29. Januar 2021
Erste Ariane-6-Oberstufe verlässt das Werksgelände in Bremen

Mei­len­stein für Eu­ro­pas neue Trä­ger­ra­ke­te

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Die Ariane-6-Oberstufe in Bremen
Die Aria­ne-6-Ober­stu­fe in Bre­men
Bild 1/6, Credit: ©ArianeGroup/Frank T. Koch/Hill Media Gmb

Die Ariane-6-Oberstufe in Bremen

Die ers­te kom­plet­te Ober­stu­fe der neu­en eu­ro­päi­schen Trä­ger­ra­ke­te Aria­ne 6 wur­de im Bre­mer Werk von Aria­ne­Group ge­baut und in­te­griert. Die Stu­fe ist mit ih­ren bei­den an das neue, wie­der­zünd­ba­re Vin­ci-Trieb­werk an­ge­kop­pel­ten Flüs­sig­was­ser­stoff- und Flüs­sig­sau­er­stoff-Tanks und mit sämt­li­chen Lei­tun­gen und Ven­ti­len so­wie den elek­tro­ni­schen und hy­drau­li­schen Kon­troll- und Steu­er­sys­te­men aus­ge­stat­tet. Sie ist nun nach der End­mon­ta­ge im Ok­to­ber 2020 voll funk­ti­ons­fä­hig und hat al­le Funk­ti­ons­tests in Be­zug auf Hy­drau­lik, Elek­trik und Avio­nik be­stan­den. Die­ses so­ge­nann­te Hot Fi­ring Mo­del (HFM) wird von Bre­men zum DLR nach Lam­polds­hau­sen ge­bracht, wo sie sich um­fang­rei­chen Heiß­lauf­tests un­ter­zie­hen muss.
Ariane-6-Oberstufe im Container
Aria­ne-6-Ober­stu­fe im Con­tai­ner
Bild 2/6, Credit: ©ArianeGroup/Frank T. Koch /Hill Media GmbH

Ariane-6-Oberstufe im Container

Mit dem so­ge­nann­ten Hot Fi­ring Mo­del (HFM) hat die ers­te Ober­stu­fe der neu­en eu­ro­päi­schen Trä­ger­ra­ke­te Aria­ne 6 das Werks­ge­län­de der Aria­ne­Group in Bre­men ver­las­sen. Ein­ge­packt in ei­nen gut 14 Me­ter lan­gen, knapp sie­ben Me­ter brei­ten und sechs Me­ter ho­hen Trans­port­con­tai­ner be­fin­det sich das HFM nun auf dem Weg zum DLR nach Lam­polds­hau­sen, wo es im Prüf­stand P5.2 um­fang­rei­chen Heiß­lauf­tests un­ter­zo­gen wird.
Der Transport erreicht Bonn
Der Trans­port er­reicht Bonn
Bild 3/6, Credit: DLR/S. Schaepe

Der Transport erreicht Bonn

Am 9. Fe­bru­ar 2021 ge­gen 17 Uhr er­reicht das Fracht­schiff mit dem Test­mo­dell der Aria­ne-6-Ober­stu­fe an Bord Bonn. Die Ober­stu­fe be­fin­det sich in ei­nem wei­ßen Con­tai­ner an Deck des Schif­fes.
Auf dem Weg nach Süden: Die Ariane-6-Oberstufe
Auf dem Weg nach Sü­den: Die Aria­ne-6-Ober­stu­fe
Bild 4/6, Credit: DLR/S. Schaepe

Auf dem Weg nach Süden: Die Ariane-6-Oberstufe

Auf sei­nem Weg nach Sü­den hat der Schiff­strans­port die Ken­ne­dy­brücke in Bonn pas­siert. Beim DLR in Lam­polds­hau­sen wird das Mo­dell der Ober­stu­fe in den kom­men­den Mo­na­ten auf Herz und Nie­ren ge­tes­tet wer­den.
Oberstufenprüfstand P5.2
Ober­stu­fen­prüf­stand P5.2 in Lam­polds­hau­sen
Bild 5/6, Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Oberstufenprüfstand P5.2 in Lampoldshausen

