Bundesministerin Dorothee Bär zu Besuch beim DLR



- Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär besuchte am 30. April 2026 das DLR in Oberpfaffenhofen.
- Am DLR-Standort Oberpfaffenhofen informierte sich Bundesministerin Dorothee Bär zu Entwicklungen in der Raumfahrt sowie der Nachwuchsförderung.
- Schwerpunkte: Raumfahrt, Nachwuchs
Am 30. April 2026 hat Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen besucht. Sie informierte sich über aktuelle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, insbesondere im Bereich Raumfahrt. Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR, begrüßte Bundesministerin Bär gemeinsam mit Stéphane Beemelmans, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, sowie Prof. Karsten Lemmer, Mitglied des Vorstands.

Mit unserer Raumfahrt-Expertise und der damit verbundenen anwendungsorientierten Forschung trägt das DLR dazu bei, Deutschlands Technologieführerschaft, Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität zu sichern. Dies tun wir gemeinsam mit unseren öffentlichen Stakeholdern sowie unseren Partnern in Wirtschaft und Industrie. In unseren DLR_School_Labs sprechen wir über die Faszination der Raumfahrt gezielt junge Menschen an, um sie schon heute für MINT-Berufe zu begeistern
Was ich beim DLR gesehen habe, macht mich stolz: Stolz auf unsere Raumfahrt-Forscherinnen und Forscher, auf unseren Raumfahrt-Nachwuchs, auf die Raumfahrt-Nation Deutschland. Ohne Raumfahrt werden wir keine Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität Deutschlands und Europas erreichen. Die Bundesregierung hat das erkannt. Raumfahrt ist genau deshalb strategisches Forschungsfeld unserer Hightech Agenda Deutschland
Zu Beginn des Rundgangs machte sich Ministerin Bär ein Bild von der Nachwuchsförderung und traf Schülerinnen und Schüler einer 12. Klasse, die gerade am DLR_School_Lab teilnahmen. Beim Experiment-Aufbau „Human Exploration“ konnte die Bundesministerin einen robotischen Rover fernsteuern und gemeinsam mit der Schulgruppe testen, welche Antriebstechnologie sich für welches Terrain bei der Erkundung einer unbekannten Weltraum-Umgebung eignet. Das DLR betreibt in Oberpfaffenhofen eines von insgesamt 17 Schülerlaboren, in denen junge Menschen zu aktuellen Forschungsthemen selbst experimentieren können.
Zur Gegenwart und Zukunft der robotischen Exploration führte dann Prof. Alin Albu-Schäffer, Direktor des DLR-Instituts für Robotik und Mechatronik, aus. Robotersysteme bieten wesentliche Unterstützung bei der Weltraum-Erkundung. Während aktuelle Systeme auf eine einzige Mission ausgelegt sind, müssen zukünftige Roboter vielseitig und anpassungsfähig sein, um den Anforderungen neuer Multimissions-Szenarien gerecht zu werden. Bundesministerin Bär interessierte sich daher besonders für den TransRoPorter (TRP), einen neuen Mehrzweck-Rover des DLR. Mithilfe des TRP wollen die Forschenden robotische Fähigkeiten für den autonomen Betrieb weiterentwickeln. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch die Zusammenarbeit mit Astronautinnen und Astronauten in planetaren Explorationsszenarien. Der Ministerin wurde zudem der humanoide DLR-Roboter neoDavid vorgestellt. Er ist besonders robust, beweglich und geschickt und soll den menschlichen Fähigkeiten damit so nahe wie möglich kommen.
Mit besonderem Blick auf die astronautische Raumfahrt besichtigte die Ministerin anschließend die DLR-Einrichtung Raumflugbetrieb und Astronautentraining. Hier wird derzeit das Human Exploration Control Center (HECC) als Teil des Nationalen Raumfahrtkontrollzentrums (GSOC) aufgebaut. Es wird künftig das europäische Kontrollzentrum für astronautische und robotische Missionen zum Mond und Mars sein. Im Kontrollraum konnte sich Bundesministerin Bär vom sicheren und zuverlässigen Betrieb des Columbus-Weltraumlabors der Internationalen Raumstation ISS überzeugen. DLR-Einrichtungsleiter Prof. Felix Huber erläuterte dabei ergänzend, wie das GSOC neue Technologien entwickelt, um den Betrieb von Explorationsmissionen wie auch weltraumgestützten Systemen künftig noch resilienter zu machen.
Zum Abschluss ihres Besuches informierte sich Bundesministerin Bär im TechLab des DLR-Instituts für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme über aktuelle Entwicklungen in der Radartechnologie. Als Highlight präsentierte Institutsdirektor Prof. Alberto Moreira die Missionsergebnisse der deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X. Auf Basis der Satellitendaten ist unter anderem ein hochgenaues, dreidimensionales digitales Höhenmodell unserer Erde entstanden, in einheitlicher Qualität und bislang unerreichter Genauigkeit. Die Daten bieten damit eine Grundlage für ein breites Spektrum wissenschaftlicher und kommerzieller Anwendungen. Die Ministerin verfolgte auch den Vorschlag für eine Nachfolge-Radarmission mit Aufmerksamkeit: „MirrorSAR“ besteht aus einem sendenden Hauptsatelliten und drei oder mehr Empfangssatelliten, die mithilfe von New-Space-Ansätzen kostengünstig realisiert werden sollen. Bei dieser hochinnovativen Technologie wird die Höhengenauigkeit im Vergleich zu TanDEM-X noch einmal erheblich gesteigert.
Ebenfalls am Besuch teilgenommen haben die Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz, Michael Kießling und Prof. Hans Theiss.