Mission InSight

Das Seis­mo­me­ter SEIS

Schnittbild durch den kompletten Seismometer-Aufbau
Außen befindet sich das WTS (Wind and Thermal Shield), darunter die RWEB (Remote Warm Electronic Box), ganz innen liegt der Vakuumbehälter des Seismometers auf dem Horizontierungssystem.
Credit:

IPGP/D. Ducros.

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Letzte Aktualisierung: 1. Oktober 2026

Das Seismometer-Experiment SEIS der Mission InSight bestand aus insgesamt sechs seismischen Sensoren, welche die Schwingungen des Marsbodens in den drei Raumrichtungen und in zwei verschiedenen Frequenzbereichen (der Very Broad Band Sensor VBB von 0,01 bis 10 Hertz und der Short Period Sensor SP von 0,1 bis 50 Hertz) registrierten. Die Überlappung der beiden Frequenzbereiche erlaubte eine rechnerische Kombination zu einem einzigen extrem breitbandigen Seismometer.

Die drei für die niedrigen Frequenzen empfindlichen Sensoren waren in einem evakuierten Behälter untergebracht, da selbst der Luftwiderstand der dünnen Marsatmosphäre die Bewegung der Sensoren zu stark dämpfen würde. Dieser Behälter ruhte auf dem Horizontierungssystem (LVL), welches mit drei Teleskopbeinen eine exakt horizontale Ausrichtung des Gehäuses herstellte, ohne welche die VBB-Sensoren nicht funktionieren. Die drei Sensoren für den höheren Frequenzbereich waren außen am LVL montiert. Um das Seismometer vor Wind und starken Temperaturschwankungen zu schützen, wurde eine Schutzglocke (Wind and Thermal Shield, WTS) darüber platziert.

Nach der Landung wurde zunächst die unmittelbare Umgebung des Landers genau kartiert und vermessen, um den idealen Standplatz für die beiden Instrumente SEIS und HP3 zu finden. Danach setzte der robotische Arm das Seismometer aus, und sein Standplatz wurde nochmals kontrolliert und dokumentiert, bevor das WTS darüber gestülpt wurde.

Die Komponenten von SEIS wurden von Institutionen aus mehreren Ländern bereitgestellt: die tieffrequenten VBB-Sensoren stammen vom Institute du Physique du Globe in Frankreich, die hochfrequenten SP-Sensoren vom Imperial College in England, die Elektronik der Steuerung wurde von der Eidgenössischen Technischen Hochschule der Schweiz in Zürich bereit gestellt. Der Vakuumbehälter, das WTS und das Verbindungskabel mit fast 300 Adern für Stromversorgung und Datenübertragung zum Lander kommen vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA aus den USA. Das Horizontierungssystem schließlich wurde vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen entwickelt und gebaut.

Die wissenschaftlichen Daten wurden durch ein internationales Team ausgewertet. Das DLR beteiligte sich hier vor dem Hintergrund seiner Seismizitätsmodelle mit einer statistischen Auswertung der Häufigkeit und Stärke von Marsbeben.

Kontakt

Falk Dambowsky

Leitung Media Relations, Presseredaktion
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
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Tel: +49 2203 601-3959