Die zu­künf­ti­ge eu­ro­päi­sche Trä­ger­ra­ke­te Aria­ne 6 soll im Jahr 2022 zum ers­ten Mal ins All star­ten. Da­mit sie al­le Nutz­las­ten si­cher auf ih­re Um­lauf­bah­nen brin­gen kann, müs­sen zu­vor die Trieb­wer­ke für den neu­en Trä­ger aus­führ­lich ge­tes­tet wer­den. Für den Test der Ober­stu­fe der neu­en Trä­ger­ra­ke­te wur­de ei­ne neue An­la­ge am Stand­ort des Deut­schen Zen­trums für Luft- und Raum­fahrt (DLR) in Lam­polds­hau­sen er­rich­tet. In die­ser An­la­ge kön­nen ge­sam­te Ober­stu­fen ge­tes­tet wer­den - ein Al­lein­stel­lungs­merk­mal in Eu­ro­pa.
Die neue europäische Trägerrakete Ariane 6
Die neue eu­ro­päi­sche Trä­ger­ra­ke­te Aria­ne 6
Bild 6/6, Credit: ESA - D. Ducros

Die neue europäische Trägerrakete Ariane 6

Die neue eu­ro­päi­sche Trä­ger­ra­ke­te Aria­ne 6 soll im Jahr 2022 zum ers­ten Mal star­ten und Eu­ro­pas un­ab­hän­gi­gen Zu­gang zum All auch in Zu­kunft si­cher­stel­len. Ge­nau wie ih­re Vor­gän­ge­rin­nen wird die Aria­ne 6 ein „dy­na­mi­scher“ Trä­ger sein, der sich kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­ent­wi­ckeln soll.
  • Am 29. Januar 2021 hat mit dem sogenannten Hot Firing Model (HFM) - einem Testmodell - die erste Oberstufe der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 die Werkshallen der ArianeGroup in Bremen verlassen.
  • Die Oberstufe ist Teil des Ariane-6-Programms der Europäischen Weltraumorganisation ESA, dessen deutsche Beteiligung durch die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) gesteuert wird.
  • Die Test-Stufe ist auf dem Weg zum neugebauten Prüfstand P5.2 am DLR-Standort in Lampoldshausen.
  • Schwerpunkt: Raumfahrt

Die Ariane 6, Europas neue Trägerrakete, nähert sich ihrer Fertigstellung. Wie schon ihr Vorgänger Ariane 5 wird auch die Oberstufe der neuen ESA-Rakete bei ArianeGroup in Bremen gebaut. In der Nacht vom 28. auf den 29. Januar 2021 ist ein voll funktionsfähiges Testmodell in Originalgröße, wie es bei der Ariane 6 zum Einsatz kommen wird, in einem gut 14 Meter langen, knapp sieben Meter breiten und sechs Meter hohen Transportcontainer auf eine ganz besondere Reise nach Süddeutschland gestartet. "Die erste Oberstufe hat mit ihrem Verlassen des Werksgeländes in Bremen den Countdown für den Erststart der Ariane 6 im Jahr 2022 eingeleitet. Mit der Oberstufe wird das Herzstück der Ariane 6 nicht nur in Deutschland gebaut, sondern auch für den Einsatz im All getestet. Ein unabhängiger Zugang zum All, den uns die Ariane 6 nach dem Ende der Ariane 5 sichert, ist nicht nur geopolitisch wichtig, sondern auch für die Zukunft des Hightech-Standorts Deutschland relevant", erklärt Dr. Walther Pelzer, Vorstand und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, die im Auftrag der Bundesregierung das deutsche ESA-Budget steuert.

