19. Dezember 2025

Wetterdaten aus dem All: DLR und EUMETSAT vertiefen Zusammenarbeit

Ozon-Gesamtsäule: Messungen der Wettersatelliten MetOp-B und MetOP-B
Dieses Bild zeigt die Gesamtsäule des Ozons in Dobson-Einheiten (DU). Für die Darstellung wurden Messungen der GOME-2-Instrumente auf den beiden europäischen Wettersatelliten MetOp-B und MetOp-C kombiniert. Deutlich zu erkennen ist eine niedrige Ozon-Konzentration (schwarz) über der Antarktis – das sogenannte Ozonloch. Es tritt typischerweise in den Herbst- und Wintermonaten auf der Südhalbkugel auf, wie die Messungen hier vom 31. Oktober und 2. November 2025 bestätigen. MetOp-B ist seit 2013 in Betrieb, MetOp-C seit 2018. Die GOME-2-Instrumente liefern kontinuierliche, globale Messungen von Spurengasen und Luftschadstoffen wie Ozon, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid, Brommonoxid und Formaldehyd. Das Bild wurde im Rahmen des EUMETSAT-AC-SAF-Projekts erstellt: https://atmos.eoc.dlr.de/app/missions/gome2
  • DLR und EUMETSAT bauen ihre über 20-jährige Zusammenarbeit aus und intensivieren den wissenschaftlichen Austausch in Erdbeobachtung, Atmosphäre und Meteorologie.
  • Gemeinsame Planung künftiger Satellitenmissionen sowie Weiterentwicklung von Algorithmen, Kalibrierung und Validierung verbessern Wettervorhersagen und die Überwachung der Luftqualität.
  • Das DLR Earth Observation Center liefert und optimiert Spurengas-Produkte für MetOp sowie künftig für die Copernicus-Satelliten Sentinel-4 und Sentinel-5 zur Messung von Luftqualität und Ozon.
  • Mit der geplanten EPS-Aeolus-Mission ab 2034 bringt das DLR seine Expertise in Windmessungen per Doppler-LIDAR ein und unterstützt genauere mittelfristige Wettervorhersagen.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Erdbeobachtung

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten EUMETSAT erweitern ihre wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich Erdbeobachtung, Atmosphäre und Meteorologie. Zukünftig wollen beide Organisationen ihren wissenschaftlichen Austausch intensivieren und enger bei der Planung zukünftiger Satellitenmissionen zusammenarbeiten. Dies beinhaltet auch gemeinsam Aktivitäten zur Verbesserung von Satellitenmessungen mittels weiterentwickelter Algorithmen, Kalibrierung und Validierung. Die Kooperationsvereinbarung wurde Ende November vom EUMETSAT-Rat der 30 Mitgliedsstaaten bewilligt und nun durch die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, DLR-Bereichsvorständin Raumfahrt Dr. Anke Pagels-Kerp und EUMETSAT-Generaldirektor Dr. Phil Evans unterzeichnet.

Unser gemeinsames Ziel ist es, die Wettervorhersagen weiter zu verbessern, die Luftqualität genauer zu überwachen, und insgesamt noch stärker Innovationen in der Beobachtung der Atmosphäre aus dem All voranzutreiben. Kurz- und mittelfristige Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf Menschen und Umwelt aber auch auf Industrie und Wirtschaft sollen rechtzeitig erkannt und deren Folgen vermindert werden. Damit schaffen wir zunehmend bessere Entscheidungsgrundlagen für öffentliche Stakeholder.

Prof. Dr.-Ing Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR

Das verabschiedete Abkommen baut auf einer mehr als 20-jährigen erfolgreichen Zusammenarbeit auf. Dazu gehört die Entwicklung der Multispektral-Kamera METimage auf dem kürzlich gestarteten Satelliten Metop Second Generation A1 wie auch die Aktivitäten im EUMETSAT-Expertennetzwerk für Satellitenanwendungen „SAF“. Das DLR Earth Observation Center (EOC) bereitet im Rahmen dieses Expertennetzwerks Spurengas-Daten auf, die der GOME-2-Sensor an Bord der MetOp-A/B/C-Satellitenserie erfasst. Künftig wird das EOC auch Spurengas-Produkte für die im Sommer gestarteten Copernicus-Satelliten Sentinel-4 und Sentinel-5 liefern. Die beiden Satelliten werden von EUMETSAT betrieben und in den kommenden Jahrzehnten die Luftqualität und den Ozongehalt unserer Atmosphäre messen. Das EOC entwickelt dazu die Algorithmen zur Datengewinnung und Datenverarbeitung weiter.

Für Klima- und Wettervorhersagen untersucht das DLR außerdem Emissionen und Vorkommen von Treibhausgasen wie etwa Kohlenstoffdioxid und Methan, erforscht die Bildung und den Einfluss von Wolkenund analysiert Windprofile. Das DLR-Institut für Physik der Atmosphäre bringt dazu seine vielfältige Expertise ein. Das gilt insbesondere für das Messinstrument des kommenden Erdbeobachtungsprogramms EPS Aeolus (European Polar System) der Europäischen Weltraumorganisation ESA und EUMETSAT.

Aufbauend auf der Earth Explorer Mission Aeolus (2018 bis 2023) der ESA soll EPS Aeolus künftig Windfelder und ihre weltweiten Bewegungen in Höhen bis zu 40 Kilometer erfassen. Diese Daten verbessern die mittelfristige Wettervorhersage von bis zu 10 Tagen erheblich. Die EPS-Aeolus-Satellitenmission wird die Geschwindigkeit der Windfelder per Laser messen, mithilfe eines sogenannten Doppler-LIDAR-Instruments (Light Detection and Ranging). Das DLR-Institut für Physik der Atmosphäre war bereits bei der Entwicklung des Messinstruments an Bord von Aeolus beteiligt und setzt seine Arbeit nun weiter fort. Im Rahmen der gestärkten Partnerschaft mit EUMETSAT planen die Forschenden auch Flugzeugmessungen synchron zu den neuen Satelliten, um die Genauigkeit ihrer Instrumente zu prüfen und zu kalibrieren. Der Start des ersten EPS-Aeolus-Satelliten ist für 2034 geplant.

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