13. April 2022
Laserbasierte Detektion von Weltraumschrott

DLR-For­schungs­ob­ser­va­to­ri­um trägt den Na­men Jo­han­nes Kep­ler

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Raumfahrt, Sicherheit
Teleskop des Johannes Kepler Observatoriums
Te­le­skop des Jo­han­nes Kep­ler Ob­ser­va­to­ri­ums
Bild 1/2, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Teleskop des Johannes Kepler Observatoriums

Un­ter­ge­bracht ist das Te­le­skop in ei­nem Schlitz­dom, der sich mit dem Te­le­skop dreht und sich dann rund zwei Me­ter in die je­wei­li­ge Blick­rich­tung öff­net.
Rundturm des Johannes Kepler Observatoriums
Rund­turm des Jo­han­nes Kep­ler Ob­ser­va­to­ri­ums
Bild 2/2, Credit: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Rundturm des Johannes Kepler Observatoriums

15 Me­ter ragt der Rund­turm des Ob­ser­va­to­ri­ums in die Hö­he. Sein Durch­mes­ser be­trägt 7,5 Me­ter.
  • Das DLR-Forschungsobservatorium in Empfingen erhält den Namen Johannes Kepler Observatorium.
  • Namenspate ist der Astronom Johannes Kepler.
  • Mit Hilfe des Observatoriums will das DLR die Flugbahn von Objekten in erdnahen Umlaufbahnen sehr schnell und präzise bestimmen.
  • Diese Daten sind elementar, um Zusammenstöße von Satelliten mit Weltraumschrott zu vermeiden.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Sicherheit, Lasertechnologie, Weltraumschrott

Das neue Forschungsobservatorium des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird den Namen Johannes Kepler Observatorium tragen. Aktuell laufen die Arbeiten, um die Anlage auf dem Innovationscampus Empfingen in Betrieb zu nehmen. Die offizielle Einweihung erfolgt im Sommer 2022. Das Observatorium ist eine zentrale Forschungsanlage für das DLR-Institut für Technische Physik. Mit seiner Hilfe sollen in Zukunft die Flugbahn und Beschaffenheit von Objekten in erdnahen Umlaufbahnen möglichst schnell, präzise und zuverlässig bestimmt werden. Diese Informationen tragen dazu bei, Zusammenstöße von Weltraumschrott mit Satelliten vermeiden.

Mitbegründer der modernen Astronomie als Namenspate

Johannes Kepler gilt als Mitbegründer der neuzeitlichen Astronomie und der modernen Naturwissenschaften. Er erklärte die Gesetzmäßigkeiten, wie sich Planeten um die Sonne bewegen: nämlich in einer elliptischen Bahn mit der Sonne in einem Brennpunkt der Ellipse“, sagt Prof. Dr. Thomas Dekorsy, Direktor des DLR-Instituts für Technische Physik in Stuttgart. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Johannes Kepler im Südwesten Deutschlands. Er wurde 1571 in Weil der Stadt nahe Stuttgart geboren und studierte in Tübingen. „Deshalb können wir uns keinen besseren Namenspaten für unser Observatorium vorstellen“, erläutert Dekorsy die Hintergründe der Namenswahl.

Einmalige Forschungs- und Entwicklungsstation für Detektion von Weltraumschrott

Das Teleskop des Johannes Kepler Observatoriums ist das größte seiner Art in Europa für die Beobachtung von Objekten im Orbit. Der Durchmesser des Primärspiegels beträgt 1,75 Meter. Das Teleskop ist in einem fast 15 Meter hohen Rundturm mit drehbarer Kuppel untergebracht. Im Fokus der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten steht die hochgenaue Bahnvermessung mit Hilfe spezieller Laser. Das Ziel der DLR-Wissenschaftlerinnen und DLR-Wissenschaftler ist es, Objekte, die bis zu zehn Zentimeter klein sind, zu erfassen, zu orten und so deren Flugbahn möglichst exakt zu bestimmen. Sie konzentrieren sich dabei vor allem auf Objekte, die zwischen 400 und 2.000 Kilometer von der Erde entfernt sind. In dieser niedrigen Umlaufbahn (Low Earth Orbit, kurz LEO) umkreisen immer mehr Satelliten die Erde. Deshalb stellt Weltraumschrott in diesen Höhen eine besondere Gefahr dar – für die unbemannte wie auch bemannte Raumfahrt. Denn auch die Internationale Raumstation ISS befindet sich in diesem Bereich.

Mit dem Johannes Kepler Observatorium führt das DLR die bisherigen Entwicklungsarbeiten fort: „In den letzten Jahren haben wir auf der Uhlandshöhe in Stuttgart schon ein kleineres Observatorium erfolgreich betrieben. Wir konnten so erste Forschungsergebnisse erzielen und wichtige Erfahrungen für die Planung und Umsetzung des Johannes Kepler Observatoriums sammeln“, beschreibt Wolfgang Riede, Leiter der Abteilung Aktive Optische Systeme am DLR-Institut für Technische Physik. „Das neue und wesentlich größere Teleskop ermöglicht uns, noch kleinere Objekte zu untersuchen und die Technologieentwicklung in diesem Bereich wesentlich voranzutreiben.“

Die Investitionssumme von rund 2,5 Millionen Euro stammt aus Mitteln des DLR und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Die Forschungsarbeiten tragen zur sicheren Nutzung des Weltraums bei. Sie werden von der Programmkoordination Sicherheit im DLR mit Mitteln des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) unterstützt.

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