Denn auch die beiden nächsten Ariane-6-Oberstufen stehen in Bremen kurz vor ihrer Fertigstellung: das sogenannte Combined Test Model (CTM), das im zweiten Halbjahr 2021 für gemeinsame Tests mit der Hauptstufe am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou eingesetzt werden soll, sowie das sogenannte Flight Model 1 (FM-1) für den Erstflug, voraussichtlich im ersten Halbjahr 2022.

Reise über Weser, Waal, Rhein und Neckar

Die erste "A6"-Oberstufe soll am 7. Februar beim DLR in Lampoldshausen ankommen und in den kommenden Monaten auf Herz und Nieren getestet werden. "Der Container wiegt inklusive Oberstufe 57 Tonnen. Über Weser und Nordsee führt sein Weg zunächst zum Hochseehafen nach Rotterdam. Von da geht es weiter über die niederländische Waal in den Rhein Richtung Süden. In Mannheim wird das Transportschiff in den Neckar abbiegen, ehe dann im Baden-Württembergischen Bad Wimpfen die Schiffsreise endet. Dort wird der Container zurück auf einen Schwertransporter verladen Richtung Lampoldshausen", berichtet Denis Regenbrecht, Ariane-6-Progammanager in der Deutschen Raumfahrtagentur in Bonn.

"Dass es mit der Oberstufenentwicklung und den dazugehörigen Tests vorangeht, ist ein wichtiges Signal. Denn eigentlich sollte die im Dezember 2014 auf der ESA-Ministerratskonferenz in Luxemburg beschlossene, neue europäische Trägerrakete im Jahr 2020 zum ersten Mal in den Weltraum starten", sagt DLR-Vorstand Dr. Walther Pelzer. Mit den Tests in Lampoldshausen komme man dem Erstflug der Ariane 6 nun einen bedeutenden Schritt näher.

Die Oberstufe - Herzstück einer jeden Rakete

Die Oberstufe der Ariane 6 ist 11,6 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 5,4 Metern und ohne sie kommt die Rakete nicht in den Weltraum. Denn ihr neu entwickeltes, kryogenes "Vinci"-Triebwerk liefert mit seiner Treibstoffkombination aus flüssigem Sauerstoff und flüssigem Wasserstoff den notwendigen Schub, um die Nutzlast an Bord genau an der gewünschten Position im Orbit auszusetzen. Die Brenndauer beträgt mehr als 14 Minuten und "Vinci" kann bis zu viermal gezündet werden. Dadurch können mehrere Nutzlasten in verschiedenen Orbits ausgesetzt werden. Außerdem ist die Steuerungselektronik, die die Ariane 6 auf Kurs bringt und hält, in der Oberstufe untergebracht.

Ariane 6 - eine Rakete mit Zukunft

Genau wie ihre Vorgängerinnen wird die Ariane 6 ein "dynamischer" Träger sein, der sich kontinuierlich weiterentwickeln soll. Auf der letzten ESA-Ministerkonferenz "Space19+" in Sevilla haben die Teilnehmerstaaten deshalb ein Weiterentwicklungsprogramm beschlossen, um die Ariane 6 noch leistungsfähiger und auch kostengünstiger zu machen. Ein Kernelement dieses Programms ist die zusätzliche kleine Kick-Stufe "ASTRIS", die wie ihre "große Schwester" in Deutschland entwickelt und gebaut werden wird. Diese besondere Raketenstufe soll es zum Beispiel möglich machen, mehrere Satelliten mit völlig unterschiedlichen Zielen in einem Start zu befördern oder Ziele weit außerhalb der Erdumlaufbahn zu erreichen. Für diese Stufe wird in Ottobrunn das neue kompakte Triebwerk "BERTA" entwickelt, das ebenfalls beim DLR in Lampoldshausen getestet wird.

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    Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR)
    Deut­sche Raum­fahr­t­agen­tur im DLR
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    Telefon: +49 228 447-120
    Königswinterer Str. 522-524
    53227 Bonn
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  • Denis Regenbrecht
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