1. Oktober 2026

Vom Forschungslabor in die Industrie: DLR-Ausgründung Entrox Systems bringt Edge-AI zur Marktreife

Entrox Systems Gründungsmitglied Sebastian Baur (DLR Institut für KI-Sicherheit)
  • Vier DLR-Wissenschaftler gründen mit Entrox Systems ein Start-up für Edge-AI-Vorhersagesoftware auf Basis von Reservoir Computing
  • Die Technologie basiert auf physik-inspirierten KI-Methoden, die am DLR erforscht wurden, und läuft direkt auf vorhandener Hardware – ganz ohne Cloud-Anbindung
  • Erster Pilotkunde setzt die Software als Soft-Sensor in einem künstlichen Herzen ein und berechnet damit lebenswichtige Messgrößen in Echtzeit
  • Zielgruppe sind vor allem Maschinen- und Anlagenbauer, die die Technologie direkt in ihre Produkte integrieren können

Kann Künstliche Intelligenz Herzen heilen? Das DLR-Start-up Entrox Systems arbeitet daran – zumindest indirekt. Die Ausgründung aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt Edge-AI-Vorhersagesoftware, die komplexe Berechnungen direkt auf vorhandener Hardware durchführt, ganz ohne leistungsstarke Server oder Cloud-Anbindung.

Von der Forschungsidee zur Gründung
Die Idee zur Ausgründung entstand bei Maschinenbauingenieur Tamon Nakano. Gemeinsam mit den Physikern Daniel Köglmayr, Sebastian Baur und Christoph Räth forschte er am DLR zu physik-inspirierten KI-Methoden. 2026 gründete das Team gemeinsam Entrox Systems.
Ein Beispiel dafür, wie aus DLR-Forschung marktfähige Technologie entsteht.

Das Problem: KI braucht meist Rechenzentren
KI-Anwendungen benötigen üblicherweise große, rechenintensive Modelle, eine stabile Cloud-Anbindung und viel Energie. Das wird immer dann zum Problem, wenn keine verlässliche Internetverbindung besteht, Maschinen in Echtzeit entscheiden müssen oder sensible Daten das System nicht verlassen dürfen.

Die Lösung: Edge AI ohne teure Server
Genau hier setzt Entrox Systems an: Das Team hat eine lokale KI-Anwendung entwickelt, die diese Probleme löst. Kundinnen und Kunden benötigen dafür keine zusätzlichen, kostspieligen Server – die Software läuft auf der Hardware, die ohnehin schon im Einsatz ist. Das spart Energie, Kosten und Platz.

Erster Einsatz: Soft-Sensor im künstlichen Herzen
Besonders anschaulich zeigt sich das Potenzial beim ersten Pilotkunden: Dort kommt die KI als Soft-Sensor in einem künstlichen Herzen zum Einsatz und berechnet lebenswichtige Messgrößen direkt im Gerät in Echtzeit. Weder ein komplettes KI-Rechenzentrum noch eine Cloud-Anbindung mit den entsprechenden Latenzen wären in dieser Anwendung praktikabel – Entrox‘ Edge-AI-Ansatz ist hier praktisch alternativlos.

Perspektivisch richtet sich Entrox Systems vor allem an Maschinen- und Anlagenbauer, die die Soft-Sensoren direkt in ihre Produkte integrieren und so intelligentere Maschinen ausliefern können, ganz ohne zusätzliche Hardware.

Mehr zu den Anwendungsfeldern und zum Transfer aus der DLR-Forschung gibt es bei DLR Innovation & Transfer sowie auf der Website von Entrox Systems.