur bis zu alternativen Antrieben.“

Auf dem rund 50.000 Quadratmeter großen Areal entsteht bis 2030 ein moderner Forschungscampus. Dieses Projekt ist gefördert durch den Bund aus Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen und kofinanziert aus Mitteln des Landes Brandenburg. Das DLR wird dort künftig mit zwei Instituten vertreten sein: dem Institut für Elektrifizierte Luftfahrtantriebe und dem Institut für CO₂-arme Industrieprozesse. Darüber hinaus werden sich das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik, das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme und die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien ansiedeln.

„Viele Fragen, an denen wir heute arbeiten, lassen sich innerhalb einer einzelnen Disziplin nicht mehr beantworten. Sensorsysteme für die Medizin etwa brauchen Mikroelektronik, Materialforschung und KI zugleich. Mit dem Neubau bringen wir diese Fächer unter ein Dach, direkt neben der BTU und unseren Partnern auf dem Campus. Was wir hier erforschen, soll in der Lausitz angewendet werden und wird wichtige Impulse für den Strukturwandel geben“, betont Prof. Dr.-Ing. Gerhard Kahmen, Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer des IHP.

„Der Spatenstich zum ersten Bauabschnitt markiert einen wichtigen Meilenstein für die weitere Entwicklung des Lausitz Science Park. Als zentraler Baustein des Strukturwandels wird er Forschungseinrichtungen sowie innovative kleine und mittlere Unternehmen zusammenbringen und Wissenschaft, Wirtschaft und Technologietransfer vor Ort noch enger verzahnen. Mit den Fraunhofer-Neubauten setzen wir wichtige Impulse für neue Arbeitsplätze, Innovationen und Wertschöpfung in der Region. Der Forschungscampus Cottbus trägt so dazu bei, die Lausitz als Zukunftsstandort für Energietechnologien, intelligente Mikrosysteme und industrielle Transformation weiter zu stärken“, sagt Prof. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Luftfahrt- und Energieforschung in Cottbus

Das 2019 gegründete DLR-Institut für CO₂-arme Industrieprozesse forscht an der Dekarbonisierung der Industrie. Dies ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende und das Erreichen der nationalen Klimaziele. Ein Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit Industriepartnern im Technologietransfer sowie auf Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen.

Das 2020 gegründete DLR-Institut für Elektrifizierte Luftfahrtantriebe erforscht innovative hybrid-elektrische und vollelektrische Luftfahrtantriebe. Die Forschenden entwickeln und erproben Schlüsseltechnologien und integrierte Antriebssysteme, untersuchen deren Umweltwirkungen und Lebensdauer und erarbeiten Strategien für ihren sicheren Betrieb. Mit diesem Profil arbeitet das Institut an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und Anwendung.

Forschung als Motor für Wachstum

Mit dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und der Unterstützung durch das Strukturstärkungsgesetz entstehen in der Lausitz neue Perspektiven für die wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung der Region.

Wo über Jahrzehnte die konventionelle Energiewirtschaft das wirtschaftliche Gesicht der Region geprägt hat, entsteht ein moderner Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort mit internationaler Perspektive. Neue Forschungsfelder, innovative Unternehmen und die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft schaffen qualifizierte und langfristig attraktive Arbeitsplätze. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für Ausbildung, Studium und berufliche Entwicklung.

Die Lausitz als attraktiver Lebens- und Arbeitsort

Von dieser Entwicklung profitieren auch die Menschen in der Region. Die Lausitz soll stärker zu einem Ort werden, an dem junge Menschen ihre Ausbildung oder ihr Studium beginnen, berufliche Perspektiven finden und langfristig ihre Zukunft aufbauen können. Attraktive Arbeitsplätze und Bildungsangebote tragen dazu bei, Fachkräfte in der Region zu halten, Absolventinnen und Absolventen nach Studium oder Ausbildung zurückzugewinnen und neue Talente für die Lausitz zu begeistern.

Damit der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort sein Potenzial entfalten kann, sind Investitionen in moderne Forschungsinfrastrukturen, Campusflächen und eine leistungsfähige Verkehrsanbindung entscheidend. Die räumliche Nähe von Forschung, Lehre und Wirtschaft erleichtert Kooperationen, beschleunigt den Transfer von Wissen in die Praxis und erhöht die Attraktivität des Standorts für innovative Unternehmen und Investitionen.

Die Forschungslandschaft wird damit zu einem wichtigen Bestandteil des Strukturwandels. Sie stärkt die wirtschaftliche Basis der Region, schafft neue Perspektiven für Fachkräfte und junge Menschen und trägt dazu bei, die Lausitz langfristig als innovativen, wettbewerbsfähigen und lebenswerten Standort zu etablieren.

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