»Kontakt mit einem Asteroiden« - DLR-Ausstellung zur Mission Hayabusa2 in der unteren Rathaushalle Bremen

Montag, 9. Juli 2018

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    Eröffnung der DLR-Ausstellung "HAYABUSA2 & MASCOT" im Bremer Rathaus

    Prof. Hansjörg Dittus (DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie), Dr. Ta-Mi Ho (Projektleiterin MASCOT beim DLR), Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen), Momoka Isa (JAXA Public Affairs), Fuki Taniguchi (JAXA Büro Paris).

  • Eines der Highlights der Ausstellung
    Eines der Highlights der Ausstellung

    Das Modell des Hayabusa2-"Mutterschiffes" im Maßstab 1:1.

  • Titelmotiv der Ausstellung zu Hayabusa2 & MASCOT
    Titelmotiv der Ausstellung zu Hayabusa2 & MASCOT

    Die japanische Raumsonde Hayabusa2 trägt den deutsch-französischen Lander MASCOT. Gemeinsam untersuchen sie den erdnahen Asteroiden Ryugu.

  • #asteroidlanding
    #asteroidlanding

    Gruppen-Selfie vor der künstlerischen Darstellung der MASCOT-Landung auf dem Asteroiden Ryugu (#asteroidlanding), die in Realität Anfang Oktober 2018 erfolgen soll.

  • Die Ausstellung ist vom 10. Juli bis zum 14. Oktober 2018 bei freiem Eintritt in der unteren Rathaushalle in Bremen zu sehen.
  • Sechs Themenstationen geben in Deutsch und Englisch Auskunft über den Ablauf und die wissenschaftlichen Ziele der Mission sowie zur Vielfalt der Asteroiden, ihrer Bedeutung als Urmaterie des Sonnensystems und ihrer Rolle als Gefahr für die Erde.
  • Die Asteroidenlandung mit MASCOT auf Ryugu ist voraussichtlich für Oktober 2018 geplant.
  • Schwerpunkt(e): Raumfahrt, Exploration, Robotik

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt ab dem 10. Juli 2018 in der unteren Rathaushalle Bremen eine neu konzipierte Ausstellung zur aktuellen Mission Hayabusa2 und MASCOT. Die japanische Raumsonde Hayabusa2 hat gerade erst am 27. Juni 2018 den erdnahen Asteroiden Ryugu erreicht. Die ersten Aufnahmen und Messungen von Hayabusa2 wurden bereits zur Erde übertragen. Mit an Bord der Sonde ist auch der federführend vom DLR entwickelte deutsch-französischen Lander MASCOT (Mobile Asteroid Surface Scout), der vier wissenschaftliche Experimente, davon drei aus Deutschland, zur Untersuchung der Geologie, der Chemie und der physikalischen Eigenschaften von Ryugu zur Asteroidenoberfläche bringt. Voraussichtlich im Oktober wird MASCOT von der Sonde abgetrennt und kurze Zeit später auf dem nur rund 900 Meter großen Asteroiden landen. Dann werden bis zu 16 Stunden lang Experimente und Messungen durchgeführt. Dabei wird MASCOT - das gab es in der Geschichte der Raumfahrt noch nie - über die Oberfläche hüpfen, um mehrere Stellen untersuchen zu können. Später wird Hayabusa2 beim Kontakt mit Ryugu Ateroidenmaterial einsammeln und dieses bis 2020 zur Erde zurückbringen.


Begleitend zur Mission zeigt die Ausstellung vom 10. Juli bis 14. Oktober 2018, wie die Wissenschaftler Beschaffenheit und Aufbau von Ryugu erkunden, erklärt die Bedeutung von Asteroiden als Urmaterie des frühen Sonnensystems, zeigt aber auch die Gefährdung unseres Planeten durch erdbahnkreuzende Asteroiden auf. Sechs Themenstationen geben in Deutsch und Englisch Auskunft über die Vielfalt der Asteroiden und ihrer Rolle im Sonnensystem, die wissenschaftlichen Ziele der Mission, ihren Ablauf und die zum Teil hochkomplexen Manöver am Asteroiden Ryugu. Videos, großformatige Bildwände und eine Fotowand für »Selfies« sind weitere Bestandteile der Ausstellung.

