Technologien aus Luft- und Raumfahrt für die humanitäre Hilfe



Weltweit sind immer mehr Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gründe dafür sind Krisen, Konflikte oder Naturkatastrophen, der Klimawandel ist dabei ein bestimmender Faktor. Häufig wird humanitäre Hilfe in einem schwierigen politischen Umfeld mit schlechter Sicherheitslage geleistet, noch dazu meist unter hohem Zeitdruck. Um Maßnahmen noch effektiver und nachhaltiger zu gestalten, suchen Hilfsorganisationen daher zunehmend technologische Unterstützung.
Notfallkartierungen im Krisenfall
Daten, die von satelliten- und flugzeuggestützten Sensoren ermittelt werden, und daraus abgeleitete ortsbezogene Informationen tragen dazu bei, humanitäre Notlagen besser einzuschätzen und Hilfseinsätze zu planen. Unser Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) im DLR liefert wertvolle Informationen für die schnelle Reaktion bei Schäden infolge von extremen humanitären Notlagen. Satellitendaten werden in kürzester Zeit aufgenommen, analysiert und zu bedarfsgerechten Karten weiterverarbeitet.
Wir engagieren uns in Programmen der Vereinten Nationen, beispielsweise im UN-SPIDER-Programm, um den Zugang zu Weltraumdaten zu verbessern, Katastrophen vorzubeugen und sie im Ereignisfall besser zu managen. Hierbei ist besonders die Stärkung lokaler Organisationen und Akteure zum Aufbau eigener Notfallkartierungskapazitäten und zur Selbsthilfe von Bedeutung. Seit vielen Jahren arbeiten wir eng mit nationalen Akteuren wie dem Technischen Hilfswerk (THW) oder I.S.A.R (International Search and Rescue Germany) zusammen. Die Echtzeitfunktionalität unserer MACS-Kamerasysteme ermöglicht es beispielsweise, ein Einsatzgebiet innerhalb weniger Minuten aus der Luft abzubilden.
Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ingenieurinnen und Ingenieure arbeiten, teils mit Unterstützung der Industrie, gemeinsam mit Hilfsorganisationen daran, neue Technologien und Strategien für eine bessere und effektivere humanitäre Hilfe weltweit zu entwickeln. Gemeinsam mit den Akteuren identifizieren sie weitere Bedarfe und Wissenslücken, die mit Hilfe von Technologien aus der Luft- und Raumfahrt abgedeckt werden können.

