Japan und DLR stärken Forschungsbeziehungen



- Japanischer Raumfahrtminister Kiuchi besucht das DLR Oberpfaffenhofen und informiert sich über zentrale Forschungsbereiche und Missionen.
- Schwerpunkt des Besuchs liegt auf gemeinsamer Raumfahrtforschung, Erdbeobachtung, Katastrophenschutz und Robotik.
- Neue Vereinbarungen stärken die deutsch-japanische Zusammenarbeit, insbesondere durch erweiterte Projekte mit AIST im Bereich Quantencomputing.
- Schwerpunkte: Internationale Beziehungen, Raumfahrt, Quantentechnologien
Am 27. Juni 2025 besuchte Minoru Kiuchi, Staatsminister im Cabinet Office für Wissenschafts- und Technologiepolitik sowie für Raumfahrt, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Begrüßt wurde die Delegation von DLR-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla sowie Dr. Anke Pagels-Kerp, DLR-Bereichsvorstand Raumfahrt.
Einblicke in die DLR-Forschung
Im Rahmen einer Führung informierten sich die Gäste über die verschiedenen Forschungsthemen am Standort. Einen ersten Eindruck der engen Beziehungen zwischen DLR und der japanischen Raumfahrtorganisation JAXA vermittelte dabei das Institut für Physik der Atmosphäre mit der aktuellen Erdbeobachtungsmission EartCARE. Beim Rundgang durch das Nationalen Raumfahrtkontrollzentrum (GSOC) konnte sich die Delegation ein Bild vom Betrieb weiterer Satellitenmissionen, des Columbus-Moduls der Internationalen Raumstation sowie der EPOS-Anlage (European Proximity Operations Simulators) machen. Im DLR-Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation informierte sich die Delegation außerdem zum Thema Wissensaustausch und Katastrophenschutz. Anschließend erhielten die Gäste am DLR-Institut für Robotik und Mechatronik besondere Einblicke in die europäisch-japanische Marsmond-Mission MMX, die 2026 starten soll.
Ausbau der Partnerschaft mit Japan

Minister Kiuchi und die Delegierten zeigten sich von den Forschungsthemen und Möglichkeiten am DLR begeistert. Japan ist ein wichtiger Partner des DLR in der Raumfahrt wie auch in den Forschungsbereichen Luftfahrt, Energie und Verkehr. Mit der Forschungseinrichtung AIST (National Institute of Advanced Industrial Science and Technology) verbindet das DLR bereits seit 2017 vielfältige Kooperationen, insbesondere im Bereich Materialentwicklung. Künftig sind noch engere Zusammenarbeiten geplant, die in Oberpfaffenhofen bekräftig wurden: Eine erweiterte Absichtserklärung, die nun auch gemeinsame Forschungsvorhaben im Feld Quantencomputing einschließen, war zuvor bereits von Kazuhiko Ishimura, Präsident und CEO von AIST, unterzeichnet worden. DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla und Dr. Anke Pagels-Kerp, DLR-Bereichsvorstand Raumfahrt, vervollständigten die Absichtserklärung zwischen DLR und AIST in Oberpfaffenhofen mit ihren Unterschriften. AIST wird sich insbesondere mit ihrem neuen Forschungshub G-Quat (Global Research and Development Center for Business by Quantum-AI Technology) einbringen und dabei einen Schwerpunkt auf die Entwicklung fortschrittlicher hybrider Quantencomputing-Technologien in Verbindung mit künstlicher Intelligenz setzen.
Wie bedeutend eine Zusammenarbeit mit Japan in Forschung und Raumfahrt ist, wurde bereits in den Tagen zuvor deutlich. Staatsminister Kiuchi und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär unterzeichneten zwei Vereinbarungen, neue Kooperationen in Wissenschaft und Forschung zwischen Deutschland und Japan zu erschließen, um gemeinsam Innovationen voranzutreiben. Der Delegationsreise von Minoru Kiuchi ging auch ein Japan-Besuch im Rahmen der Delegationsreise des Bundespräsidenten mit der DLR-Vorstandsvorsitzenden voran. Mit dem Besuch in Oberpfaffenhofen und den aktualisierten Dokumenten haben Japan und das DLR ihre Forschungsbeziehungen weiter gefestigt.