6. Oktober 2021
Emissionsfreies Fliegen

Brenn­stoff­zel­len für die Luft­fahrt – Spa­ten­stich für Test­feld BA­LIS in Emp­fin­gen

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Luftfahrt, Energie
Spatenstich fürs Testfeld BALIS auf dem Innovationscampus Empfingen
Spa­ten­stich fürs Test­feld BA­LIS auf dem In­no­va­ti­ons­cam­pus Emp­fin­gen
Bild 1/2, Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten

Spatenstich fürs Testfeld BALIS auf dem Innovationscampus Empfingen

Start­schuss für ein­zig­ar­ti­ge For­schung am 6. Ok­to­ber 2021 mit dem Spa­ten­stich. Von links nach rechts: To­bi­as Kö­nig, Na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­ti­on Was­ser­stoff- und Brenn­stoff­zel­len­tech­no­lo­gie (NOW); Prof. Dr.-Ing. Kars­ten Lem­mer, Mit­glied des DLR-Vor­stands und ver­ant­wort­lich für In­no­va­ti­on, Trans­fer und wis­sen­schaft­li­che In­fra­struk­tu­ren; Prof. Dr. An­dré Thess, Di­rek­tor des DLR-In­sti­tuts für Tech­ni­sche Ther­mo­dy­na­mik; Stef­fen Bil­ger, Par­la­men­ta­ri­scher Staats­se­kre­tär beim Bun­des­mi­nis­ter für Ver­kehr und di­gi­ta­le In­fra­struk­tur; Dr. Ste­fan Ru­di, Pro­jekt­trä­ger Jü­lich.
Testfeld BALIS
Test­feld BA­LIS
Bild 2/2, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Testfeld BALIS

Sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung des BA­LIS-Test­felds zur Ent­wick­lung von Brenn­stoff­zel­len für die Luft­fahrt
  • Das DLR baut im Projekt BALIS ein einmaliges Testfeld auf. Mit seiner Hilfe sollen Brennstoffzellen-Antriebe für verschiedene Verkehrsträger entwickelt und getestet werden.
  • Im Fokus stehen Brennstoffzellen mit einer Leistung von rund 1,5 Megawatt.
  • Der Spatenstich für das Testfeld BALIS fand am 6. Oktober 2021 auf dem Innovationscampus Empfingen statt.
  • Die Inbetriebnahme beginnt voraussichtlich im Herbst 2022.
  • Schwerpunkte: Verkehr, Luftfahrt, Energie, Wasserstoff, Emissionsfreies Fliegen, Brennstoffzellen-Technologie

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) baut auf dem Innovationscampus Empfingen im Nordschwarzwald ein weltweit einzigartiges Testfeld auf, um Brennstoffzellen-Antriebe für unterschiedliche Verkehrsträger, unter anderem für Flugzeuge, zu entwickeln und zu erproben. Der Spatenstich für die Anlage fand am 6. Oktober 2021 gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Industrie statt.

Neue Generation von Brennstoffzellen-Systemen ermöglichen emissionsfreies Abheben

Im Fokus des vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik verantworteten Projekts BALISstehen Brennstoffzellen-Systeme mit einer Leistung von rund 1,5 Megawatt. Damit ließe sich in der Zukunft zum Beispiel ein Regionalflugzeug mit 40 bis 60 Sitzen und einer Reichweite von 1.000 Kilometern realisieren. Die komplexe BALIS-Testinfrastruktur bildet das notwendige Gesamtsystem ab, also die komplette Hardware und die notwendige Infrastruktur. Dazu gehören das Brennstoffzellensystem selbst, die Wasserstofftanks, Elektromotoren sowie die Steuerungs- und Regelungstechnik. Das Testfeld ermöglicht damit Forschungs- und Entwicklungsarbeiten unter den unterschiedlichsten geltenden Rahmenbedingungen, Anforderungen und Richtlinien. Zusätzlich zum Aufbau und Betrieb des Testfelds entwickelt und testet das DLR im BALIS-Projekt auch ein eigenes solches Brennstoffzellensystem.

„Der heutige Spatenstich legt die Grundlage für ein höchst innovatives Testfeld, das die Entwicklung zentraler Komponenten einer emissionsfreien Luftfahrt erlauben wird. Das macht BALIS zu einem ganz besonderen Projekt und zu einem wichtigen Schritt hin zur kommerziellen Personenluftfahrt mit Wasserstoff und Brennstoffzelle“, erläuterte Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

„Die Brennstoffzelle ist eine wichtige Technologie, um emissionsfreies Fliegen zu ermöglichen. Mit dem BALIS-Testfeld entsteht eine einmalige Infrastruktur, um Flugzeuge mit dieser Technologie weiter zu entwickeln“, sagte Prof. Dr.-Ing. Karsten Lemmer, Mitglied des DLR-Vorstands und verantwortlich für Innovation, Transfer und wissenschaftliche Infrastrukturen. „Schon jetzt ist das Interesse aus der Wirtschaft groß und wir stehen dazu im Austausch mit großen Flugzeugbauern, Start-ups sowie den Herstellern von Komponenten im Bereich Brennstoffzelle, Elektromotor, Wasserstofftanks und Leistungselektronik.“

Erste Forschungsprojekte ab 2023, Test kompletter Antriebssysteme ab 2024/25

Das Testfeld entsteht auf einer unbebauten Fläche von rund 2.000 Quadratmetern auf dem Innovationscampus Empfingen. Es setzt sich aus sieben speziell entworfenen und instrumentierten Labor-Containern zusammen. Die Inbetriebnahme der Forschungsinfrastruktur beginnt voraussichtlich im Herbst 2022 und dauert rund neun Monate. Teilbereiche der Anlage, vor allem in den Bereichen Brennstoffzelle und Elektromotoren, werden nach derzeitiger Planung bereits zu Jahresbeginn 2023 für erste Forschungs- und Entwicklungsprojekte einsatzbereit sein. Der Test von kompletten Antrieben wird ab 2024/2025 möglich sein. Rund eine Handvoll wissenschaftlicher und technischer Mitarbeitenden des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik werden konstant vor Ort sein, um die Anlage aufzubauen und zu betreiben.

„Der Innovationscampus bietet beste Bedingungen, um die Anlage schnell umzusetzen und die damit verknüpften Forschungsthemen weiterzuentwickeln. Dazu kommen das großzügigen Raumangebot, die gute und ausbaufähige Infrastruktur sowie die einfache Erreichbarkeit vom Standort des Instituts in Stuttgart aus“, fasst Prof. Dr. André Thess, Direktor des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik, die Faktoren für die Ansiedlung des Testfelds in Empfingen zusammen. Das DLR ist auf dem Innovationscampus bereits mit der Ausgründung msquare vertreten sowie einem Forschungsobservatorium, das im Frühjahr 2022 eröffnet werden soll.

Finanzierung und Koordination des Projekts BALIS:

Das Projekt BALIS wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) mit 26 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert und über den Energie- und Klimafonds finanziert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW (Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie) koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

Kontakt
  • Denise Nüssle
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