Digital organisiertes Verkehrssystem

DiVe

Darstellung digital organisiertes Verkehrssystem
Innovative Mobilitäts- und Planungsdienste und deren Einbindung in vernetzte Datenräume stehen im Fokus des DLR-Projekts DiVe. Diese sollen situations- und zielgruppenspezifisch sowie akteursübergreifend nutzbar sein und sich an realen Anwendungsfällen orientieren. So können sie Verkehrsplanungs- und Betriebsprozesse beschleunigen, digitalisieren und verbessern.

Das Verkehrssystem bietet ein enormes Potenzial für Digitalisierung, doch bleiben viele Chancen bislang ungenutzt. So werden Daten, die zum Beispiel bei Verkehrsunternehmen, Behörden oder Mobilitätsanbietern entstehen, häufig getrennt voneinander gesammelt und gespeichert, aber kaum gemeinsam ausgewertet. Dabei könnte eine integrierte Datennutzung sowohl Planung als auch Betrieb von Mobilitätsangeboten und Infrastrukturen erheblich verbessern.

Hier setzt das Projekt DiVe (Digital organisiertes Verkehrssystem) an: Sieben DLR-Institute bündeln ihre Forschungskompetenzen, um die Grundlage für ein digital gut vernetztes Verkehrssystem zu schaffen. Ziel ist es, digitale Werkzeuge zu entwickeln, die Mobilitätsdaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen und anschließend technisch aufbereiten sowie analysieren können. Durch diese Integration von Daten wie auch Diensten erhalten Kommunen, Behörden und Mobilitätsdienstleister eine solide Grundlage für fundierte Entscheidungen. Planungs- und Betriebsprozesse können deutlich schneller, digitaler und effizienter gestaltet und neue Mobilitätslösungen entwickelt werden.

DiVe Projektlogo
DiVe – Digital organisiertes Verkehrssystem

Ein zentrales Element dabei ist die Schaffung von Daten- und Serviceräumen. Diese sicheren, dezentral organisierten Plattformen dienen dem Austausch von Daten und der Bereitstellung digitaler Werkzeuge. Dabei können Nutzende der Datenplattform entscheiden, zu welchen Bedingungen sie Daten oder Services anbieten oder abrufen. Gleichzeitig profitieren sie von einer gemeinsamen, standardisierten Infrastruktur, durch die der Austausch technisch und rechtlich abgesichert ist.

Über die Plattform können beispielsweise offen verfügbare mit zugriffsbeschränkten Daten von Mobilitätsbetreibern und Kommunen kombiniert werden, um die Zusammenhänge von Verkehrsangeboten, Bevölkerung und zentralen Einrichtungen (wie Schulen, Ärzten, oder Supermärkten) in einer Region zu analysieren und zu visualisieren.

Digitale Lösungen für die Transformation des Verkehrssystems

Konkret arbeitet DiVe an den Themenfeldern Daten- und Serviceräume im Verkehrssektor, akteurübergreifende Werkzeuge, Monitoring-Services und innovative Modellansätze, um dieses Ziel zu erreichen.

Im Bereich Daten- und Serviceräume im Verkehrssektor werden interoperable Datenplattformen aufgebaut, getestet und optimiert, um bessere Datenhaltung und sicheren Datenaustausch zu gewährleisten. Dabei werden Methoden der künstlichen Intelligenz mit klassischen Verfahren kombiniert.

Akteurübergreifende Werkzeuge, die im Projekt entwickelt werden, ermöglichen individuelle, barrierearme und vernetzte Mobilität. Sie unterstützen beispielsweise Reisende mit personalisierten Informationen bei der Planung und Durchführung von Fahrten mit Umstiegen oder Betreiber beim effizienten Management ihrer Angebote.

Im Bereich Innovative Modellansätze werden datenbasierte Modelle zur Simulation und Bewertung verschiedener Maßnahmen bereitgestellt. Damit können Verwaltungen schon vor Umsetzung einzelner Maßnahmen verschiedene Optionen in kürzester Zeit miteinander vergleichen und die geeignetste auswählen, was Planungsprozesse beschleunigt und ihre Ergebnisse verbessert.

DiVe wird mit Monitoring-Services datenbasierte Dienste bereitstellen, mit deren Hilfe Kommunen und Planungsbüros die Verkehrstransformation nach Umsetzung einzelner Maßnahmen beobachten können. Die Services visualisieren zentrale Kennwerte klar und anschaulich. So ermöglichen sie eine schnelle Bewertung, inwieweit die gewünschte Wirkung erzielt wurde.

Im Rahmen des Projektes werden die digitalen Werkzeuge und Services unabhängig von den Daten- und Serviceräumen entwickelt und betrieben. Die Integration der Services in einen Datenraum ermöglicht jedoch, dass sie zentral, sicher und aktuell für die jeweilige Zielgruppe zur Verfügung gestellt werden können.

Kooperatives Forschen in Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Praxis

Die im Projekt DiVe entwickelten Datenräume und die dort integrierten Services sind konsequent auf den praktischen Nutzen ausgerichtet. In Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Praxis – unter anderem in der Modellregion Potsdam – untersucht das Projekt reale Anwendungsfälle. Dabei werden Anforderungen an die Datenräume ermittelt und ihre Nutzbarkeit getestet.

Mithilfe automatisierter Verfahren und gezielter Datenaufbereitung werden komplexe Verkehrsdaten so aufbereitet, dass sie als leicht verständliche, zentrale Informationen zur Verfügung stehen. Zu den zentralen Partnern des Projekts zählen Kommunen, Behörden und Planungsbüros ebenso wie Mobilitätsdienstleister, Verkehrs-, IT- und Industrieunternehmen.

DiVe – Digital organisiertes Verkehrssystem

  • Laufzeit: 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2027
  • Federführendes Institut: DLR-Institut für Verkehrsforschung
  • Projektart: Grundfinanziertes Projekt
  • Fördermittelgeber: Bundesministerium für ­Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)