TerraSAR-X

TerraSAR-X ist ein deutscher Fernerkundungssatellit und gleichzeitig auch der Missionsname für die durch das DLR und AIRBUS betriebenen Radarmission. Weitgehend baugleich wird der Satellit TanDEM-X ebenfalls für die Mission eingesetzt. Beide Satelliten tragen einen Radarsensor, um hochauflösende Erdbeobachtung aus dem All zu ermöglichen. Diese aufgenommenen Daten nach der Übertragung zur Bodenstation aufzuzeichnen, zu entschlüsseln und zu Bildprodukten zu verarbeiten ist Aufgabe der gleichnamigen Großforschungsanlage am Standort Neustrelitz.

Die Großforschungsanlage, am Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums (DFD) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde auf der Grundlage der Missionsanforderungen konzipiert und ist seit 2007 an 365 Tagen im Jahr operationell im Einsatz um die Missionsdaten der Satelliten TerraSAR-X und TanDEM-X zu verarbeiten.

Kernkomponente ist der im Institut für Methodik der Fernerkundung entwickelte TerraSAR-Multimode SAR Prozessor (TMSP), welcher neben der systematischen Generierung der L0 Produkte auch die durch die Nutzer bestellten Level 1 Produkte der TerraSAR-Mission erzeugt. Dabei werden sowohl die direkt in Neustrelitz und Svalbard empfangen Daten verarbeitet, als auch diejenigen, welche von den internationalen Empfangsstationen ins DLR zurückgeführt werden.

Daten von herausragender Bedeutung für menschliches Leben

Für die wissenschaftlichen, wie auch die von AIRBUS DS belieferten kommerziellen Nutzer der Mission TerraSAR-X werden alle Datenprodukte erzeugt und bereitstellt. Diese Produkte können zum einen direkt nach dem Empfang in nahe Echtzeit (NRT) prozessiert und bereitgestellt werden, zum anderen aber auch als Standardauslieferung oder Katalogbestellung aus dem Langzeitarchiv. Die Zahl der jährlich erzeugten Produkte steigt kontinuierlich. So wurden im Jahr 2018 über 76.000 Produkte prozessiert.

Mit TerraSAR-X werden aus früheren Radar-Missionen gewonnene Techniken und Erkenntnisse ausgebaut und systematische Langzeitbeobachtungen vorgenommen. So ist etwa die Beobachtung der Gletscherschmelze von herausragender Bedeutung für die Klimaveränderungen. Insbesondere auch interferometrische Anwendungen zur großräumigen Beobachtung von Erdbewegungen haben am Bedeutung gewonnen. Im maritimen Bereich werden die Daten beispielsweise zu Öl- und Schiffsdetektion eingesetzt.
Eines der herausragenden Merkmale von TerraSAR-X ist die hohe räumliche Auflösung, die bisher bei keinem zivilen Radarsystem erreicht wurde.

Kontakt

Volker Speelmann

Leitung Forschungsinfrastrukturen
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Vorstandsbereich Innovation, Transfer und wissenschaftliche Infrastrukturen
Linder Höhe, 51147 Köln

Holger Maass

Abteilungsleiter
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum
Nationales Bodensegment
Kalkhorstweg 53, 17235 Neustrelitz