18. Mai 2026 | Entstehung des Universums

Wie entstehen aus Staub Planeten? Experiment Laplace startet zur ISS

  • Am 15. Mai 2026 ist das Experiment Laplace mit einer Falcon 9-Rakete zur Internationalen Raumstation ISS gestartet.
  • Es untersucht, wie aus kosmischem Staub Planeten entstehen.
  • Das Experiment wird von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR gefördert.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Experimente in Schwerelosigkeit, Entstehung des Universums

Planeten entstehen aus Staub. Doch wie funktioniert diese Entstehung? Dieser Frage wird im Experiment Laplace nachgegangen, das am 15. Mai 2026 mit einer Falcon 9-Rakete zur Internationalen Raumstation ISS gestartet ist. Das Experiment benötigt stabile Schwerelosigkeit, eine Bedingung, die zurzeit nur auf der ISS erfüllt ist. Es wird von der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Benannt ist das Experiment nach dem französischen Mathematiker Pierre-Simon Laplace, der den Vorgang der Planetenentstehung bereits im Jahre 1796 beschrieb.

Durch Staubwolken die Entstehung von Planeten verstehen

Im Experiment Laplace werden Staubwolken untersucht, die denen um junge Sterne ähneln. Ziel ist das bessere Verständnis der Anfangsphase der Entstehung von Planeten – das Wachstum von Staubkörnchen zu größeren Ansammlungen.

Im Experiment wird das Gas der sogenannten protoplanetaren Scheibe durch eine dünne Gasatmosphäre repräsentiert, in die eine Wolke mikroskopischer Staubteilchen eingebracht wird. Da sich die Staubpartikel in protoplanetaren Scheiben nur sehr langsam bewegen, sollen die Zusammenstöße untereinander ebenfalls mit geringen Geschwindigkeiten, also sanft, erfolgen. Die Teilchen haften aneinander und bilden nach und nach immer größere lockere Strukturen.

Bei der Durchführung der Experimente werden die Parameter variiert, beispielsweise die Sorten und Geschwindigkeiten von Partikeln oder der Umgebungsdruck. Die Bewegung der Staubteilchen wird über ein Kamerasystem aufgezeichnet, sodass die Daten später am Boden analysiert werden können.

Um während des Experiments die Verdichtung der Teilchen durch Schwerkraft zu vermeiden, muss es in Schwerelosigkeit durchgeführt werden. Da aber die Stoßprozesse und das Teilchenwachstum nur langsam voranschreiten, braucht man für das Laplace-Experiment durchgehende Schwerelosigkeit über lange Zeiträume – Bedingungen, die derzeit nur die ISS bietet.

Deutsche und internationale Forschung

Das Projekt besteht aus einem internationalen Konsortium aus Forschenden der TU Braunschweig, der Freien Universität Brüssel und der University of Central Florida. Es wird von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR gefördert und in ihrem Auftrag von Space Applications Services of Belgium gebaut.

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Kontakt

Dr. Gregor Hecker-Twrsnick

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
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Tel: +49 228 447-221