18. Juni 2026

Manipulierte Navigationssignale: Herausforderung für Staat und Gesellschaft

Testbed für Jamming und Spoofing
Am DLR-Institut für Kommunikation und Navigation forschen Expertinnen und Experten an Störungen und Manipulationen von Navigations- und Kommunikationssignalen sowie möglichen Gegenmaßnahmen.
  • Bewusste Störungen durch Jamming und Spoofing gefährden zunehmend Navigationsanwendungen sowie kritische Infrastrukturen.
  • Das DLR leistet einen wichtigen Beitrag für resiliente Positions-, Navigations-, und Zeitdienste zum Schutz von kritischen Infrastrukturen.
  • Mitarbeitende des Bundestages erhielten vom DLR Einblicke in aktuelle Forschungs- und Anwendungsansätze zum Schutz vor der Störung und Manipulation von GPS-Signalen.
  • Schwerpunkte: Navigation, Sicherheit, Luftfahrt, Raumfahrt, Verkehr, Politikbeziehungen

Störungen und Manipulationen von Navigations- und Kommunikationssignalen standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am 17. Juni 2026 in Berlin. Vertreterinnen und Vertreter aus den Büros von Bundestagsabgeordneten und ­-fraktionen diskutierten gemeinsam mit Dr. Florian David, Direktor des DLR-Instituts für Kommunikation und Navigation, über die wachsenden Herausforderungen für die Sicherheit moderner Infrastrukturen durch sogenanntes Jamming und Spoofing in der satellitengestützten Navigation.

Was hinter Jamming und Spoofing steckt

Bei einem Jamming-Angriff senden elektronische Geräte Störsignale auf der GPS-Frequenz aus und überlagern oder blockieren dadurch den Empfang der Navigationssignale. Anspruchsvoller ist das sogenannte Spoofing, bei dem manipulierte GPS-Daten eine falsche Position vortäuschen. Solche Angriffe sind nicht neu, treten jedoch insbesondere in Krisenregionen zunehmend auf, etwa im Ostseeraum oder im östlichen Mittelmeer. Sie gefährden die Zuverlässigkeit moderner Infrastrukturen, da neben Luft- und Raumfahrt auch Logistik, Energieversorgung, Telekommunikation und Finanzsysteme auf präzise Positions-, Navigations- und Zeitdaten angewiesen sind.

In seinem Vortrag erläuterte Dr. Florian David anhand konkreter Beispiele verschiedene technologische Ansätze, die das DLR verfolgt, um die Risiken im Bereich Jamming und Spoofing frühzeitig zu erkennen und ihnen wirksam zu begegnen. Ziel ist es, die Resilienz entsprechender Systeme zu stärken. Das DLR erforscht und entwickelt Lösungen, um die Integrität und Verfügbarkeit satellitengestützter Dienste zu sichern und damit einen Beitrag zur Widerstandsfähigkeit sowie zur Handlungsfähigkeit staatlicher und nicht-staatlicher Akteure zu leisten.

Neben praxisnahen Einblicken in aktuelle Forschungs- und Anwendungsfelder der Navigationstechnologie förderte die Veranstaltung den gezielten Austausch zwischen Wissenschaft und Politik.

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Kontakt

Dr. Katrin Simhandl

Leitung Büro Berlin
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Markgrafenstraße 37, 10117 Berlin
Tel: +49 30 670 55 250