DLR erhält offizielle Genehmigung zur Ausbildung von Flugversuchspersonal
- Das DLR erweitert seine Fähigkeiten in der Flugerprobung und Ausbildung nach europäischen Standards.
- Verantwortung für die Flugtest-Ausbildung wird vollumfänglich auf die DLR-Einrichtung Flugexperimente übertragen.
- Entscheidender Beitrag zur Sicherung kritischer Kompetenzen am Luftfahrtstandort Deutschland und Europa.
- Schwerpunkte: Luftfahrt, Flugversuche
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stärkt die nationale Souveränität im Bereich der Flugerprobung: In Kooperation mit der Airwork Operations GmbH hat das DLR die offizielle Anerkennung als EASA-zertifizierte Ausbildungsorganisation für Flugtestpersonal (ATO Flighttest) erhalten. Damit gehört das DLR zu einem exklusiven Kreis weltweiter Organisationen, die Testpiloten und Flugversuchsingenieure nach den strengen europäischen Standards qualifizieren dürfen.

Mit dieser Zertifizierung unterstreicht das DLR seine Spitzenposition in der europäischen Flugversuchsszene. Wir sind nun in der Lage, die hochspezialisierte Qualifikation unseres Flugversuchspersonals vollumfänglich sicherzustellen und Test-Berechtigungen auf höchstem Niveau aufrechtzuerhalten. Damit leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung systemrelevanter Kompetenzen am Luftfahrtstandort Deutschland und Europa.
„Mit dieser Zertifizierung unterstreicht das DLR seine Spitzenposition in der europäischen Flugversuchsszene“, sagt Dr. Markus Fischer, DLR-Bereichsvorstand Luftfahrt. „Wir sind nun in der Lage, die hochspezialisierte Qualifikation unseres Personals eigenständig sicherzustellen und Test-Berechtigungen auf höchstem Niveau aufrechtzuerhalten.“
Strategischer Ausbau der Ausbildungskompetenz
Während das DLR bereits seit Jahren offizielle Betriebsstätte der Airwork-ATO ist, um Piloten mit eigenem Lehr- und Prüfpersonal auf DLR-Flugzeugen zu schulen, wurde dieser Umfang nun signifikant erweitert. Die neue Genehmigung nach EASA Part-FCL.820 der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) überträgt die inhaltliche Verantwortung für die Flugtest-Ausbildung vollumfänglich auf die DLR-Einrichtung Flugexperimente.
Ingmar Mayerbuch, Leiter des Flugbetriebs in der DLR-Einrichtung Flugexperimente, ist stolz auf die neue Fähigkeit seines Teams: „Mit der nun erfolgten Genehmigung können wir die aufwändige Ausbildung von Flugversuchspersonal deutlich effektiver an unseren anspruchsvollen Forschungsflugbetrieb anpassen.“
Fokus auf Nachwuchs und internationale Kooperation
Die neu gewonnenen Privilegien dienen primär der internen Weiterentwicklung:
- Interne Qualifizierung: Fokus auf die Aus- und Weiterbildung von eigenem Nachwuchspersonal (Flächenflugzeuge, Kategorien 1 und 2).
- Wissenstransfer: Das DLR steht kooperierenden Organisationen und Behörden beratend zur Seite und fördert den fachlichen Austausch.
- Zukunftsausblick: Eine Erweiterung der Genehmigung auf den Bereich Hubschrauber ist bereits in Planung.
Eine kommerzielle Vermarktung der Ausbildung ist nicht vorgesehen. Vielmehr setzt das DLR auf die Fortführung der bewährten Kooperationen mit etablierten internationalen Testpiloten-Schulen im Sinne einer gegenseitigen Ergänzung auf Augenhöhe und bietet Kooperationspartnern den intensiven Austausch und die Zusammenarbeit im Bereich Flugerprobung an.
Stärkung der nationalen Souveränität
Die erfolgreiche Zertifizierung wurde in enger Abstimmung mit der österreichischen Luftfahrtbehörde Austro Control GmbH realisiert, welche die ATO-Erweiterung genehmigt hat. Dies knüpft an bewährte Zusammenarbeiten in vorangegangenen Projekten an und festigt die deutsch-österreichische Kooperation im Luftfahrtsektor. Mit diesem Schritt leistet das DLR einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung kritischer Kompetenzen am Luftfahrtstandort Deutschland und Europa.
