Modulare Mobilität: Ein Fahrzeug für alle Transportaufgaben
Das Projekt IMoGer (Innovative Modulare Mobilität Made in Germany) hat das Ziel, ein neues Mobilitätsangebot für den automatisierten Personen- und Gütertransport zu entwickeln. Dieses Mobilitätsangebot soll den öffentlichen Nahverkehr zu Stoßzeiten entlasten und zwischen den Stoßzeiten neue, innovative Formen des Paket- und Warentransports anbieten – und das alles ganz autonom ohne menschlichen Fahrer. Das Angebot basiert auf dem modularen Fahrzeugkonzept U-Shift (siehe Abbildung 1). Es wird im Stadtteil „Schwarzer Berg“ in Braunschweig im praktischen Betrieb eingesetzt. Dort wird es so weiterentwickelt, dass das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt das Produkt kommerziell lizenzieren kann. Nach Projektende soll das System für den kombinierten Betrieb vom öffentlichem Personen- und Güterverkehr übernommen werden.
Modulares Fahrzeug
Das U-Shift als Minibus (vorne), als Warentransporter (hinten) zusammen mit der alleinstehenden Personenkapsel (Mitte)
Das vom DLR entwickelte, modulare und automatisierte Fahrzeugkonzept U-Shift besteht aus einer Fahrplattform sowie austauschbaren Personen- und Gütermodulen. Im Projekt IMoGer wird eine Kleinflotte von neun U-Shift-Einheiten aufgebaut – bestehend aus drei universellen Antriebsplattformen und sechs spezialisierten Kapseln. Diese Flotte soll erstmals als fahrerloses, barrierefreies Mobilitätsangebot im Braunschweiger Stadtteil „Schwarzer Berg“ im Erprobungsbetrieb eingesetzt und offiziell zugelassen werden.
Zur Steuerung der Kleinflotte wird ein Leitstand für Teleoperation und technische Überwachung eingerichtet. Die Fahrzeuge und Automationsfunktionen, die in Deutschland entwickelt wurden, erhalten eine Zulassung für den Betrieb im öffentlichen Verkehr. Dabei wird die Steuerung der Verkehrsinfrastruktur, inklusive der Kreuzungen, intelligent in das System integriert.
Die U-Shift Fahrzeuge werden mit den Dispositions- und Betriebsleitsystemen des öffentlichen Nahverkehrsunternehmens Braunschweiger Verkehrs-GmbH sowie des Logistikdienstleisters United Parcel Service vernetzt. So unterstützt die Kleinflotte flexible Mobilitätsdienstleistungen für Personen- und Güterverkehr gleichermaßen und nutzt dabei Synergien zwischen den beiden Verkehrsträgern.
Mit sechs Kapseln deckt die Kleinflotte typische Transportaufkommen ab und verfügt gleichzeitig über eine betriebliche Reserve. So lassen sich wichtige Fragen zu Interoperabilität, Skalierbarkeit und Übertragbarkeit des Systems umfassend klären (siehe Abbildung 2).
IMoGer Gesamtsystem
IMoGer nutzt ein modulares, autonomes Fahrzeug für den Personentransport, Gütertransport und für die Verteilung von mobilen Paketstationen. Eine technische Aufsicht und die Unterstützung durch die Infrastruktur sorgen für einen sicheren Ablauf.
Das DLR Institut für KI-Sicherheit erstellt für das Projekt die Security Argumentation. Diese ist wichtig um sicherzustellen, dass niemand die Fahrzeuge oder die damit verknüpften IT-Systeme auf digitaler Ebene manipulieren kann. Dafür sammelt das Institut die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen, analysiert das IMoGer System daraufhin und informiert die Entwicklungsteams über notwendige Änderungen. Nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten stellt das Institut sicher, dass alle gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen an die IT-Sicherheit des Gesamtsystems erfüllt sind.
Im Projekt sind die Unternehmen Motor Ai GmbH, DiMOS Operations GmbH und VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH als Industriepartner vertreten. Bei der praktischen Umsetzung und Einführung der entwickelten Lösungen im realen Verkehr werden das Projektteam von der Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) sowie UPS Deutschland S.à.r.l. & Co. OHG (UPS) unterstützt. Als assoziierte Partner wirken zudem die Stadt Braunschweig und der Regionalverband Großraum Braunschweig mit.
Das Vorhaben erstreckt sich von Dezember 2024 bis Dezember 2027 und verfügt über ein Gesamtbudget von 39,2 Millionen Euro. Davon werden 35,5 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert.