6. Dezember 2019
Modularisierung on the road

Futuristisches Fahrzeugkonzept U-Shift eröffnet neue Wege für urbane Mobilität und Logistik

Futuristisches Fahrzeugkonzept U-Shift
Futuristisches Fahrzeugkonzept U-Shift
Bild 1/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Futuristisches Fahrzeugkonzept U-Shift

Das Konzept U-Shift trennt das Fahrzeug in eine Antriebs- und eine Nutzeinheit.

Cargo-Version des U-Shift-Konzepts
Cargo-Version des U-Shift-Konzepts
Bild 2/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

Cargo-Version des U-Shift-Konzepts

Im Cargo-Bereich lässt sich das U-Shift-Konzept zum Beispiel für Paket- und Lieferdienste, für die Abfallentsorgung oder als mobiles Ladengeschäft einsetzen.

U-Shift-Konzept als People Mover
U-Shift-Konzept als People Mover
Bild 3/3, Credit: DLR (CC-BY 3.0).

U-Shift-Konzept als People Mover

Als People Mover kann U-Shift im öffentlichen Nahverkehr zum Einsatz kommen, beispielsweise als flexibles Rufbussystem oder für den Tür-zu-Tür-Transport.

  • Das Konzept U-Shift trennt das Fahrzeug in eine Antriebs- und eine Nutzeinheit.
  • Ein U-förmiges Fahrgestell beinhaltet alle technischen Komponenten und Systeme für autonomes, elektrisches Fahren. Die Nutzeinheit ist für eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten im Personen- und Gütertransport ausgelegt.
  • Diese Trennung ermöglicht eine Vielzahl innovativer Fahrzeugvarianten und Geschäftsmodelle im Bereich der urbanen Mobilität von morgen.
  • Schwerpunkte: Verkehr, intelligente Mobilität

Mit dem futuristischen Fahrzeugkonzept U-Shift gehen die Verkehrsforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) neue Wege, um die urbane Mobilität von morgen nachhaltiger, effizienter und komfortabler zu gestalten. Das zentrale Merkmal von U-Shift ist die Trennung von Fahrzeug und Raum für Personen und Güter. Dies ermöglicht eine ganz neue Art der Modularisierung direkt auf der Straße und damit eine Vielzahl innovativer Fahrzeugvarianten und Geschäftsmodelle. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau fördert das Projekt mit rund zwei Millionen Euro. „Autonome, fahrerlose, elektrische Fahrzeugkonzepte ermöglichen eine ganz andere Art der Mobilität, neue Produkte und Geschäftsmodelle sowie die bessere Verbindung verschiedener Mobilitätslösungen und Verkehrsträger. Konzepte wie dieses bieten fundamental neue Ansätze und damit Potenziale für innovative Lösungen made in Baden-Württemberg“, sagte die Landeswirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Kombination von Driveboard und Kapsel sorgt für große Flexibilität

Ein U-förmiges Fahrgestell, das Driveboard, beinhaltet alle technischen Komponenten und Systeme, die zum autonomen, elektrischen Fahren notwendig sind. „Dazu gehören der elektrische Antrieb, das Fahrwerk, die Sensoren für den fahrerlosen Betrieb, Batterie- oder Brennstoffzellensysteme als Energielieferanten sowie die entsprechenden Lade- beziehungsweise Betankungskomponenten“, beschreibt Jürgen Weimer, DLR-Projektleiter von U-Shift und Forscher am DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte in Stuttgart. Mit dem ebenfalls im Driveboard integrierten Hebesystem kann die Nutzeinheit einfach und schnell nach dem Prinzip Plug-and-drive ausgetauscht werden.

Die Nutzeinheit oder Kapsel ist leicht, flexibel und für eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten im Personen- und Gütertransport ausgelegt. Als People Mover kann U-Shift im öffentlichen Nahverkehr zum Einsatz kommen, beispielsweise als flexibles Rufbussystem in Stadtgebieten, die noch nicht flächendeckend erschlossen sind oder für den Tür-zu-Tür-Transport in Innenstädten. Im Wirtschaftsverkehr sind Einsätze im Bereich von Paket- und Lieferdiensten, Abfallentsorgung bis hin zu mobilen Ladengeschäften denkbar. Aufgrund der hohen Standardisierung lassen sich die Kapseln auch einfach auf andere Verkehrsträger umladen – neben der Schiene in Zukunft zum Beispiel auf Lufttaxis oder Seilbahnen.

Mobilitätsanforderungen geschickt, effizient und nachhaltig lösen

„Im Driveboard steckt die ganze Hightech, die Kapseln sind dagegen relativ einfach gehalten und nur mit den absolut notwendigen technischen Systemen versehen. Sie können leicht und kosteneffizient produziert werden“, erklärt DLR-Forscher Jürgen Weimer. „Deshalb gilt es, das kostenintensive Driveboard möglichst gut auszulasten. Im Optimalfall sind die fahrerlosen Driveboards rund um die Uhr unterwegs. Dieser Dauereinsatz stellt natürlich besonders hohe Ansprüche an Strukturen und Komponenten“, so Weimer weiter. Waren und Pakte können zum Beispiel auch nachts ausgeliefert werden. Auf diese Weise lässt sich die Verkehrsbelastung gleichmäßiger verteilen und besser steuern.

Bis Mitte nächstes Jahr wollen die DLR-Forscher gemeinsam mit ihren Partnern am Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS), am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und an der Universität Ulm ein erstes Modell (Mock-Up) des Fahrzeugs in voller Größe aufbauen. Anhand dieses Modells sollen mögliche Geschäftsfelder, Nutzererfahrungen sowie Betreiber- und Sharing-Modelle untersucht und diskutiert werden.

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  • Dr.-Ing. Tjark Siefkes
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  • Jürgen Weimer
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

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