28. Mai 2026 | Übergabe des DDA-Staubteleskops an die japanische Raumfahrtagentur JAXA

DESTINY+ Dust Analyzer: Die Entstehung des Sonnensystems durch kosmischen Staub verstehen

  • Die Mission DESTINY+ der japanischen Raumfahrtagentur JAXA wird die Asteroiden Phaeton und Apophis erforschen, der Start ist für 2028 vorgesehen.
  • Der DESTINY+ Dust Analyzer (DDA) untersucht während des Fluges kosmischen Staub, er bietet Einblick in die Entstehung des Sonnensystems.
  • DDA wurde nun an die JAXA übergeben.
  • Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR hat DDA finanziert.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Erforschung des Weltraums

Kosmischer Staub ist in unserem gesamten Sonnensystem verteilt. Seine Analyse ermöglicht Einblicke in die Entstehung und die frühe Entwicklung des Sonnensystems und anderer Sternensysteme. Dies kann auch einen Teil zur Beantwortung der Frage beitragen, ob vielleicht Leben oder dessen Bausteine von anderen Himmelskörpern auf die Erde kamen. Der DESTINY+ Dust Analyzer (DDA) wird auf der Mission DESTINY+ der japanischen Raumfahrtagentur JAXA voraussichtlich 2028 gestartet und kosmischen Staub untersuchen. Das Gerät wurde an die JAXA übergeben und ist wohlbehalten in Japan angekommen. Es wurde durch die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundes finanziert. Entwickelt und gebaut wurde DDA am Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart.

Einblicke in die Entwicklung des Sonnensystems

Kosmischer Staub sind mikroskopisch kleine Partikel, die im gesamten Sonnensystem vorkommen. Sie bestehen unter anderem aus Silikaten, Kohlenstoffverbindungen sowie Metallen wie Eisen und Nickel. Sie entstehen durch Kollisionen im Asteroidengürtel, durch die Aktivität von Kometen, durch vulkanische Prozesse auf Himmelskörpern sowie durch interstellare Ereignisse wie Supernovae.

Die Analyse dieser Staubpartikel liefert wertvolle Informationen über ihre Herkunft und Entwicklung. Dadurch können Forschende Rückschlüsse auf die Entstehung des Sonnensystems und anderer planetarer Systeme ziehen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass kosmischer Staub möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben könnte.

Das Staubteleskop DDA wird an Bord der Raumsonde DESTINY+ eingesetzt werden und ist dann in der Lage, sowohl die chemische Zusammensetzung als auch physikalische Eigenschaften einzelner Staubpartikel zu bestimmen. Dazu zählen unter anderem Masse, Geschwindigkeit, Flugrichtung und elektrische Ladung der Partikel.

Die Missionen DESTINY+ und RAMSES

Die Mission DESTINY+ wird 2028 zusammen mit der Mission RAMSES (Rapid Apophis Mission for SpacE Safety) vom japanischen Raumfahrtzentrum Tanegashima gestartet werden. Beide Missionen haben zunächst dasselbe Ziel, den erdnahen Asteroiden Apophis, der 2029 sehr nahe, aber sicher an der Erde vorbeifliegen wird.

RAMSES wird ein Rendezvous mit Apophis durchführen und somit einige Zeit nach der vorbeifliegenden DESTINY+ Mission am Asteroiden ankommen. Dieser frühere Vorbeiflug wird wertvolle Informationen für die Vorbereitung der Ankunft von RAMSES liefern. Auch an dieser Mission ist Deutschland über das nationale Raumfahrtprogramm „Erforschung des Weltraums“ mit zwei Instrumenten, dem RAMSES Plasma Spektrometer (RPS) und dem Magnetosphere-induced Apophis Response Investigation Experiment (MARIE) Magnetometer, beteiligt.

Unterdessen wird DESTINY+ ihre Reise zum Asteroiden Phaeton fortsetzen, der von besonderem wissenschaftlichem Interesse ist. Zum einen gilt er als Ursprung der jährlich im Dezember sichtbaren Geminiden-Meteorschauer. Da Phaeton, anders als Kometen, aus festem Gestein besteht, sollte er aber eigentlich keinen Staub auswerfen können. Kometen haben einen hohen Eisanteil, daher sublimiert Kometenmaterial nahe der Sonne und bildet einen Schweif. DESTINY+ soll helfen, den Mechanismus zu verstehen, der dem ungewöhnlichen Staubauswurf zugrunde liegt. Zudem zählt Phaeton mit nahezu sechs Kilometern Durchmesser zu den größten bekannten erdnahen Asteroiden. Ein Einschlag eines solch großen Objekts hätte verheerende Folgen. Detaillierte Kenntnisse über diese Art von Himmelskörpern sind also von großer Bedeutung.

Deutsche Technik für eine internationale Mission

Das Projekt wird von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR mit Mitteln des Bundes gefördert und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, darunter das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen, die Freie Universität Berlin, das Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg sowie japanischen Partnerinstitutionen.

Mit der Übergabe des DDA an JAXA beginnt nun die nächste Phase der Mission: die Integration des Instruments an der Raumsonde und die Vorbereitung auf den Start. Nach Missionsbeginn wird DDA bereits früh aktiviert und kontinuierlich Daten sammeln, um eine möglichst umfassende Analyse kosmischer Staubpartikel aus verschiedenen Regionen des Sonnensystems zu ermöglichen.

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Kontakt

Dr. Gregor Hecker-Twrsnick

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
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Tel: +49 228 447-221