12. Dezember 2022

MTG-I1: Start in ei­ne neue Ära der eu­ro­päi­schen Wet­ter­be­ob­ach­tung

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Raumfahrt
Start der Ariane 5 mit dem Wettersatelliten MTG-I1
Start der Aria­ne 5 mit dem Wet­ter­sa­tel­li­ten MTG-I1
Bild 1/5, Credit: © 2022 ESA-CNES-ARIANESPACE / Optique video du CSG-S MARTIN

Start der Ariane 5 mit dem Wettersatelliten MTG-I1

Am 13. De­zem­ber 2022 um 21:30 Uhr MEZ (17:30 Uhr Orts­zeit in Kou­rou) ist die Aria­ne-5-Ra­ke­te mit dem Wet­ter­sa­tel­lit MTG-I1 (Me­teo­sat Third Ge­ne­ra­ti­on Imager-1) an Bord er­folg­reich vom eu­ro­päi­schen Welt­raum­bahn­hof in Kou­rou (Fran­zö­sisch-Gua­ya­na) ins All ge­star­tet.
Der Wettersatellit MTG-I1 startet ins All
Der Wet­ter­sa­tel­lit MTG-I1 star­tet ins All
Bild 2/5, Credit: ESA–M. Pedoussaut

Der Wettersatellit MTG-I1 startet ins All

Der Wet­ter­sa­tel­lit MTG-I1 (Me­teo­sat Third Ge­ne­ra­ti­on Imager-I), der die kurz­fris­ti­ge Wet­ter­vor­her­sa­ge in Eu­ro­pa grund­le­gend ver­än­dern soll, hob am 13. De­zem­ber um 21:30 Uhr MEZ (17:30 Uhr Orts­zeit in Kou­rou) mit ei­ner Aria­ne-5-Ra­ke­te vom eu­ro­päi­schen Welt­raum­bahn­hof in Fran­zö­sisch-Gua­ya­na ab. MTG-I1 lie­fert ei­ne dop­pelt so ho­he zeit­li­che und räum­li­che Auf­lö­sung so­wie ei­ne hun­dert­fach hö­he­re Da­ten­ra­te als die Vor­gän­ger­ge­ne­ra­tio­nen und kann auch Blit­ze und so­mit re­gio­na­le Ge­wit­ter ge­nau er­fas­sen.
MTG-I1 im Weltall
MTG-I1 im Welt­all
Bild 3/5, Credit: ESA/Mlabspace/CC BY-SA 3.0 IGO

MTG-I1 im Weltall

In ei­ner Hö­he von rund 36.000 Ki­lo­me­tern über dem Äqua­tor wird MTG-I1 das Wet­ter­ge­sche­hen über Eu­ro­pa und Afri­ka be­ob­ach­ten.
Montage auf dem Start-Adapter
Mon­ta­ge auf dem Start-Ad­ap­ter
Bild 4/5, Credit: ESA/CNES/Arianespace

Montage auf dem Start-Adapter

MTG-I1 wird hier auf dem Start-Ad­ap­ter der Aria­ne-5-Trä­ger­ra­ke­te mon­tiert. Et­wa 30 Mi­nu­ten nach dem Start wird der Sa­tel­lit im Trans­fer­or­bit aus­ge­setzt.
Meteosat-Aufnahme von der Erde
Me­teo­sat-Auf­nah­me von der Er­de
Bild 5/5, Credit: EUMETSAT/ESA

Meteosat-Aufnahme von der Erde

Die­ses Bild der Er­de wur­de von ei­nem Sa­tel­li­ten der Me­teo­sat-Se­cond-Ge­ne­ra­ti­on-Se­rie am 23. März 2022 auf­ge­nom­men. Die MTG-Rei­he wird ei­ne dop­pelt so ho­he zeit­li­che und räum­li­che Auf­lö­sung so­wie ei­ne hun­dert­fach hö­he­re Da­ten­ra­te als die Vor­gän­ger­ge­ne­ra­tio­nen lie­fern kön­nen.
  • Der Wettersatellit MTG-I1 (Meteosat Third Generation Imager-1) soll am 13. Dezember 2022 um 21:30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit an Bord einer Ariane-5-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) ins All starten.
  • Mit dem ersten Satelliten der neuesten Generation von geostationären Wettersatelliten beginnt für Europa eine neue Phase der Wetterbeobachtung.
  • MTG-I1 liefert eine doppelt so hohe zeitliche und räumliche Auflösung sowie eine hundertfach höhere Datenrate als die Vorgängergenerationen und kann auch Blitze und somit regionale Gewitter genau erfassen.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Wettervorhersage

+++ UPDATE: Am 13. Dezember 2022 um 21:30 Uhr MEZ (17:30 Uhr Ortszeit in Kourou) ist die Ariane-5-Rakete mit dem Wettersatelliten MTG-I1 (Meteosat Third Generation Imager-1) an Bord erfolgreich vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) ins All gestartet. +++

