Perspektiven zur Stärkung des Luftverkehrs- und Industriestandorts Deutschland und Europa

- Systematische und datenbasierte Bewertung technologischer und ökonomischer Entwicklungen ist Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit einer nachhaltigen Luftfahrt.
- Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR, stellt Bewertungskompetenz des DLR in der Gesprächsreihe der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt des Deutschen Bundestages vor.
- Schwerpunkte: Luftfahrt, Impact Assessment, Politikbeziehungen
Die Wettbewerbsfähigkeit der Luftfahrtindustrie und der Luftverkehrswirtschaft stand im Fokus des Info-Lunches der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt am 19. März 2026 im Deutschen Bundestag. Die Veranstaltung wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit dem Forum Luft- und Raumfahrt ausgerichtet. Die Vorstandsvorsitzende des DLR, Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Dr. Florian Linke, kommissarischer Direktor des DLR-Instituts für Luftverkehr, sowie Patrick Ratei, Projektleiter am DLR-Institut für Systemarchitekturen in der Luftfahrt, diskutierten mit den Teilnehmenden über strategische Perspektiven zur Stärkung Deutschlands und Europas als Luftverkehrs- und Industriestandort. Weitere Impulse zu diesem Thema gab Dr. Martin Metscher, Leiter Vorauslegung zivile und militärische Programme bei der MTU Aero Engines AG.
DLR modelliert und bewertet Zukunftsszenarien der Luftfahrt
Eine ganzheitliche Betrachtung des Luftverkehrs trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der Luftfahrtindustrie und der Luftverkehrswirtschaft auf nationaler und europäischer Ebene zu fördern. Das DLR bringt dafür umfassende Kompetenz in der durchgängigen Modellierung und Bewertung kurz-, mittel- sowie langfristiger Entwicklungsszenarien des Gesamtsystems Luftfahrt ein. Das Projekt ALICIA (Aviation Life Cycle and Impact Assessment) stand dabei im Mittelpunkt der Veranstaltung im Deutschen Bundestag.
Eine im Projekt entwickelte digitale Plattform ermöglicht es, potentielle Auswirkungen von Luftfahrttechnologien und betrieblichen Verfahren sowie politischen Maßnahmen und zukünftigen Szenarien in Bezug auf Wertschöpfung, Energiebedarf und Klimawirkung über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu bewerten. Hinter der Plattform stehen umfassende Berechnungen aus verschiedenen DLR-Studien. Dank dieses integrierten Bewertungsansatzes, kann das DLR unter anderem Aussagen zur Markentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit treffen – aus Perspektive zentraler Akteure des Luftfahrtsystems wie Flugzeughersteller, Wartungsunternehmen, Airlines oder Flughäfen. Ein interaktives Dashboard visualisiert diese komplexen Zusammenhänge und wurde bisher unter anderem in Zusammenarbeit mit MTU genutzt.
Damit ermöglicht das DLR den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, datenbasierte Zukunftsentscheidungen und strategische Weichenstellungen für eine wettbewerbsfähige klimaverträgliche Luftfahrt treffen zu können.