Baustart für seegängige Technologie-Plattform des DLR


DLR/Marianne Lins

- Das DLR erforscht mit der seegängigen Plattform Technologien für resiliente und klimaverträgliche Schifffahrt, das autonome Fahren sowie Sicherheit und Verteidigung.
- Am 16. Februar 2026 fand in Flensburg der Brennstart statt. Dabei wurde die erste Stahlplatte zugeschnitten als offizieller Baubeginn.
- Das Schiff wird 48 Meter lang und 11,5 Meter breit sein.
- Schwerpunkte: Verkehr, Energie, Sicherheit, Mobilität der Zukunft, maritime Forschung, Wasserstoff
Aktuell lässt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine einmalige seegängige Technologie-Plattform bauen. Sie soll als schwimmendes Labor dazu dienen, eine Vielzahl an Forschungsfragen zu untersuchen. Dazu gehören klimaverträgliche Antriebe, das autonome Fahren sowie Projekte zur Sicherheits- und Verteidigungsforschung. Am 16. Februar 2026 fand auf der FSG Shipyard in Flensburg der sogenannte Brennstart statt. Darunter versteht man das Zuschneiden der ersten Stahlplatte und damit den offiziellen Baubeginn.

Mit dem Baustart schaffen wir eine zentrale Forschungsplattform für die maritime Transformation am Standort Deutschland. Sie ermöglicht es, neben neuen Energie- und Antriebssystemen auch sicherheitsrelevante Technologien unter realen Einsatzbedingungen bis zur Marktreife zu entwickeln und diese gemeinsam mit Unternehmen schneller in die industrielle Anwendung zu überführen. Damit stärken wir die technologische Souveränität Europas und die Resilienz maritimer Wertschöpfungsketten.

Animation: Seegängige Technologieplattform
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Schwimmendes Labor für innovative maritime Technologien
Das Schiff wird 48 Meter lang und 11,5 Meter breit sein. Es wird mit maximal 20 Personen vor allem auf der Nord- und Ostsee für ein- bis mehrtägige Versuchsfahrten unterwegs sein.
An seinem Standort in Kiel baut das DLR derzeit die landseitige Testinfrastruktur auf. Sie soll die Entwicklung und Erprobung maritimer Energiesysteme ermöglichen. Durch die Sensorik an Land und auf dem Schiff können die Forschenden umfassende Daten sammeln. Mit diesen Daten ist es möglich, durch Simulationen Aussagen über mögliche Betriebszustände zu treffen.

Die Plattform ist schiffbaulich so konzipiert, dass unterschiedliche maritime Systeme modular integriert und wieder ausgetauscht werden können. Diese konstruktive Flexibilität ist international außergewöhnlich. Sie ermöglicht es, neue Technologien unter realen Betriebsbedingungen systematisch zu erproben und frühzeitig in Richtung Zertifizierungsfähigkeit und Skalierbarkeit weiterzuentwickeln.
Im Herbst Überführung des Rohbaus nach Bremerhaven
Nach dem Schnitt der ersten Stahlplatte wird in Flensburg Stück für Stück der Rumpf gefertigt. Alle Großkomponenten des Antriebs, der Elektrotechnik und der Manövrieranlagen werden hier eingebaut.
Voraussichtlich im Herbst erfolgt die Überführung des Rohbaus zur Lloyd Werft nach Bremerhaven. Dort wird das Schiff endausgerüstet. Es findet der Innenausbau und die Fertigstellung der Elektrotechnik statt.
Die Lloyd Werft Bremerhaven ist vom DLR federführend mit dem Bau beauftragt und hat den Rohbau als Unterauftrag an die FSG Shipyard in Flensburg übergeben. Nach der Fertigstellung 2027 soll das Schiff seinen Heimathafen in Kiel haben.