Mit MTG-I1 (Meteosat Third Generation Imager-1) beginnt für Europa eine neue Phase der Wetterbeobachtung: Der erste Satellit der neuesten Generation von geostationären Wettersatelliten soll am 13. Dezember 2022 um 21:30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit an Bord einer Ariane-5-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) ins All starten. Etwa 30 Minuten nach dem Start wird der Satellit im Transferorbit ausgesetzt. Während seiner rund zehnjährigen Missionszeit soll der Satellit kontinuierlich Daten über das Wettergeschehen wie Sonneneinstrahlung, Windverhältnisse und Starkregenereignisse liefern und damit die Wettervorhersage noch genauer machen.

Früherkennung von Gewittern, Nebel und Waldbränden

„MTG-I1 wird Europa und Afrika aus dem Weltall beobachten – und das mit einer doppelt so hohen zeitlichen und räumlichen Auflösung wie seine Vorgänger“, erklärt Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR mit Sitz in Bonn. „Der Wettersatellit wird zudem in der Lage sein, lokale Unwetter zu identifizieren und auch Blitze zu erkennen. Damit wird die Wettervorhersage von der großräumigen Vorherhersage einen weiteren Schritt hin zur regionalen (Un-)wettervorhersage machen“, betont Pelzer. Neben einer frühzeitigen Erfassung von Gewittern ermöglichen die MTG-I-1 Daten auch, Nebel und Waldbrände automatisch zu erkennen. Damit werden physikalische Phänomene, wie Winde und Blitze wesentlich genauer beobachtet, um zum Beispiel Unwetter zuverlässiger vorhersagen zu können.

„Das zentrale Instrument auf MTG-I1 ist der sogenannte Flexible Combined Imager (FCI). Er hat 16 Spektralkanäle und eine Auflösung von 500 bis 2000 Metern, je nach Kanal und Betriebsmodus“, erläutert Thomas Ruwwe, MTG-Programm-Manager in der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. Die Bildfrequenz für Aufnahmen der ganzen Erdscheibe liege bei zehn Minuten, im so genannten Rapidscan-Modus werde Europa in nur 2,5 Minuten mit erhöhter geometrischer Auflösung abgescannt. Der neuste europäische Wettersatellit liefere damit eine doppelt so hohe zeitliche und räumliche Auflösung sowie eine hundertfach höhere Datenrate als die Vorgängergenerationen.

Maßgebliche deutsche Beteiligung

An der Entwicklung der europäischen MTG-Satelliten ist Deutschland mit etwa 30 Prozent beteiligt. Die Firma OHB ist zuständig für den Bau aller sechs Satelliten-Plattformen sowie für das IRS Instrument (MTG-S). Die Firma Airbus DS ist maßgeblich beteiligt an Entwicklung und Bau des Sentinel-4-Instruments auf MTG-S. Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR ist verantwortlich für die fachliche Unterstützung bei der Durchführung des MTG-Programms in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst, finanziert mit Mitteln des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV).

MTG-I1 wird zu "Meteosat-12"

Nach dem Start von MTG-I1 beginnt die sogenannte LEOP-Phase (Launch and Early Operation Phase), in der der Satellit seinen Zielorbit erreicht, die Solargeneratoren öffnet und die Kommunikationssysteme in Betrieb nimmt. In der nachfolgenden "Commissioning"- Phase werden die Instrumente eingeschaltet, getestet und kalibriert, um die Algorithmen zur Auswertung der Daten anzupassen. Etwa ein Jahr nach dem Start beginnt die Betriebsphase von MTG-I1. Dann werden die Datenprodukte an alle europäischen Wetterdienste, darunter der Deutsche Wetterdienst, innerhalb weniger Minuten nach der Aufnahme übermittelt. Der Satellit wird zu diesem Zeitpunkt in "Meteosat-12" umbenannt.

Die MTG-Baureihe wurde im Auftrag der Europäischen Organisation zur Nutzung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT) von der Europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelt und soll die Kontinuität der 1977 mit METEOSAT-1 begonnenen Wetterbeobachtung aus dem Weltraum sicherstellen. Sie besteht aus insgesamt sechs Satelliten, die in Serie gestartet werden, um routinemäßig Wetterdaten für die nächsten 25 Jahre zu generieren. Es gibt zwei Satellitentypen: vier Satelliten mit abbildenden Instrumenten, den sogenannten Imagern (MTG-I1-4) und zwei Satelliten mit spektroskopischen Instrumenten, den sogenannte Soundern (MTG-S1-2). Deren Hauptinstrument wird neue Daten zur Vorhersage extremer Wettereignisse liefern. Der Start von MTG-S1 ist Mitte 2024 geplant.

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    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
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