Daten, die Leben retten: Erdbeobachtung für Politik und Katastrophenhilfe

- Potentiale der Erdbeobachtung reichen vom Bevölkerungsschutz über die Verkehrs- und Raumplanung bis hin zur Klimamodellierung.
- DLR leistet wichtigen Beitrag bei Katastropheneinsätzen.
- Mitarbeitende des Bundestages erhielten Einblick in die Anwendungsmöglichkeiten der Fernerkundung.
- Schwerpunkte: Erdbeobachtung, Raumfahrt, Sicherheit, Politikbeziehungen
Die vielseitigen Möglichkeiten und Einsatzbereiche der Erdbeobachtung standen im Zentrum einer Veranstaltung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am 10. März 2026 in Berlin. Vertreterinnen und Vertreter aus Büros von Bundestagsabgeordneten und -fraktionen diskutierten gemeinsam mit Dr. Monika Gähler, Leiterin des Zentrums für satellitengestützte Kriseninformationsverarbeitung des DLR (ZKI), über Einsatzmöglichkeiten von Erdbeobachtungsdaten für politische Entscheidungen, Katastrophenhilfe und zivile Krisenvorsorge.
Lagedarstellungen und Risikomodelle – Grundlage für politische Entscheidungen
In ihrem Vortrag hob Gähler die breite gesellschaftliche und politische Relevanz von Erdbeobachtungsdaten hervor. Erdbeobachtung mit Satelliten, Luftbildern oder Drohnendaten ermöglicht es, globale, nationale und regionale Veränderungen zu dokumentieren und daraus Erkenntnisse zu gewinnen, zum Beispiel zur Krisenbewältigung und -vorsorge, zur Beobachtung von Kritischer Infrastruktur sowie zur Verkehrsplanung. Abgeleitete Geoinformationen, Lagedarstellungen und Simulationen schaffen eine evidenzbasierte Grundlage für Einsatzkräfte und politisch Verantwortliche auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Sie können zudem die Gefahren und Auswirkungen auch für Bürgerinnen und Bürger verdeutlichen.
So unterstützte das ZKI die Einsatzkräfte unter anderem 2024 beim Hochwasser in Süddeutschland, 2021 bei den Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie den Waldbränden im Mittelmeerraum 2023. In solchen Situationen sind schnelle, belastbare Lagebilder von entscheidender Bedeutung, um Auswirkungen auf Bevölkerung, Infrastruktur und kritische Versorgungsnetze frühzeitig einschätzen und geeignete Maßnahmen priorisieren zu können. Das DLR erfasst Luftbilder und wertet sie mit weiteren Erdbeobachtungsdaten für die Hilfskräfte in den betroffenen Regionen aus.
Die Veranstaltung bot einen praxisnahen Einblick in die vielfältigen Forschungs- und Anwendungsperspektiven der Erdbeobachtung und stärkte den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik.