2. September 2026 | DLR-Know-how für die Zukunft des europäischen Raumtransports

DLR beteiligt sich an Ausgründung HyImpulse

  • Das DLR beteiligt sich an einer Finanzierungsrunde der DLR-Ausgründung HyImpulse Technologies GmbH.
  • Mit der Investition unterstützt das DLR das Trägerraketenunternehmen HyImpulse dabei, Know-how aus der DLR-Forschung zur kommerziellen Marktreife weiterzuentwickeln und den strategischen Aufbau europäischer suborbitaler und orbitaler Startdienste voranzutreiben.
  • HyImpulse arbeitet seit der Ausgründung im Jahr 2018 eng mit der DLR-Einrichtung Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen zusammen und testet dort seine Raketenantriebe.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Raumtransport, Innovation & Transfer

Das Raumfahrtunternehmen HyImpulse entwickelt und baut Trägerraketen mit einer innovativen, hybriden Antriebstechnologie auf Basis von Paraffin und flüssigem Sauerstoff. Das Gründungsteam aus der DLR-Forschung hat diese Technologie auf Basis von im DLR entwickeltem Know-how bereits erfolgreich eingesetzt, um eine Suborbital-Rakete zu starten. Nun arbeitet HyImpulse daran, auch eine Orbitalrakete mit Hybridantrieb in die erdnahe Umlaufbahn zu bringen. Das DLR beteiligt sich an der aktuellen Finanzierungsrunde, mit der unter anderem die Entwicklung der Orbitalrakete SL1 (Small Launcher) weiter vorangetrieben wird.

HyImpulse wurde im Jahr 2018 aus dem damaligen DLR-Institut für Raumfahrtantriebe heraus gegründet. Das Management-Team verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Hybridantrieben und hat seine Technologie in mehr als 100 Tests erprobt. Dabei arbeitet das Unternehmen bereits seit der Gründung eng mit der DLR-Einrichtung Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen zusammen. Dort nutzt HyImpulse die Testanlagen des DLR.

Kapital für den ersten Start der Orbitalrakete SL1

Mit der aktuellen Investitionsrunde plant HyImpulse unter anderem, die orbitalfähige Rakete „SL1“ zur Marktreife zu entwickeln und die Startinfrastruktur für deren Start auszubauen. Schon im Jahr 2027 soll die dreistufige Hybrid-Rakete SL1 erstmals von Schottland aus starten und in Zukunft Nutzlasten von bis zu 600 Kilogramm in die erdnahe Umlaufbahn befördern. Die Transportrakete soll auf rund 500 Kilometer Flughöhe aufsteigen.

Im Jahr 2024 hatte die Rakete „SR75“ bereits erfolgreich einen Testflug absolviert. Aktuell laufen die Vorbereitungen für den Zweitflug der SR75, der für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant ist.

Namhafte Investoren beteiligen sich ebenfalls an der Finanzierungsrunde, darunter JOIN Capital, Oscar Mike Venture Partners (OMVP), ACE sowie die staatlichen Beteiligungsgesellschaften Bayern Kapital, NRW.Bank und BW-Capital und der Technologie-Transfer-Fonds TT49.

Technologie für kommerzielle Nutzlast-Transporte ins All

Die von HyImpulse entwickelte Antriebstechnologie kombiniert einen festen Treibstoff mit einem flüssigen Oxidationsmittel. Das Unternehmen nutzt als Festtreibstoff Paraffin und als flüssige Komponente Sauerstoff (LOX, Liquid Oxygen). Paraffin ist ungiftig, umweltfreundlich und einfach zu lagern, da es nicht explosiv ist. Außerdem erfordert es keine aufwändigen Kühl- oder Druckbehälter. Und es ist ein preiswertes Massenprodukt: Im Grunde ist es nichts anderes als Kerzenwachs.

HyImpulse will mit seinen Hybrid-Raketen kommerzielle suborbitale und orbitale Nutzlasttransporte anbieten, also zum Beispiel Satelliten ins All befördern. Ein eigens entwickeltes Orbital Transfer Vehicle (OTV) namens HyMOVE soll dazu als Nutzlast auf der SL1-Rakete mitfliegen und Satelliten zielgenau an verschiedenen Stellen im Orbit aussetzen.

„Wir investieren in HyImpulse, um das Gründungsteam dabei zu unterstützen, Know-how aus der DLR-Forschung erfolgreich in den Markt zu bringen. Die hybride Antriebstechnologie kann den Zugang zum Weltraum für Deutschland und Europa flexibler, kostengünstiger und unabhängiger machen. Innovative, forschungsbasierte Wachstumsunternehmen wie HyImpulse treiben den Aufbau europäischer suborbitaler und orbitaler Startdienste voran. Damit stärken sie die technologische Souveränität Deutschlands und Europas im Weltraum, ein Ziel, das wir mit unserer Beteiligung unterstützen. Es ist jetzt an der Zeit, dass diese Innovation in den Weltraum kommt – wir wollen, dass die Technologie fliegt“, sagt Prof. Dr.-Ing. Karsten Lemmer, Mitglied des DLR-Vorstands für Innovation, Transfer und wissenschaftliche Infrastrukturen.

„Europa braucht Startkapazitäten, die souverän, flexibel verfügbar und wirtschaftlich tragfähig sind. Mit unserer proprietären hybriden Antriebstechnologie und unserem Fokus auf suborbitale wie orbitale Dienste sind wir hervorragend aufgestellt, um die starke Nachfrage aus der Wirtschaft, von öffentlichen Einrichtungen und dem Verteidigungssektor zu bedienen. Dabei schätzen wir die Unterstützung des DLR. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit gibt uns seit der Ausgründung Zugang zu exzellenter Raumfahrtforschung, technischer Infrastruktur und wissenschaftlicher Expertise“, sagt Dr. Christian Schmierer, Mitgründer und Geschäftsführer von HyImpulse Technologies.

Beteiligungskapital und Starthilfe für Deeptech-Start-ups

Das DLR unterstützt Start-ups aus der DLR-Forschung systematisch im Rahmen seines fünfstufigen Ausgründungsprogramms, der DLR_Startup Factory. Forschungsbasierte Start-ups, sogenannte Deeptech-Start-ups, benötigen oft bereits in frühen Phasen der Gründung viel Kapital und müssen einen finanziell anspruchsvollen Weg bis zur Marktreife ihrer Produkte bewältigen. Hierbei unterstützt das DLR seine Ausgründungen auch durch direkte Beteiligungen im Rahmen von Finanzierungsrunden mit weiteren Investoren. Zudem ist das DLR am Technologie-Transfer-Fonds TT49 beteiligt, der gezielt in forschungsbasierte Ausgründungen investiert.

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