5. März 2021

DLR-For­schungs­ob­ser­va­to­ri­um er­hält Te­le­skop und Kup­pel

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Montage des Teleskops
Mon­ta­ge des Te­le­skops
Bild 1/7, Credit: DLR/ErimGiresunlu

Montage des Teleskops

Nach dem He­ben der Kup­pel folg­te das Spe­zi­al­te­le­skop in zwei Tei­len.
Montage der Kuppel
Mon­ta­ge der Kup­pel
Bild 2/7, Credit: DLR/FrankEppler

Montage der Kuppel

Die Kup­pel ist auf Rol­len ge­la­gert und be­wegt sich mit dem Te­le­skop mit.
Ungewöhnliche Last am Haken
Un­ge­wöhn­li­che Last am Ha­ken
Bild 3/7, Credit: DLR/FrankEppler

Ungewöhnliche Last am Haken

Ein Spe­zi­al­kran hob die Kup­pel auf den zehn Me­ter ho­hen Roh­bau.
Fast geschafft - Das Teleskop in seinem neuen Zuhause
Fast ge­schafft - Das Te­le­skop in sei­nem neu­en Zu­hau­se
Bild 4/7, Credit: DLR/FrankEppler

Fast geschafft - Das Teleskop in seinem neuen Zuhause

Das DLR-For­schungs­te­le­skop ist si­cher in der Kup­pel an­ge­kom­men und wird mon­tiert.
Präzisionsarbeit im Team bei der Montage des Teleskops
Prä­zi­si­ons­ar­beit im Team bei der Mon­ta­ge des Te­le­skops
Bild 5/7, Credit: DLR/FrankEppler

Präzisionsarbeit im Team bei der Montage des Teleskops

Punkt­ge­naue Team-Ar­beit beim An­he­ben, Auf­set­zen und Mon­tie­ren des Te­le­skops.
Aufbau des Observatoriums im Überblick
Auf­bau des Ob­ser­va­to­ri­ums im Über­blick
Bild 6/7, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Aufbau des Observatoriums im Überblick

Mit ei­nem 1,75 Me­ter großen Haupt­spie­gel ge­hört das For­schungs­te­le­skop zu den größ­ten sei­ner Art in Eu­ro­pa.
Weltraumschrott: Gefahr für die Raumfahrt
Welt­raum­schrott: Ge­fahr für die Raum­fahrt
Bild 7/7, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Weltraumschrott: Gefahr für die Raumfahrt

Vor al­lem in nied­ri­gen Er­dor­bit wird es voll.
  • Bau des DLR-Forschungsobservatorium auf dem Innovationscampus Empfingen schreitet voran.
  • Kuppel und Teleskop sind mit einem Spezialkran auf den Rohbau gehoben und montiert worden.
  • Im Fokus des Projekts steht das sehr schnelle und präzise Bestimmen der Flugbahn und Beschaffenheit von Objekten in erdnahen Umlaufbahnen.
  • Diese Daten sind elementar, um Zusammenstöße von Satelliten mit Weltraumschrott zu vermeiden.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Sicherheit, Lasertechnologie, Weltraumschrott

Auf dem Innovationscampus Empfingen baut das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein neues Forschungsobservatorium. Mit seiner Hilfe will das DLR-Institut für Technische Physik die Flugbahn und Beschaffenheit von Objekten in erdnahen Umlaufbahnen möglichst schnell, präzise und zuverlässig bestimmen. Nur so lassen sich Zusammenstöße, zum Beispiel von Weltraumschrott mit Satelliten, vermeiden. Am 3. und 4. März 2021 sind die Bauarbeiten einen entscheidenden Schritt vorangekommen: Ein Spezialkran hob zunächst die Kuppel auf den zehn Meter hohen zylinderförmigen Rohbau. Die Kuppel ist fünf Meter hoch, hat einen Durchmesser von 7,5 Metern und wiegt rund fünf Tonnen. Sie wurde am Boden vormontiert, als Ganzes hochgehoben und befestigt. Dann folgte in zwei Etappen das Herzstück des Projektes: das eigens angefertigte Teleskop mit einem Gewicht von 6,5 Tonnen.

