EREA Best Paper Award für Studie zur Vermeidung von Kondensstreifen

2025 JLM
- EREA Best Paper Award 2025 – 3. Platz
- Studie zur Reduzierung kondensstreifeninduzierter Klimawirkungen
- Nordatlantik-Flugnetz im Fokus
Auszeichnung für exzellente Luftverkehrsforschung
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DLR-Instituts für Luftverkehr sind beim EREA Annual Event 2025 in Brüssel mit dem 3. Platz des EREA Best Paper Awards ausgezeichnet worden. Prämiert wurde ein wissenschaftliches Paper von Katrin Kölker, Zarah Lea Zengerling, Dr. Markus Kühlen, Klaus Lütjens und Dr. Florian Linke, das sich mit den betrieblichen und netzwerkweiten Auswirkungen der Kondensstreifenvermeidung im Luftverkehr durch zeitliche Verschiebungen von Flügen befasst.
Kondensstreifen vermeiden – aber mit System
Das ausgezeichnete Paper mit dem Titel „Assessing the impact of contrail avoidance through rescheduling on airline network flows: A case study of North Atlantic flights“1 ist 2024 in der Fachzeitschrift Transportation Research Part A: Policy and Practice erschienen. Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, wie sich zeitliche Verschiebungen von Flügen zur Reduzierung kondensstreifeninduzierter Klimaeffekte auf die komplexen Airline-Netzwerke auswirken. Analysiert wurden Nordatlantik-Flüge, bei denen durch gezielte Anpassungen der Abflugzeiten die klimawirksame Bildung von Kondensstreifen deutlich reduziert werden kann.
Netzwerkeffekte ganzheitlich analysiert
Die Forschenden entwickelten ein detailliertes Optimierungsmodell für Airline-Netzwerke, das neben Langstreckenflügen auch Zubringerverkehre und Umsteigepassagiere berücksichtigt. So konnten die weitreichenden Folgen von Flugplanänderungen systematisch bewertet werden – unter anderem in Bezug auf:
- Konnektivität und Erreichbarkeit im Netzwerk,
- Flotteneinsatz und Umlaufplanung,
- Robustheit gegenüber Störungen,
- Verschiebungen der Passagiernachfrage.
Untersucht wurden verschiedene Nachfrage- und Anpassungsszenarien, um aufzuzeigen, inwieweit Fluggesellschaften negative Effekte durch interne Netzwerkreaktionen teilweise kompensieren können.
Beitrag zur klimaverträglichen Luftfahrt
Die Ergebnisse zeigen: Selbst moderate zeitliche Anpassungen weniger Flüge können eine deutliche Reduktion der klimawirksamen Kondensstreifen erzielen – bei gleichzeitig beherrschbaren betrieblichen Auswirkungen. Damit liefert die Studie einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur Frage, wie operative Maßnahmen kurzfristig zur Klimawirkungsreduktion im Luftverkehr eingesetzt werden können.
EREA Best Paper Award
Die Association of European Research Establishments in Aeronautics (EREA) ist ein Zusammenschluss führender europäischer Forschungseinrichtungen im Bereich Luftfahrt, darunter das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Gegründet wurde die EREA 1994, um die europäische Zusammenarbeit in Forschung und Innovation zu stärken und gemeinsame Antworten auf die wachsenden Herausforderungen eines integrierten europäischen Luftverkehrssystems zu entwickeln.
Der EREA Best Paper Award würdigt jährlich herausragende wissenschaftliche Publikationen im Bereich der Luftfahrtforschung. Die Autorinnen und Autoren der drei besten Arbeiten werden zum Annual Event nach Brüssel eingeladen und stellen ihre Forschung dort vor.
1 Kölker, K., Zengerling, Z., Kühlen, M., Lütjens, K., Linke, F. (2024). „Assessing the impact of contrail avoidance through rescheduling on airline network flows: A case study of North Atlantic flights“. Transportation Research Part A: Policy and Practice. Volume 187, September 2024, 104155.