Wechsel an der Spitze des DLR-Instituts für Aeroelastik

- Prof. Quero Martin übernimmt die Leitung des DLR-Instituts für Aerolastik von Prof. Lorenz Tichy.
- Thematische Schwerpunkte werden in Zukunft unter anderem hochflexible Flugzeugstrukturen, digitalisierte Entwicklungsprozesse, aeroelastische Bewertung neuartiger, klimaverträglicher Luftfahrzeugkonzepte sowie die Verzahnung von Simulation, künstlicher Intelligenz und experimenteller Forschung sein.
- Schwerpunkte: Luftfahrt, Aeroelastik
Am Institut für Aeroelastik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen hat ein Wechsel in der Institutsleitung stattgefunden: Prof. David Quero Martin übernimmt die Leitung des Instituts von Prof. Lorenz Tichy, der das Institut über viele Jahre hinweg geprägt und national wie international sichtbar weiterentwickelt hat.
Aeroelastik beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von aerodynamischen Kräften und den im allgemeinen instationären Verformungen von umströmten Flugzeugstrukturen. Wie eine Fahne im Wind, werden auch Flügel im Flug verformt.
Mit Quero Martin übernimmt ein ausgewiesener Experte für Aeroelastik, Lastenberechnung und aktive Lastminderung die Verantwortung für das weltweit führende Forschungsinstitut auf diesem Gebiet. Er war bereits in den vergangenen Jahren in verschiedenen wissenschaftlichen und leitenden Funktionen am Institut tätig und hat zahlreiche Forschungsarbeiten zur Entwicklung aeroelastischer Methoden und zur Auslegung zukünftiger Luftfahrzeuge verantwortet.
Wegbereiter für nachhaltige Technologien
Das DLR-Institut für Aeroelastik blickt auf eine lange Tradition in Göttingen zurück und kann heute als die international führende Einrichtung auf seinem Gebiet angesehen werden. Mit David Quero Martin an der Spitze setzt das Institut seinen Weg fort, die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen für die nächste Generation sicherer, effizienter und nachhaltiger Luftfahrzeuge und Windenergieanlagen zu schaffen und erfolgreich in industrielle Entwicklungen führender Hersteller einzubringen.
Ich übernehme die Leitung des Instituts mit großer Freude und großem Respekt vor dem, was Lorenz Tichy gemeinsam mit den Mitarbeitenden aufgebaut hat. Aeroelastik ist eine integrative Schlüsseldisziplin und ein Wegbereiter für nachhaltige Technologien: Sie ermöglicht es, leichtere und flexiblere Strukturen sicher auszulegen und ihr Potenzial für mehr Effizienz zu nutzen – von der Luftfahrt über die Windenergie bis hin zu neuen Anwendungen in der Raumfahrt. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden möchte ich unsere Forschungsfelder weiterentwickeln, neue Anwendungsbereiche erschließen und die internationale Stärke des Instituts weiter ausbauen.
Kontinuität und Erneuerung
Tichy hat das Institut vom 1.8.2007 bis 31.7.2026 in einer Phase tiefgreifender technologischer Veränderungen geführt und umfangreich erweitert. Dabei standen insbesondere die Entwicklung genauer numerischer Simulationsverfahren, Untersuchungen neuer wissenschaftlicher Fragestellungen in Windkanälen und Flugversuchen in Hinblick auf die aeroelastische Auslegung zukünftiger Flugzeugkonfigurationen im Mittelpunkt.
Darüber hinaus hat das Institut seine Rolle als international sichtbarer Forschungspartner in europäischen und nationalen Luftfahrtprogrammen gestärkt und wichtige Beiträge zur Entwicklung effizienterer, leichterer und sichererer Luftfahrzeuge geleistet. Forschungsthemen wie die Aeroelastik des Laminarflügels, Böenlasten, neue aktive und passive Technologien zur Flatter- und Lastkontrolle, Lasten- und Entwurf innovativer Leichtbaustrukturen und die Integration neuer Antriebskonzepte standen dabei im Fokus. Das Institut hat seine Forschungsanlagen in Göttingen umfangreich um den Ringgitterprüfstand (RPG) und den Hochdruckkanal (HDG) erweitert. Im Bereich der Windenergieforschung betreibt das Institut den DLR-Forschungspark WIVALDI in Krummendeich bei Stade.
Forschung für die Luftfahrt von morgen
Das DLR-Institut für Aeroelastik beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen aerodynamischen Kräften, elastischen Strukturen und Systemen. Diese spielen eine zentrale Rolle für die Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit moderner Luftfahrzeuge. Die Forschenden entwickeln experimentelle und numerische Methoden, um aeroelastische Phänomene zuverlässig vorherzusagen und für neue Flugzeugkonzepte nutzbar zu machen. Zu den Anwendungsfeldern gehören Verkehrsflugzeuge, Hubschrauber, Turbomaschinen und Windenergieanlagen.
Unter der Leitung von David Quero Martin sollen diese Kompetenzen weiter ausgebaut werden. Künftige Schwerpunkte liegen unter anderem auf hochflexiblen Flugzeugstrukturen, digitalisierten Entwicklungsprozessen sowie der aeroelastischen Bewertung neuartiger, klimaverträglicher Luftfahrzeugkonzepte. Auch die stärkere Verzahnung von Simulation, künstlicher Intelligenz und experimenteller Forschung soll neue Möglichkeiten für die Entwicklung nachhaltiger Luftfahrtsysteme eröffnen.