Artikel aus dem DLRmagazin 179: Zwischen Büro, Hangar und Labor – 13 DLR-Mitarbeitende berichten auf Social Media von ihrem Arbeitsalltag

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DLR-Botschafterinnen-Programm
Zwischen Büro, Hangar und Labor: 13 DLR-Mitarbeitende berichten auf Social Media von ihrem Arbeitsalltag

Robert Schültzky klingt wie einer, den so leicht nichts aus der Ruhe bringt. Genau genommen klingt er, als wäre ihm eine Karriere als Radiomoderator oder Synchronsprecher vorherbestimmt gewesen. Stattdessen arbeitet er bei der DLR-Einrichtung Flugexperimente, wo er Messanlagen in Helikopter einbaut, Versuchskampagnen begleitet und hinterher die Daten auswertet. Die Begeisterung ist nicht rein beruflich, Schültzky macht gerade privat einen Pilotenschein. Er spricht mit so viel Elan von Flexibilität, Manövrierfähigkeit und Rundumsicht, dass man sogar als Linienflugzeugpassagierin mit einem Hang zu Reiseübelkeit und Höhenangst zarte Anflüge von Abenteuerlust spürt. Genau diese Begeisterung möchte er auf LinkedIn teilen.

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Robert Schültzky

„Tüftler sind willkommen!“

Daniela Heine hatte mit sozialen Netzwerken nicht viel am Hut, bevor sie DLR-Botschafterin wurde. Gemeinsam mit ihrem Team untersucht sie die aerodynamischen Eigenschaften von Zügen, wenn sie in Tunnel einfahren. Die Tunnelsimulationsanlage, mit der sie arbeitet, ist eine 60 Meter lange Teststrecke, auf der sich Modelle im Maßstab 1:25 mit bis zu 100 Metern pro Sekunde bewegen können. Heine und ihr Team bauen die Modelle und die Messtechnik selbst. „Tüftler sind hier immer herzlich willkommen“, erklärt sie, denn für die Versuchskampagnen brauche es manchmal kreative Lösungen. Gerade solche Tüftler und Tüftlerinnen möchte sie auf LinkedIn für ihre Arbeit begeistern.

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Im Neuland zuhause

Auch Carina Kanitz legt bei der Arbeit gerne selbst Hand an. Die Experimentalphysikerin schraubt, bohrt und lötet im Labor – und baut dabei am DLR-Institut für Quantentechnologien ein Experiment auf, in dem Materiewellen gebeugt werden. Mit ihrer Arbeit im Bereich des „Quantumsensing“ betritt sie wissenschaftliches Neuland. Ihre Rolle als DLR-Botschafterin füllt Kanitz mit demselben Pioniergeist, der sie veranlasst hat, ihre Arbeit als Kernphysikerin am CERN aufzugeben und für ihre Promotion am DLR in den Bereich Quantentechnologien zu wechseln: „Die Leute sollen wissen, was in der Wissenschaft passiert und wie sie gemacht wird.“

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Steampunk in der Werkstatt

Zu denen, die gerne werkeln und mit den Händen arbeiten, gehört auch Nick Evers. Mit größter Präzision Teile für Gerätschaften und Versuchsaufbauten anfertigen, darum geht es bei seiner Ausbildung zum Industriemechaniker. Sein Lehrstück, eine Dampfmaschine, hat er bereits fertiggestellt. Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht etwas anachronistisch, aber die Fähigkeiten, die er dabei erlernt hat, verwendet er nun, um Auftragsarbeiten und eigene Projekte anzufertigen. Besonders reizt ihn, dass im Forschungskontext kein Teil wie das andere ist: „Jede Arbeit ist eine Einzelanfertigung.“

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Nick Evers

Vernetzen und Begeistern

Auch Carolin Altmann ist ans DLR gekommen, um etwas Neues zu wagen: Vor einigen Jahren wurde sie mit dem Aufbau des DLR_School_ Labs in Jena betraut. Altmann möchte Kindern und Jugendlichen Wissenschaft zugänglich machen – gerade auch denen, die nicht aus Akademikerhaushalten kommen. „Ich freue mich immer auf den Kontakt mit anderen“, sagt sie. „Und ich liebe es, mich auf die Klassen einzustellen und zu überlegen, wie wir die Kinder am besten abholen können.“ Darauf setzt sie als DLR-Botschafterin auch online: Vernetzen und Begeistern – für die Forschenden der Zukunft.

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Carolin Altmann

„Menschen vertrauen Menschen“

Der direkte Austausch mit den Menschen ist ein entscheidender Faktor im Forschungsalltag von Arti Kalra. Sie entwickelt Regelungssysteme für Hubschrauber, die Pilotinnen und Piloten bei maritimen Operationen unterstützen, zum Beispiel bei Rettungseinsätzen auf hoher See. „Es geht nicht darum, den Menschen zu ersetzen“, betont sie, „sondern darum, ihn zu entlasten. Menschen vertrauen Menschen, keinen Maschinen.“ Auf das DLR-BotschafterInnen-Programm hat sie sich mit einer professionellen Neugier eingelassen und hofft, dass sie in den sozialen Medien andere Forschende, aber auch wissenschaftliche und politische Entscheidungstragende erreichen kann.