Präzision beim Bau und für zukünftige Messungen

„Für uns war heute ein sehr spannender Tag, live bei diesem wichtigen Schritt für den Aufbau des Forschungsobservatoriums dabei zu sein. Beim Anheben, Aufsetzen und Montieren von Kuppel und Teleskop haben unsere Partner punktgenaue Arbeit geleistet. So kann diese einmalige Hightech-Anlage bald dem Weltraumschrott auf die Spur gehen. Auch hier ist extreme Präzisionsarbeit gefragt“, betont Prof. Thomas Dekorsy, Direktor des DLR-Instituts für Technische Physik.

In­ter­view mit Prof. Tho­mas De­kor­sy, DLR-In­sti­tut für Tech­ni­sche Phy­sik
Prof. Tho­mas De­kor­sy ist Lei­ter des In­sti­tuts für Tech­ni­sche Phy­sik am DLR-Stand­ort Stutt­gart und be­glei­te­te die Mon­ta­ge des neu­en Te­le­skops vor Ort am In­no­va­ti­ons­cam­pus Emp­fin­gen.

Einzigartige Forschungs- und Entwicklungsstation für Detektion von Weltraumschrott

Bei der Kuppel handelt es sich um einen sogenannten Schlitzdom. Dieser dreht sich synchron mit dem Teleskop und öffnet sich jeweils nur für rund zwei Meter in die jeweilige Blickrichtung. Dazu ist die Kuppel auf Rollen gelagert und wird mit einem Motor angetrieben. Das optische Großteleskop verfügt über drei Spiegel. Der größte davon hat einen Durchmesser von 1,75 Metern. Damit gehört das Forschungsteleskop zu den größten seiner Art in Europa. Zudem lässt es sich mit bis zu sechs Grad pro Sekunde drehen. Diese hohe „Nachführgeschwindigkeit“ in Kombination mit einem großen Primärspiegel ist technologisch nicht einfach zu realisieren. Beides zusammen ist aber notwendig, um einen möglichst großen Bereich des Himmels zu betrachten und Objekte, die bis zu zehn Zentimeter klein sind und sich mit 28.000 Kilometer pro Stunde bewegen, gleichzeitig erfassen, orten und bestimmen zu können.

Die Spezialfirma Astro Systeme Austria (ASA) hat als Generalunternehmer Teleskop und Gebäude geplant und gefertigt. Für die Kuppel unterstützte die italienische Baufirma Gambato, die auf astronomische Gebäude spezialisiert ist. Die Außenstruktur und das Teleskop haben jeweils ein eigenes Fundament und einen eigenen Sockel. So steht das Teleskop möglichst stabil, Vibrationen und Windlasten werden nicht übertragen. Im Inneren des Teleskop-Sockels befindet sich außerdem eine spezielle Röhre, ein sogenannter Coudé-Pfad. So kann das DLR-Team spezielle Laser in das System integrieren und mittels „Laser-Ranging“ die Entfernung von Objekten in erdnahen Umlaufbahnen sehr genau bestimmen. Mit den Daten können mögliche Kollisionen von Satelliten genauer vorhergesagt und Ausweichmanöver besser geplant werden. Diese Arbeiten tragen zur sicheren Nutzung des Weltraums bei und werden von der Programmkoordination Sicherheit im DLR unterstützt.

Doch zunächst gilt es, in den nächsten Monaten das Observatorium Schritt für Schritt fertig zu stellen und in Betrieb zu nehmen. Das „erste Licht“ wird das Teleskop in den nächsten Wochen empfangen. Wichtiger ist aber für die DLR-Forschenden der sogenannte „Site Acceptance Test“: ein Abnahmetest, bei dem das Teleskop die volle Funktionsfähigkeit nachweisen muss. Dazu werden die Flugbahnen von zehn Objekten, wie Satelliten, im niedrigen Erdorbit mit möglichst hoher Präzision vermessen. Die offizielle Einweihung ist für den Herbst 2021 geplant. Die Investitionssumme von rund 2,5 Millionen Euro stammt aus Mitteln des DLR und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

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