11. März 2026

Daten, die Leben retten: Erdbeobachtung für Politik und Katastrophenhilfe

Das ZKI am DLR-Standort in Oberpfaffenhofen
Das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) wertet Satellitendaten und DLR-Luftbildaufnahmen innerhalb kürzester Zeit aus und bereitet sie zum Beispiel zu Karten auf. Zum Kernteam des ZKI zählen rund zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
  • Potentiale der Erdbeobachtung reichen vom Bevölkerungsschutz über die Verkehrs- und Raumplanung bis hin zur Klimamodellierung.
  • DLR leistet wichtigen Beitrag bei Katastropheneinsätzen.
  • Mitarbeitende des Bundestages erhielten Einblick in die Anwendungsmöglichkeiten der Fernerkundung.
  • Schwerpunkte: Erdbeobachtung, Raumfahrt, Sicherheit, Politikbeziehungen

Die vielseitigen Möglichkeiten und Einsatzbereiche der Erdbeobachtung standen im Zentrum einer Veranstaltung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am 10. März 2026 in Berlin. Vertreterinnen und Vertreter aus Büros von Bundestagsabgeordneten und -fraktionen diskutierten gemeinsam mit Dr. Monika Gähler, Leiterin des Zentrums für satellitengestützte Kriseninformationsverarbeitung des DLR (ZKI), über Einsatzmöglichkeiten von Erdbeobachtungsdaten für politische Entscheidungen, Katastrophenhilfe und zivile Krisenvorsorge.

Lagedarstellungen und Risikomodelle – Grundlage für politische Entscheidungen

In ihrem Vortrag hob Gähler die breite gesellschaftliche und politische Relevanz von Erdbeobachtungsdaten hervor. Erdbeobachtung mit Satelliten, Luftbildern oder Drohnendaten ermöglicht es, globale, nationale und regionale Veränderungen zu dokumentieren und daraus Erkenntnisse zu gewinnen, zum Beispiel zur Krisenbewältigung und -vorsorge, zur Beobachtung von Kritischer Infrastruktur sowie zur Verkehrsplanung. Abgeleitete Geoinformationen, Lagedarstellungen und Simulationen schaffen eine evidenzbasierte Grundlage für Einsatzkräfte und politisch Verantwortliche auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Sie können zudem die Gefahren und Auswirkungen auch für Bürgerinnen und Bürger verdeutlichen.

So unterstützte das ZKI die Einsatzkräfte unter anderem 2024 beim Hochwasser in Süddeutschland, 2021 bei den Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie den Waldbränden im Mittelmeerraum 2023. In solchen Situationen sind schnelle, belastbare Lagebilder von entscheidender Bedeutung, um Auswirkungen auf Bevölkerung, Infrastruktur und kritische Versorgungsnetze frühzeitig einschätzen und geeignete Maßnahmen priorisieren zu können. Das DLR erfasst Luftbilder und wertet sie mit weiteren Erdbeobachtungsdaten für die Hilfskräfte in den betroffenen Regionen aus.

Die Veranstaltung bot einen praxisnahen Einblick in die vielfältigen Forschungs- und Anwendungsperspektiven der Erdbeobachtung und stärkte den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik.

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Kontakt

Dr. Katrin Simhandl

Leitung Büro Berlin
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Markgrafenstraße 37, 10117 Berlin
Tel: +49 30 670 55 250