18. August 2026 | Sichere Drohnennutzung und Schutz vor unkooperativen Drohnen

Neues Technologiezentrum Drohnensicherheit startet in Cochstedt

  • Das Bundesministerium des Innern (BMI), das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie das DLR haben am 18. August 2026 das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit eröffnet.
  • An den DLR-Standorten Braunschweig und Cochstedt werden Technologien für die sichere Nutzung sowie zur Detektion und Abwehr von Drohnen erforscht und unter realistischen Bedingungen erprobt.
  • Das Zentrum bringt Forschung, Sicherheitsbehörden und Industrie zusammen und soll neue Technologien schneller in die Anwendung überführen.
  • Schwerpunkte: Luftfahrt, Sicherheit, Drohnen

Unbemannte Luftfahrtsysteme eröffnen vielfältige Möglichkeiten in Wirtschaft, Wissenschaft und bei Behörden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an ihren sicheren Betrieb und an den Schutz von Flughäfen, kritischen Infrastrukturen und öffentlichen Einrichtungen vor missbräuchlich eingesetzten Drohnen. Am 18. August 2026 haben das Bundesministerium des Innern (BMI), das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am DLR-Standort Cochstedt das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit eröffnet. Das Technologiezentrum ist insbesondere an den DLR-Standorten Cochstedt und Braunschweig angesiedelt. Es bündelt Kompetenzen und Forschungsinfrastrukturen des DLR und verbindet diese eng mit den praktischen Anforderungen von Sicherheitsbehörden und Industrie. Nach dem feierlichen Eröffnungsakt demonstrierte das DLR gemeinsam mit spezialisierten Polizeikräften den Gästen aus Politik, Wirtschaft und Forschung aktuelle Technologien und Erkenntnisse zur Drohnensicherheit.

„Drohnen eröffnen nicht nur enorme Chancen, sie stellen auch eine Herausforderung dar. An diesem Punkt soll das Technologiezentrum Drohnensicherheit an den DLR-Standorten Cochstedt und Braunschweig aktiv werden, als konsequente Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, den Bundes- und Landespolizeibehörden sowie dem Bundeskriminalamt. Wir benötigen das technische Know-how der Forschung, die Innovationskraft und Umsetzungskompetenz der Industrie und vor allem die Perspektive derjenigen, die im konkreten Einsatz für unsere Sicherheit sorgen“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR. „Durch Transfer und Wissensaustausch können neue Ansätze aus der Forschung schnell und zielgerichtet in nutzbare Lösungen überführt werden. Denn wir entwickeln Technologie nicht um ihrer selbst willen – wir lösen konkrete Probleme und decken einen konkreten Bedarf. Forschung muss Wirkung entfalten – insbesondere dort, wo es um die Sicherheit unseres Landes geht. Das Technologiezentrum für Drohnensicherheit entsteht an zwei DLR-Standorten, die wir in den vergangenen zehn Jahren für diese Art der Nutzung, gefördert durch das BMFTR und vormals BMWE, ertüchtigt haben. Ein starker Partner für den Standort Cochstedt ist ebenso das Land Sachsen-Anhalt. Gemeinsam teilen wir die Vision eines Technologiestandortes. Das Resultat – eine einzigartige Ausstattung, um neuartige Lösungen zur Drohnensicherheit unter realitätsnahen Bedingungen zu testen und zu qualifizieren.“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Mit dem Technologiezentrum Drohnensicherheit beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt erforschen, entwickeln und erproben wir modernste Drohnenabwehrtechnik unter realen Bedingungen. Hier erforschen und testen wir neue Technologien in Cochstedt direkt an einer Flughafeninfrastruktur – genau dort, wo eine empfindliche Bedrohungslage herrscht. Wir bündeln die Expertise von Wissenschaft, Start-Ups und unserer Sicherheitsbehörden, um unser Land noch stärker gegenüber hybriden Bedrohungslagen zu schützen.“

Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt: „Der DLR-Standort Cochstedt ist ein Leuchtturm für Drohnenforschung. Das BMFTR fördert das bereits bestehende Nationale Erprobungszentrum und das Kompetenzzentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme. Bei der heutigen Eröffnung des Technologiezentrums Drohnensicherheit gehen BMFTR und BMI Hand in Hand. Es wird eindrücklich klar, wie das Bundesinnenministerium auf bestehender Expertise aufbauen kann, um der Gefahr durch Drohnen entschieden zu begegnen. Hier werden neue Anwendungen und Technologien getestet, für die Wirtschaft, für Behörden und nun verstärkt auch für unsere Sicherheit. Wir müssen alle gemeinsam anpacken, die Bundesregierung zusammen mit den Ländern, Wissenschaft, Wirtschaft sowie Sicherheitsbehörden und öffentliche Verwaltung, für Deutschlands Zukunft – eine Zukunft in Freiheit, Sicherheit und Wohlstand.“

Von der Forschung in die Anwendung

Technologien für unbemannte Luftfahrtsysteme sowie für deren Detektion und Abwehr entwickeln sich mit hoher Geschwindigkeit. Das Technologiezentrum Drohnensicherheit soll zukünftig dazu beitragen, neue Ansätze frühzeitig zu bewerten, weiterzuentwickeln und schneller in die praktische Anwendung zu überführen. Ein besonders wichtiger Aspekt ist der Einsatz von Drohnen in sicherheitsrelevanten Situationen sowie die effektive Abwehr von Bedrohungen durch Drohnen.

