11. Juni 2026 | „Made in NRW, presented in Berlin“

DLR zeigt Weltraum- und Sicherheitsforschung beim NRW-Fest in der Landesvertretung in Berlin

  • Das DLR präsentierte sich auf dem Sommerfest der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in Berlin.
  • Im Mittelpunkt standen ein KI-unterstütztes Gesundheitsmanagement für zukünftige astronautische Mondmissionen, LEO-Satelliten-Resilienz und die Sicherheit für globale Satellitennetzwerke sowie die KI-gestützte Fahrerzustandserkennung.
  • Mit dem Sitz des Vorstands in Köln ist das DLR in NRW fest verankert.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Verkehr

Am 10. Juni 2026 präsentierte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beim traditionellen Sommerfest der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Berlin seine innovative Weltraum- und Sicherheitsforschung. Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes- und Landespolitik trafen sich auf Einladung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten zum Austausch in den Räumen der Landesvertretung in Berlin. Ministerpräsident Hendrik Wüst eröffnete das Fest zusammen mit dem Bevollmächtigten des Landes NRW beim Bund, Dr. Matthias Roßbach, und der Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie, Mona Neubaur.

Die Gäste aus Bundes- und Landespolitik erhielten Einblicke in die Crewkapsel des Orion-Raumschiffs mit dem Europäischen Servicemodul ESM, das wichtiger Teil des NASA-Artemis-Programms ist, ein KI-unterstütztes Gesundheitsmanagement für zukünftige Mondmissionen, LEO-Satelliten-Resilienz – Sicherheit für globale Satellitennetzwerke sowie KI-gestützte Fahrerzustandserkennung.

Orion, ESM und ein KI-unterstütztes Gesundheitsmanagement für astronautische Missionen zu Mond und Mars

Im Rahmen des Artemis-Programms der NASA sollen in der Zukunft wieder Menschen auf dem Mond landen. Das Europäische Servicemodul ESM ist ein wichtiger Teil des Artemis-Programms der NASA. Das ESM wurde in Europa entwickelt und gebaut. Es stellt Antrieb, Strom, Wärmeregulierung und Verbrauchsgüter für die Crewkapsel bereit.

Smart Spacesuits

Mit Blick auf zukünftige Missionen wie ARTEMIS III und IV wurde in Berlin der Prototyp eines möglichen zukünftigen Smart Spacesuits (ein intelligenter Raumanzug) zusammen mit einer universellen Sensorplattform (Space Patch System) präsentiert. Das SpacePatchSystem, kurz SPS, kombiniert tragbare Sensorik wie etwa Blutdruck- und EKG-Messungen, Beschleunigungs- beziehungsweise Aktivitäts- sowie Strahlungsmessungen und Stoffwechsel-Sensorik. Die Plattform aus NRW wird für zukünftige Missionen vorbereitend und darüber hinaus für arbeitsmedizinische Anwendungen, für die LEO-Raumfahrt-Kommerzialisierung entwickelt und mit „tiny KI“ zur individuellen Bewertung von Crew Health & Performance ausgestattet. SPS kann in smarte Raumanzüge der nächsten Generation integriert werden.

LEO-Satelliten-Resilienz – Sicherheit für globale Satellitennetzwerke

Satellitennetzwerke im niedrigen Erdorbit (Low Earth Orbit, LEO) sind das Rückgrat moderner Kommunikation, Navigation und Krisenbewältigung. Sie sind zunehmend durch Jamming, Spoofing und Cyberangriffe bedroht. Die Resilienz dieser Systeme ist entscheidend, um ihre Funktionsfähigkeit auch unter Störeinflüssen zu gewährleisten.

Mit dem in Berlin präsentierten System lässt sich die Störanfälligkeit einzelner Satelliten in einem LEO-Netzwerk analysieren und visualisieren. Dabei werden nicht nur die Satelliten selbst betrachtet, sondern auch „Ground Stations“ sowie Ende-zu-Ende-Kommunikationspfade. In Echtzeit ist ersichtlich, wie das Netzwerk auf Angriffsszenarien reagiert: Werden Satelliten ausgeschaltet oder beeinträchtigt, berechnet das System automatisch alternative Kommunikationswege und sichert so die Stabilität des Gesamtsystems. Diese dynamische Resilienz-Strategie macht die Bedrohungen und Lösungsansätze für die Sicherheit im Weltraum greifbar. Dank des Systems lassen sich potenzielle Schwachstellen in Satellitennetzwerken aufdecken und Ausfall sowie Angriffsszenarien simulieren.

1Vision: KI-gestützte Fahrerzustandserkennung

Von der Raumfahrt auf die Straße: Dank KI-gestützter Fahrerzustandserkennung kann das Fahren demnächst sicherer werden. Der Demonstrator 1Vision ermöglicht es, in realistischen Szenarien den Zustand einer fahrenden Person unter Zuhilfenahme von KI zu analysieren und zu bewerten. Genutzt werden dazu Daten, zum Beispiel Augenreflexe, der Gesichtsausdruck oder die Körperhaltung, die über einen Fahrsimulator und eine Kamera erhoben und live ausgewertet werden. Untersucht werden unter anderem Übergabeszenarien, das heißt die Frage, wann es sicher oder angeraten ist, automatisierte Fahrfunktionen oder eine Remote-Steuerung zu aktivieren. Durch die Auswertung mit KI ist die Erfassung der biometrischen Information in Echtzeit mit nur einer Kamera möglich. Dies ist im Vergleich zu sonst üblichen Mehrkamerasystemen besonders effizient.

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Kontakt

Michel Winand

Kommunikation Köln, Bonn, Jülich, Aachen, Rheinbach und Sankt Augustin
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