21. Juni 2018 | Austausch zwischen DLR und der polnischen Raumfahrtagentur POLSA

Ostsee-Forschung und Meteoritenbeobachtung über Grenzen hinweg

Mit einer Gründung vor vier Jahren gehört die Polnische Raumfahrtagentur POLSA (Polish Space Agency) noch zu den "Neuen" unter den Raumfahrtagenturen. Bei einem zweittägigen Treffen vom 22. bis zum 24. Mai 2018 tauschte sich Prof. Hansjörg Dittus, Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), mit Prof. Marek Moszyński, POLSA-Vizepräsident für Wissenschaft, und Prof. Bogdan Wiszniewski, POLSA-Direktor für Forschung und Innovation, über zukünftige Kooperationen aus. Ziel des Besuchs war es, die möglichen Interessen und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit genauer zu definieren. Erste Gespräche dazu wurden bereits bei einem gemeinsamen Workshop am DLR Oberpfaffenhofen im Dezember 2017 geführt.

Während des ersten Teils des Besuchs am DLR-Standort Neustrelitz stellten Wissenschaftler des DLR sowie der polnischen Delegation, zu der neben der Raumfahrtagentur auch Vertreter aus Forschung und Industrie gehörten, ihre Arbeiten im Bereich der maritimen Sicherheit der Ostsee vor. Beide Partner - das DLR sowie die polnische Raumfahrtagentur POLSA - sehen Potenzial für den zukünftigen Aufbau eines gemeinsamen Daten- und Forschungszentrums. Eine Kooperation im Bereich der Ostsee-Forschung würde es beispielsweise dem Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums des DLR und dem DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung (IMF) ermöglichen, Modellrechnungen durch Daten von Vor-Ort-Messungen zu optimieren und so Vorhersagen von Wind oder Wellen zu präzisieren. Am DLR-Standort Neustrelitz besichtigte die polnische Delegation auch die Einrichtungen des DLR-Instituts für Kommunikation und Navigation sowie des Earth Observation Centers des DLR.

Am DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin wurde der Austausch mit Vorträgen zur Beobachtung von Meteoriten fortgeführt. Das DLR betreibt das europäische Feuerkugelnetz mit 25 Kamerastationen in Deutschland, der Tschechischen Republik, Belgien, Luxemburg und Österreich. Vorgestellt wurde auch die Arbeit des polnischen Feuerkugelnetzes sowie die Arbeiten der TU Berlin. Eine mögliche Kooperation könnte hier im Austausch von Daten und auch in einer einheitlichen Datenprozessierung bestehen.

Diese und weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der polnischen Raumfahrtagentur POLSA sollen bei einem Workshop in diesem Jahr in Polen erörtert und konkretisiert werden.

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