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Hintergrund-Info: Das DLR-BotschafterInnen-Programm

Das DLR in seiner Vielfalt abbilden, sichtbar machen, was die Mitarbeitenden leisten, Faszination für die Forschung wecken und vielleicht eine Karriere im DLR anstoßen: Das sind die Ziele des DLR-BotschafterInnen-Programms. „Forschung entsteht nicht im Elfenbeinturm“, erklärt Simon Mechenbier vom Social-Media-Team, der für das Programm (mit)verantwortlich ist.

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„Es hat halt jeder eine Meinung dazu“

Julia Jarass weiß, was es heißt, in den Austausch zu gehen. Die studierte Geografin mit dem Forschungsschwerpunkt Mobilität und Nachhaltigkeit hat am DLR-Institut für Verkehrsforschung mehrere Realexperimente organisiert, durchgeführt und ausgewertet. Social Media sieht sie als Chance, Aufmerksamkeit für gelungene Verkehrsprojekte zu erzeugen. Wenn sie sich etwas aussuchen könnte, dann, dass der Mensch im Straßenverkehr in den Mittelpunkt rückt – mit viel Grün und kreativen Ansätzen für eine veränderte Raumnutzung.

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Da wächst kein Gras mehr. Oder?

Grün ist das Stichwort von Jess Bunchek. Die US-amerikanische Astrobotanikerin beschäftigt sich beim DLR mit der Frage, wie man unter lebensfeindlichen Bedingungen Lebensmittel anbauen kann. 14 Monate lang hat sie im Rahmen des DLR-Projekts Eden ISS in der Antarktis Gemüse hochgezogen. Ursprünglich hatte die Agrarwissenschaftlerin dabei Landwirte im Sinn. Inzwischen denkt sie eher Richtung Raumfahrt, denn die Experimente, die sie durchführt, zielen darauf, den Anbau frischer Nahrungsmittel bei künftigen Mond- und Marsmissionen zu ermöglichen. Sie freut sich darauf, auf Social Media selbst zu berichten und sich mit den anderen DLR-Botschafterinnen und -Botschaftern zu vernetzen.

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Der Mond auf Erden

Für Mondmissionen ist Maria Hallinger zuständig – zumindest für die, die auf der Erde stattfinden. Seit fast zwei Jahren arbeitet sie nun auf Seiten des DLR für das LUNA-Projekt, das das DLR gemeinsam mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA betreibt. Eine einzigartige Versuchsanlage, in der Forschende Mondmissionen unter realen Bedingungen durchspielen können. Hallinger gehört zu den Personen, die diese Testkampagnen betreuen und dafür sorgen, dass in der Anlage jeweils die richtigen Bedingungen herrschen. Sie sei froh, dass sie als Teil des BotschafterInnen-Programms nun ganz offiziell Einblick geben dürfe. „Jetzt habe ich quasi die Lizenz zum Posten!“

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Maria Hallinger

Satelliten aus Holz?

Für Isil Sakraker Özmen ist der Mond nicht das Thema. Die Luft- und Raumfahrtingenieurin arbeitet daran, Satellitenstrukturen nachhaltiger zu machen – so, dass sie am Ende ihrer Lebenszeit vollständig verglühen und keinen Weltraumschrott hinterlassen. Dafür experimentiert Özmen gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen mit neuen Materialien, darunter sogar Holz, und untersucht, wie sich ihre Nutzung auf Umwelt und Atmosphäre auswirkt. Als DLR-Botschafterin möchte sie Aufmerksamkeit für eine nachhaltige Raumfahrt schaffen: „Ich finde den Gedanken schön, dass ich ein Vorbild sein kann. Dafür nehme ich mir gerne die Zeit.“

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Mit dem Wind im Gesicht

Weiter unten, zwischen Himmel und Erde, trifft man auf Lukas Firmhofer. Zumindest, wenn er sich gerade mal wieder im DLR-Forschungswindpark WiValdi aufhält. Firmhofer leitet das Projekt OPUS 3, den Aufbau einer Experimentalturbine, die als Versuchsträger vor allem für aerodynamische und aeroelastische Forschung dienen soll. Die Anlage lässt sich nahezu beliebig modifizieren, einzelne Komponenten können flexibel ausgetauscht werden. Am Bau der Gondel war er selbst beteiligt – „da kommt der Maschinenbauer noch durch“, sagt er. Als DLR-Botschafter möchte Firmhofer vor allem eines erreichen: mehr Aufmerksamkeit für das Projekt – und damit neue Kooperationen mit Forschung und Industrie.

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Über gute Ideen sprechen

Fast wäre Anika Weber Lehrerin für Mathematik und Physik geworden, doch der Reiz, in die Forschung zu gehen, war am Ende stärker. „Ich will nicht in eine Zukunft blicken, in der ich als Rentnerin nur noch von Katastrophen lese“, erklärt sie ihre Wahl für die Energieforschung. Solarenergie besitzt aus ihrer Sicht ein enorm großes gesellschaftliches und wirtschaftliches Potenzial. Genau deshalb engagiert sie sich nun auch als DLR-Botschafterin. Gute Forschung dürfe nicht im Labor stecken bleiben, betont sie. „Es bringt nichts, wenn wir Großartiges entwickeln, aber niemand weiß davon.“

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Anika Weber

Ein Beitrag von Melanie Dorweiler aus dem DLRmagazin 179. Sie arbeitet beim DLR Projektträger und freut sich darauf, ihren Arbeitgeber durch das BotschafterInnen-Programm neu kennen zu lernen.

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