7. Oktober 2021
Das richtige Material für jede Anwendung

DLR-Wis­sen­schaft­ler grün­den Un­ter­neh­men zur Ma­te­ri­al­re­cher­che

Die beiden Gründer des Projekts Exomatter, Friedemann Call (links) und Josua Vieten (rechts).
Die bei­den Grün­der des Pro­jekts Exo­mat­ter, Frie­de­mann Call (links) und Jo­sua Vie­ten (rechts).
Credit: Team Schnurrbart 2021

Die beiden Gründer des Projekts Exomatter, Friedemann Call (links) und Josua Vieten (rechts).

Die bei­den Grün­der des Pro­jekts Exo­mat­ter, Frie­de­mann Call (links) und Jo­sua Vie­ten (rechts).
  • DLR Wissenschaftler entwickeln datenbankbasierte Materialrecherche.
  • Teilnahme der Ausgründung am Gründungswettbewerb des BMWi.
  • Schwerpunkte: Technologietransfer, Energie, Werkstoffe

Die Suche nach geeigneten Materialien wird in Zukunft einfacher. Zwei Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) werden mit Unterstützung des DLR-Technologiemarketings und der Helmholtz-Gemeinschaft eine eigene Firma gründen, die Kunden über eine Online-Datenbank die Suche nach passenden Materialien für ihre Anwendung erleichtert.

Das Tempo von Neuentwicklungen und Innovationen nimmt international immer weiter zu. Bei diesen Entwicklungen den Überblick zu behalten, wird zeitgleich immer schwieriger. Aus dieser Situation heraus entstand die Idee für das Projekt „ExoMatter“. Hinter dem Namen verbirgt sich eine datenbasierte Dienstleistung zur Zusammenstellung chemischer und physikalischer Eigenschaften verschiedenster Materialien in einer Datenbank, so dass der Anwender über ein Dashboard einen schnellen Überblick über die in Frage kommenden Materialien erhält. Im Fokus stehen dabei anorganische Feststoffe.

Nachhaltige Materialien

Zusätzlich erhalten die Unternehmen auch Informationen zur Nachhaltigkeit sowie zu den Kosten der Rohstoffe. Dadurch können direkt in der Entwicklung die Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit berücksichtigt werden. Ein Ranking, das eine Vielzahl von physikalischen, chemischen, Nachhaltigkeits- und wirtschaftlichen Kriterien einbezieht, kann auf die Anforderungen der Unternehmen individuell angepasst werden.

„In den Forschungsabteilungen vieler Unternehmen, vor allem auch im deutschen Mittelstand, werden digitale Materialentwicklungsmethoden bisher kaum genutzt, da die technischen und personellen Ressourcen fehlen“, sagt Dr. Josua Vieten vom Projektteam Exomatter. „Wir schließen diese Lücke und helfen Kunden, die besten Materialien für ihre Anwendung zu finden. Dabei kommt es vor allem auch darauf an, nicht nur wissenschaftliche Daten aufzuzeigen, sondern auch Kosten und Nachhaltigkeit der Materialien zu berücksichtigen. Damit schaffen wir einen echten wirtschaftlichen Nutzen.“

Seit September 2021 hat das Team auch seinen ersten Pilotpartner: die niederländische Firma Carbyon, die sich mit der Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre beschäftigt. Das CO2 soll mittels eines chemischen Prozesses aus der Luft entnommen werden, wodurch der klimaschädliche CO2 -Anteil in der Luft reduziert wird. Die Energie für diesen Prozess wird durch erneuerbare Energien bereitgestellt.

Das DLR-Institut für Future Fuels, an dem die Ideengeber des Projektes angestellt sind, erforscht ebenfalls Materialien für die Nutzung erneuerbarer Energien. Somit ist der erste Partner von „ExoMatter“ absolut passend für die Ausgründung der beiden Materialwissenschaftler Dr. Josua Vieten und Dr. Friedemann Call, die sich schon während Ihrer Doktorarbeit am DLR mit Materialien für solarthermische Prozesse zur Nutzung von CO2 und Herstellung von Wasserstoff beschäftigt haben.

In Kooperation mit dem kalifornischen Lawrence Berkeley National Laboratory entwickelte Josua Vieten außerdem im Rahmen seiner Promotion bereits 2017-2018 eine Suchmaschine zur Materialrecherche, die theoretische und praktische Informationen vereint. Die Idee für „ExoMatter“ stammt aus dieser Zeit und nimmt den Grundgedanken der digitalisierten Materialentwicklung wieder auf.

Beim Gründungswettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) konnte die DLR-Ausgründung bereits vom Nutzen ihres Konzepts überzeugen, kam unter die 50 bestplatzierten Unternehmen und wurde nun für die nächste Runde des Wettbewerbs nominiert.

Kontakt
  • Michel Winand
    Kom­mu­ni­ka­ti­on Köln, Bonn, Jü­lich, Aa­chen, Rhein­bach und Sankt Au­gus­tin
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)

    Po­li­tik­be­zie­hun­gen und Kom­mu­ni­ka­ti­on
    Telefon: +49 2203 601-2144
    Linder Höhe
    51147 Köln
    Kontaktieren
  • Josua Vieten
    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    In­sti­tut für Fu­ture Fuels
    So­la­re Ver­fah­rens­tech­nik
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