Politische Initiativen und internationale Richtlinien
Ausschüsse, Arbeitsgruppen, Gremien
COPOUS-Ausschuss | Bereits im Jahr 1967 entstand der UN-Weltraumvertrag im COPUOS-Ausschuss. Er legte den Grundstein für eine verantwortungsvolle Erforschung und Nutzung des Weltraums, des Mondes und anderer Himmelskörper. Er verpflichtete Vertragsstaaten, ihre Weltraumaktivitäten mit Rücksicht auf die Interessen anderer Staaten durchzuführen und den Weltraum sowie Himmelskörper nicht zu verschmutzen. Angesichts des zunehmenden Weltraumschrotts ergänzen internationale Empfehlungen und Leitlinien diese Vorgaben. Auf Grundlage der Empfehlungen des IADC verabschiedete COPUOS im Jahr 2007 die Leitlinien zur Vermeidung von Weltraumschrott. In einer eigens für die langfristige Nachhaltigkeit von Weltraumaktivitäten eingerichteten Arbeitsgruppe wurden zudem 21 freiwillige Leitlinien (Long-Term Sustainability Guidelines) erarbeitet und 2019 im COPUOS angenommen. Sie rufen ebenfalls zur Vermeidung von Weltraumschrott auf und empfehlen zum Beispiel, Daten und Informationen über Weltraummüll zu sammeln und sich über bewährte und innovative Vermeidungsstrategien international auszutauschen. Darüber hinaus wurde im Jahr 2025 eine Expertengruppe zum Thema Weltraumlage eingerichtet. Sie soll Empfehlungen erarbeiten, wie der Kontaktdatenaustausch zwischen Satellitenbetreibern und Weltraumlagestellen international verbessert werden kann, um einen sicheren Weltraumverkehr zu ermöglichen und Kollisionen im All zu vermeiden. Im Rechtsunterausschuss stehen zudem auch rechtliche Fragen im Kontext von Weltraumschrott, wie Fragen der Haftung sowie mögliche Modelle für ein zukünftiges Weltraumverkehrsmanagement auf der Tagesordnung. |
IADC | Im IADC werden Forschungsergebnisse zu Weltraummüll ausgetauscht und gemeinsame Projekte der Raumfahrtagenturen koordiniert. In vier Arbeitsgruppen – Beobachtung, Modellierung, Schutzvorkehrungen und Vermeidung – arbeiten neben DLR-Forschenden auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Universitäten, Fraunhofer Instituten und Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen zusammen. Das IADC hat im Jahr 2001 die ersten Richtlinien zur Vermeidung von Weltraummüll veröffentlicht. Seitdem werden diese international immer wieder referenziert und bilden die Basis für Standards und Anforderungen im Satellitenbau. Das IADC hat zudem ein umfassendes Handbuch zu Schutzvorkehrungen erstellt. Seit einigen Jahren erscheint jährlich ein Bericht über die Weltraummüll-Umgebung, der auch bei dem UN-Ausschuss für friedliche Nutzung des Weltraums (WTUA) veröffentlicht wird. |
Standardisierungsgremien | In internationalen Standardisierungsgremien formuliert das DLR verifizierbare Anforderungen zur Vermeidung von Weltraummüll. Gemeinsam mit der Industrie entwickelt das DLR in der ISO Arbeitsgruppe TC20/SC14 WG7 die entsprechenden Standards. Innerhalb der europäischen Kooperation für Raumfahrtnormierung (ECSS) orientieren wir uns weitgehend an den Standards der Internationalen Organisation für Normung (ISO) und ergänzen sie um eigene Vorgaben. |
Zero Debris Charter | Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat gemeinsam mit rund 40 Institutionen und Unternehmen der europäischen Raumfahrtbranche die Zero Debris Charter entwickelt. Bisher haben über 100 Akteure weltweit unterschrieben. Die Charter legt Leitlinien fest, um das Risiko neuen Weltraumschrotts bis zum Jahr 2030 kontinuierlich zu senken. |




