6. Oktober 2026 | Die Artemis-Familie zu Gast bei Freunden

Artemis-Accords-Unterzeichner kommen nach Deutschland

  • Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR lädt die 76 Artemis-Accords-Unterzeichnerstaaten im Mai 2027 nach Deutschland ein.
  • Sie wollen die friedliche, sichere, transparente und nachhaltige Erforschung des Weltraums weiter ausbauen.
  • Deutschland hat am 14. September 2023 in Washington vertreten durch die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR als 29. Staat die Artemis Accords unterzeichnet.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Erforschung des Weltraums, internationale Zusammenarbeit

Wie sollen Staaten Himmelskörper wie Mond und Mars friedlich, sicher, transparent und nachhaltig erforschen und in diesem Sinne Ressourcenaktivitäten durchführen, wissenschaftliche Daten austauschen und den Informationsaustausch und die internationale Koordination gestalten? Diese und viele weitere Fragen werden in den sogenannten Artemis Accords geregelt. Diese politischen mehrparteilichen Prinzipien für zivile Aktivitäten auf anderen Himmelskörpern haben die USA gemeinsam mit sieben weiteren Unterzeichnern im Oktober 2020 vorgelegt. Deutschland hat am 14. September 2023 in Washington vertreten durch die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als 29. von mittlerweile 76 Staaten die Artemis Accords unterzeichnet. Hochrangige Mitglieder dieser Artemis-Familie kommen nun im Mai 2027 nach Deutschland, um im sogenannten Artemis-Accords-Workshop den überregionalen Austausch für die Umsetzung der Prinzipien zu vertiefen, das globale Netzwerk auszubauen, das internationale Verständnis und die Sichtbarkeit zu erhöhen, sowie den Einsatz für den Multilateralismus zu stärken. Deutschland ist nach Polen (2023), Kanada (2024), den Vereinigten Arabischen Emiraten (2025) und Peru (2026) das fünfte Land, das diese wichtige internationale Veranstaltung austragen darf. Das wurde im Artemis-Accords-Leitungstreffen auf dem 77. International Astronautical Congress 2026 in Antalya (Türkei) bekanntgegeben.

„Das All muss für alle da sein – dafür braucht es gemeinsame Werte und Regeln. Mit den Artemis Accords bekennt sich Deutschland dazu, den Weltraum friedlich, sicher, transparent und nachhaltig zu erforschen. Wir bringen gezielt unsere Stärken im Bereich der Wissenschaft in die internationale Artemis-Accords-Familie ein und machen klar: Exploration im All ist enorm wichtig für unsere Zukunft. Daher laden wir 2027 alle 76 Unterzeichnerstaaten zum Artemis-Accords-Workshop nach Deutschland ein, um die internationalen Partnerschaften und das Völkerrecht zu stärken und die Bedeutung der wissenschaftlichen Nutzung des Mondes im Sinne der gesamten Menschheit in den Blick zu nehmen“, erklärte Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung Technologie und Raumfahrt, anlässlich der Verkündung.

„Deutschland ist traditionell stark in der Exploration und Erforschung unseres Universums. Aus dieser Position erwächst auch die Verantwortung, die Erforschung anderer Himmelskörper friedlich, sicher, nachhaltig und transparent zu gestalten. Dazu haben wir uns mit der Unterzeichnung der Artemis Accords im September 2023 bekannt und damit dem gemeinsamen, partnerschaftlichen Bestreben, Programme zur Erkundung des Weltraums durchzuführen, nochmal neuen Schub gegeben. Wir nehmen diese Verantwortung wahr und freuen uns, so dazu beitragen zu können, die internationale Zusammenarbeit in der Exploration auf ein neues Level zu heben“, erklärte Dr. Walther Pelzer, Mitglied des DLR-Vorstands und Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, anlässlich der Bekanntgabe auf dem IAC 2026.

Deutschland als internationaler Brückenbauer stärkt den Multilateralismus

Die Artemis Accords bilden eine Grundlage der politischen Zusammenarbeit zwischen den Unterzeichnern in der friedlichen, verantwortungsvollen und nachhaltigen Erkundung des Weltraums im Rahmen des Artemis-Programms und sind ihrem Charakter nach nicht rechtsverbindlich. Sie bekräftigen die Geltung des universellen völkerrechtlichen Rahmens, der im Weltraumvertrag von 1967 geschaffen wurde und wollen dessen Weiterentwicklung durch einen umfassenden multilateralen Ansatz fördern. Deutschland, vertreten durch die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR, hat sich hier durch die Leitung des Arbeitsstrangs „Artemis Accords und COPUOS“ (Committee on the Peaceful Uses of Outer Space = Ausschuss für die friedliche Nutzung des Weltraums) der Vereinten Nationen im Kreis der Unterzeichner als internationaler Brückenbauer etabliert. Die Weiterentwicklung des internationalen Rechtsrahmens für Aktivitäten auf Himmelskörpern, für die Nutzung von Weltraumressourcen und für den Informationsaustausch wird auf diese Weise unterstützt. Damit sollen – im Sinne von Space Diplomacy – die Erfahrungen aus der Zusammenarbeit zwischen den Unterzeichnern der Artemis Accords mit der internationalen Gemeinschaft geteilt, die Entwicklungen aus dem COPUOS in der Zusammenarbeit zwischen den Unterzeichnern reflektiert und der Dialog zwischen erfahrenen und aufstrebenden Raumfahrtnationen unabhängig von ihrer Unterzeichnung der Accords gestärkt werden.

Die Welt zu Gast in Deutschland

Die Zahl der Accords-Unterzeichner ist auf derzeit 76 gestiegen. Dies unterstreicht das wachsende globale Engagement für eine verantwortungsvolle und kooperative Erforschung des Weltraums. Die überregionale Zusammenarbeit ist ein Motor für Innovation und Wirtschaftswachstum in einem globalen Weltraum-Ökosystem im gemeinsamen Interesse der Menschheit. Die Einbeziehung aufstrebender Raumfahrtnationen und Entwicklungsländer mit unterschiedlichen Kapazitäten ist ein wichtiges Element, welches weiterhin den Zugang zu Weltraumaktivitäten und den daraus resultierenden Nutzen beeinflusst. Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR setzt sich aktiv im Rahmen der Artemis Accords und im COPUOS (unter anderem in der Space for Development Initiative) mit überregionalen Partnern für die Einbindung von und Kooperation mit aufstrebenden Raumfahrtnationen und Entwicklungsländern ein. Dieses Engagement wird sich auch in der Durchführung des interaktiven Workshops widerspiegeln, bei dem unterschiedliche Perspektiven aus aller Welt zur Förderung des Kapazitätsaufbaus, des Wissensaustauschs und stärkerer Partnerschaften zu einem friedlichen, nachhaltigen und inklusiven globalen Weltraumökosystem beitragen.

Forschung verbessern

Deutschland wird neben der Stärkung der internationalen Partnerschaften und des Völkerrechts inhaltlich auch die Bedeutung der wissenschaftlichen Nutzung des Mondes im Sinne der gesamten Menschheit in den Blick nehmen. Deutschland kann damit seine Stärken im Bereich der Wissenschaft einbringen sowie die Bedeutsamkeit von Forschung in der Exploration aufzeigen. Der Workshop könnte so konkrete Ergebnisse erzielen, die operativ von den Unterzeichnern genutzt werden können. Dabei können auch Synergien und gemeinsame Forschungsprojekte identifiziert werden.

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Kontakt

Martin Fleischmann

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
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Tel: +49 228 447-120