Begleitforschung für das Monitoring von Nicht-CO2-Effekten im Luftverkehr

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- Nicht-CO2-Effekte verursachen rund zwei Drittel der Klimawirkung des Luftverkehrs.
- Eine DLR-Studie in Communications Earth & Environment fasst die wissenschaftlichen Grundlagen des europäischen Monitoringsystems für Nicht-CO2-Effekte zusammen.
- Für die technische und regulatorische Ausgestaltung im EU-Emissionshandel besteht weiterhin Forschungs- und Entwicklungsbedarf.
Der Luftverkehr beeinflusst das Klima nicht nur durch Kohlendioxid (CO2), sondern auch durch sogenannte Nicht-CO2-Effekte. Dazu zählen unter anderem Stickoxide (NOx), Wasserdampf, Rußpartikel sowie die Bildung von Kondensstreifen. Diese Effekte verändern chemische und mikropyhsikalische Prozesse in der Atmosphäre und beeinflussen die Strahlungsbilanz der Erde – oft komplex und abhängig von Ort, Zeit und Wetterbedingungen. Etwa zwei Drittel der Klimawirkung des Luftverkehrs werden von Nicht-CO2-Effekten verursacht.
Mit der Reform des europäischen Emissionshandels (EU-ETS) wurde Ende 2022 beschlossen, dass Fluggesellschaften ab dem 1. Januar 2025 verpflichtet sind, auch diese Nicht-CO2-Effekte zu überwachen. Für die Umsetzung stellt EUROCONTROL mit NEATS (Non-CO2 Emissions Accounting and Tracking System) eine Software bereit, die die Nicht-CO2-Klimawirkung für einzelne Flüge automatisiert berechnet.
Klimaeffekte des Fliegens umfassender bewerten und künftig gezielt mildern
Die im Fachjournal Communications Earth & Environment (Nature-Portfolio) veröffentlichte Studie1 bündelt wissenschaftliche Erkenntnisse und methodische Ansätze des DLR, die in die Entwicklung des europäischen MRV-Systems (Monitoring, Reporting and Verification) eingeflossen sind. Sie beschreibt, wie sich die Klimaeffekte des Luftverkehrs wissenschaftlich erfassen lassen und welche methodischen Anforderungen erfüllt sein müssen, um Fehlanreize zu vermeiden und wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen.
Gleichzeitig verdeutlicht die Studie den weiteren Forschungs- und Entwicklungsbedarf bei der technischen und regulatorischen Ausgestaltung. Dieser ergibt sich insbesondere aus den weiterhin bestehenden wissenschaftlichen Unsicherheiten bei der Erfassung und Bewertung der Nicht-CO2-Effekte sowie der möglichen Einbindung weiterer Effekte, insbesondere der Wirkung von Aerosolen auf Wolken sowie ökonomischer Auswirkungen.
Federführend war das DLR-Institut für Physik der Atmosphäre, unter Beteiligung des DLR-Instituts für Luftverkehr und des DLR-Instituts für Antriebstechnik.
1 Grewe, V., Niklaß, M., Dahlmann, K., Eichinger, R., Matthes, S., Lau, A., Scheelhaase, J., Linke, F., Plohr, M. “Pathways for including non-carbon dioxide aviation climate effects in the European Emission Trading System”, Commun Earth Environ 7, 243 (2026). https://doi.org/10.1038/s43247-026-03265-w