AERO 2026: DLR zeigt Forschung für virtuelle Flugerprobung und klimaverträgliches Fliegen



- Das DLR präsentiert vom 22. bis 25. April 2026 auf der AERO 2026 Technologien für elektrische Luftfahrzeuge und Brennstoffzellensysteme in der Luftfahrt.
- Im Fokus stehen insbesondere Sicherheitslösungen für Kleinflugzeuge und die virtuelle Erprobung von unbemannten Luftfahrzeugen.
- Das DLR befindet sich in Halle 7 auf Stand A7-101.
- Schwerpunkte: Luftfahrt, Sicherheit, klimaverträgliches Fliegen
Bei der AERO in Friedrichshafen zeigt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) seine Forschung aus den Bereichen klimaverträgliches Fliegen, virtuelle Ausbildung und Flugerprobung sowie Sicherheitslösungen für Kleinflugzeuge. Das DLR präsentiert auf der internationalen Luftfahrt-Messe zum Beispiel den Prototypen eines elektrisch betriebenen Tragschraubers, ein Enteisungssystem für Kleinflugzeuge und einen Flugsimulator. Das DLR zeigt seine Exponate in Halle 7, Stand A7-101. Auf dem parallel stattfindenden AERO Hydrogen & Battery Summit beteiligt sich das DLR an einer Paneldiskussion zum Transfer von der Forschung in die Wirtschaft.

Die Luftfahrt steht vor großen Herausforderungen: Wachstum, ökologische Verantwortung und Sicherheit sollen gemeinsam die weitere Entwicklung prägen. Das DLR erarbeitet Lösungen für die aktuelle und die kommenden Technologiegenerationen. Als Architekt für das Gesamtsystem Luftfahrt entwerfen wir fundierte Beiträge für alle Teile der Gesellschaft und zeigen damit neue Perspektiven für die Luftfahrt auf. Auf der AERO 2026 zeigen wir Beispiele unserer Forschung mit Schwerpunkten auf elektrischen Antrieben, Kleinflugzeugen und Simulationen, auch im Hinblick auf die allgemeine Luftfahrt.
Besucherinnen und Besucher können auf der AERO 2026 folgende Exponate und Themen des DLR entdecken:
FPV-Testpilotenstation
Die First Person View-Testpilotenstation (FPV-Testpilotenstation) ermöglicht die sichere und effiziente Flugerprobung experimenteller unbemannter Luftfahrzeuge (Unmanned Aircraft Systems, UAS). Mit der FPV-Testpilotenstation können Technologien und ganze Missionen präzise getestet und Flugeigenschaften bis in den Grenzbereich untersucht werden. Die FPV-Testpilotenstation ist an unterschiedliche Klassen von UAS anpassbar – von extrem langsam fliegenden Solarflugzeugen bis hin zu agilen Jet-Konfigurationen. Die Messegäste steuern den simulierten S2TOL-Tragschrauber über die Joysticks, Pedale und Instrumente der Station.
S2TOL-Jet
Im Projekt S2TOL (Silent Short Takeoff and Landing) wird ein neues Konzept für ein extrem leises und kurzstartfähiges Luftfahrzeug entwickelt. Die Basis für den S2TOL-Jet bildet ein elektrisch betriebener Tragschrauber. Dabei handelt es sich um ein Drehflügelflugzeug, bei dem der Rotor im Flug allein durch die anströmende Luft in Drehung versetzt wird. Daher benötigt der Hauptrotor im Gegensatz zum Hubschrauber kein eigenes Triebwerk. Die für den Vortrieb benötigte Energie, wird durch elektrisch angetriebene Mantelpropeller bereitgestellt. Im Vergleich zu Hubschraubern ist der Tragschrauber deutlich leiser und kostengünstiger im Betrieb. Am Messestand können die Besucherinnen und Besucher den flugfähigen Prototypen des S2TOL-Jet im Original sehen. Ein Modell im kleineren Maßstab zeigt das Konzept des zukünftigen S2TOL-Jet.
Vibrational Blade De-Icing
Vereisungen an den Propellern und Tragflächen stellen insbesondere bei Kleinflugzeugen ein Risiko dar, da diese in der Regel nicht mit Enteisungssystemen ausgestattet sind. Die Überwachung der Wetterbedingungen und spezielle Eissensoren am Luftfahrzeug machen das Fliegen bei problematischem Wetter deutlich sicherer. Herausfordernd bei Kleinflugzeugen ist allerdings der hohe Energieverbrauch konventioneller Enteisungssysteme. Für den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb von Kleinflugzeugen braucht es Ansätze für neuartige Eissensensorik und energieeffiziente Enteisungssysteme. Zu diesen Ansätzen zählt die piezomechanische Enteisung. Diese soll die Propellerschaufeln durch Mikrovibrationen von Vereisungen befreien. Auf der AERO 2026 kann das Verfahren an einem Modell direkt vom Publikum betrieben werden.
HeliHQ-Analyse mit XR
Gute Flugeigenschaften (englisch: Handling Qualities; HQ) sind die Grundlage für den sicheren Betrieb jedes Fluggeräts. Nur wenn ein Helikopter oder Drehflügler berechenbar und präzise reagiert, kann er zuverlässig gesteuert werden. Das Testen der Flugeigenschaften ist daher essenziell für Sicherheit, Zertifizierung und Forschung. Mit HoloMTE (Holographische Mission Task Elements) entwickelt das DLR einen neuartigen Ansatz zur Bewertung von Flugeigenschaften. Dabei kommt moderne XR‑Technologie (Extended-Reality-Technologie) zum Einsatz. Der Einsatz dieser holografischen Sichtsysteme macht die Tests unabhängig von Ort und Wind. Außerdem ermöglichen sie neue Flugtest-Manöver und machen die Flugerprobung effizienter. Messegäste können den Mixed-Reality-Simulator selbst fliegen und sowohl klassische als auch holografische Flugtest-Manöver mit dem Hubschrauber ausprobieren.
Retro Game SMART-MET
Das Forschungsprojekt SMART-MET untersucht verschiedene Sicherheitsaspekte rund um das elektrische Fliegen. Dazu gehören auch erschwerende Bedingungen, die vom Wetter ausgehen oder durch andere Flugzeuge verursacht werden können, in diesem Falle Vereisungen bzw. Wirbelschleppen. Beides können die Messegäste im Rahmen der 2D- und 3D-Videospiele am Stand des DLR spielerisch kennenlernen. Dabei müssen sie möglichst strategisch mit der begrenzten Energie des elektrischen Flugzeugs umgehen.
Airfox – Auslegungs- und Simulationstool für Brennstoffzellensysteme
Das Softwaretool Airfox dient dazu, Brennstoffzellensysteme in der Luftfahrt auszulegen und zu simulieren. Es basiert auf experimentellen Daten und wird ergänzt durch die Modellierung der Hilfssysteme in unterschiedlichen Detailgraden. Das Modell hilft dabei, das Verhalten des Brennstoffzellensystemen in verschiedenen Situationen einer Flugmission zu bestimmen. Besucherinnen und Besucher können am DLR-Stand verschiedene Flugzeug-Kenndaten eingeben, um das nötige Brennstoffzellensystem berechnen zu lassen und zu testen.