Im Mittelpunkt stehen Forschung und Entwicklung, die sich an konkreten Einsatzanforderungen orientieren. Das Technologiezentrum bewertet Technologien und Verfahren, entwickelt und integriert sie weiter und erprobt sie unter realistischen Bedingungen. Dabei arbeitet es eng mit Behörden mit Sicherheitsaufgaben und Unternehmen zusammen.

Zusätzlich sind die Aktivitäten des Technologiezentrums in das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) eingebunden. Das Technologiezentrum richtet seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten so gezielt an den tatsächlichen Bedarfen der Sicherheitsbehörden aus.

Realitätsnah testen und demonstrieren

Ein Schwerpunkt des Technologiezentrums ist die realitätsnahe Bewertung bestehender und neuer Technologien. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen unter anderem Verfahren für den sicheren Drohnenbetrieb sowie Technologien zur Detektion und Abwehr unerwünschter Drohnen. Dafür stellen sie unterschiedliche Szenarien und aktuelle sowie zukünftige Drohnensysteme unter kontrollierten Bedingungen dar und werten diese aus.

Die DLR-Standorte Braunschweig und Cochstedt bieten dafür sich ergänzende Forschungs- und Testmöglichkeiten. Das DLR erprobt und demonstriert so Technologien und Verfahren insbesondere in einem realitätsnahen operativen Umfeld. Dabei untersuchen die Forscherinnen und Forscher, wie technische Lösungen nicht nur im Labor, sondern im Zusammenspiel komplexer Systeme funktionieren.

Innovationen schneller zur Anwendungsreife bringen

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Technologie-Inkubation. Das bedeutet, dass das DLR gemeinsam mit Unternehmen innovative Ansätze schneller weiterentwickelt und damit bestehende Fähigkeitslücken gezielt geschlossen werden. Dafür stellt das DLR umfangreiches Fachwissen, Entwicklungsumgebungen, Simulatoren sowie Labor- und Testinfrastrukturen zur Verfügung.

Das Angebot richtet sich an Unternehmen unterschiedlicher Größe – vom Start-up bis zum etablierten Hersteller. Sie können gemeinsam mit dem Zentrum Technologien entwickeln, erproben und demonstrieren. Gleichzeitig sollen die Anforderungen der späteren Anwender möglichst früh in die Entwicklung einfließen.

Auch außerhalb solcher Inkubationsprojekte können Behörden und Unternehmen die Infrastruktur des Technologiezentrums für Tests und Demonstrationen nutzen. Behördenvertreterinnen und -vertreter können zudem beispielsweise in Projekten, über Hospitationen oder im Rahmen von Qualifizierungsangeboten mitwirken.

Mit dem Technologiezentrum Drohnensicherheit schafft das DLR gemeinsam mit BMI und BMFTR eine Plattform, auf der Forschung, Entwicklung, Erprobung und praktische Anforderungen zusammengeführt werden. Ziel ist es, innovative Lösungen für die sichere Nutzung unbemannter Systeme und den Schutz vor missbräuchlich eingesetzten Drohnen schneller nutzbar zu machen.

Große Aufbauleistung in kurzer Zeit

2019 übernahm das DLR den Flughafen Magdeburg-Cochstedt (CSO), um hier ein Drohnentestzentrum aufzubauen. 2021 folgte die offizielle Betriebsaufnahme des Nationalen Erprobungszentrums für Unbemannte Luftfahrtsysteme des DLR. 2022 schloss sich die offizielle Wiederinbetriebnahme des Flughafens CSO an. Seit 2021 hat die Auslastung des Testzentrums stetig um rund 20 Prozent pro Jahr zugenommen. 2025 ergaben sich damit beispielsweise über 200 Nutzungstage wobei rund die Hälfte auf externe Kunden und kooperierende Nutzer aus Forschung und Industrie entfiel. Nun kommt das Technologiezentrum Drohnensicherheit hinzu und wird in die Aktivitäten an den DLR-Standorten Cochstedt und Braunschweig integriert.

Das Technologiezentrum wird durch die bestehenden Ressourcen des DLR bereits vom ersten Tag an aktiv sein, um so schnellstmöglich in die Umsetzung konkreter Fragestellungen und Bedarfe zu kommen. Gleichzeitig wird das Technologiezentrum in den nächsten Jahren weiter ausgebaut, indem zusätzliche Infrastrukturen und Testumgebungen geschaffen sowie zusätzliches Personal aufgebaut werden. Hierfür wird das DLR mehr als 10 Millionen Euro für Investitionen aufbringen und bis zu 40 neue Stellen schaffen.

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Falk Dambowsky

Leitung Media Relations, Presseredaktion
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
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