"Nach einer dreieinhalbjährigen Reise sind die Sonde Hayabusa2 und MASCOT am Asteroiden Ryugu angekommen und bereits jetzt ist klar: Dieser Himmelskörper ist ungewöhnlich", betont Prof. Hansjörg Dittus, DLR-Raumfahrtvorstand. "Er ist wie ein Diamant geformt und übersät mit zahlreichen großen Brocken - wahrscheinlich ist er ein Bruchstück einer früheren Kollision. Mit der Ausstellung hier in Bremen, dem Ort, an dem der Lander MASCOT im DLR gebaut und getestet wurde, wollen wir alle an dieser spannenden, internationalen Mission und der Erforschung von Ryugu teilhaben lassen."

Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen: "Ich freue mich ganz besonders darüber, dass ein wesentlicher Beitrag zu dieser Asteroiden-Mission vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme aus Bremen kommt. Dort wurde der MASCOT-Lander entwickelt, gebaut und getestet. Für Bremen als "City of Space" hat diese Mission eine ganz besondere Bedeutung, denn sie zeigt, dass wir in Bremen mit unseren Raumfahrt-Kompetenzen auf allen Gebieten der Raumfahrt außergewöhnliche Leistungen erbringen. Umso schöner ist es, dass dieses einmalige Asteroiden-Forschungs-Programm nun im Rahmen dieser Ausstellung auch der Öffentlichkeit präsentiert wird."

Raumsonde in Originalgröße zu sehen

Kernstück der Ausstellung in der unteren Rathaushalle ist ein 1:1-Modell der Raumsonde Hayabusa2 (»Wanderfalke«), das die japanische Weltraumorganisation JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) nach Bremen gebracht hat. "Die Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnern legt Synergien frei, die der Hayabusa2-Mission den Erfolg bringen werden", sagt der JAXA-Vizepräsident Hitoshi Kuninaka.

Der deutsche-französische Beitrag zu Hayabusa2 ist ein kleines technisches Wunderwerk. "Wir haben in dem winzigen MASCOT-Lander vier wissenschaftliche Instrumente, die dafür erforderlichen Prozessoren, die Energieversorgung und Antennen für die Kommunikation mit der Sonde untergebracht, und dazu noch eine Schwungmasse, die MASCOT in die richtige Position bringt, um seine Experimente durchführen zu können", erklärt MASCOT-Projektleiterin Dr. Tra-Mi Ho, vom Bremer DLR-Institut für Raumfahrtsysteme. "Mit diesem Schwungmechanismus werden wir bis zu 70 Meter weite Sprünge über die Oberfläche des Asteroiden machen können, um an zwei oder drei weiteren Stellen unsere Experimente durchzuführen zu können. Wir beschreiten damit einen ganz neuen Weg der Erforschung eines kleinen Körpers im Sonnensystem."

Hinter der japanischen Raumsonde Hayabusa2 mit dem deutsch-französischen Lander MASCOT an Bord liegt mittlerweile eine mehr als 3,2 Milliarden Kilometer weite Reise durch das innere Sonnensystem. Hayabusa2 hält im Formationsflug gegenwärtig eine Distanz von 20 Kilometern zum Asteroiden Ryugu und sammelt Bilder und Daten des rotierenden Kleinkörpers, die in der Ausstellung kontinuierlich aktualisiert werden

"Urbaustein" der Planetenbildung

Ryugu ist ein dunkler, kohlenstoffreicher Asteroid, der vor viereinhalb Milliarden Jahren in einer rotierenden, abgeflachten Wolke aus Gas und Staub um die junge Sonne entstand und als übrig gebliebener »Urbaustein« der Planetenbildung gilt. Dies und gleichzeitig die Tatsache, dass Ryugu auf seiner elliptischen Bahn um die Sonne der Erde bis auf knapp 100.000 Kilometer nahe kommt, macht diesen Asteroiden für die Wissenschaft besonders interessant. Die Forscher wollen tiefere Kenntnisse über die Beschaffenheit und den Aufbau erdnaher Asteroiden gewinnen, um diese Fragmente aus der frühesten Zeit des Sonnensystems zu verstehen, Einblicke in die Entstehung der Planeten zu gewinnen und nicht zuletzt auch, mögliche Asteroidenabwehrmissionen effektiver planen zu können. Mit der Muttersonde Hayabusa2 ist 2020 die Rückführung von Asteroidenstaub zur Erde geplant. Derzeit befinden sich Asteroid Ryugu und die Raumsonde Hayabusa2 auf der entgegengesetzten Seite der Sonne und sind rund 280 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Deshalb benötigt ein Signal von der Raumsonde zur Erde gut 15 Minuten.

Über die Mission Hayabusa2 und MASCOT

Hayabusa2 ist eine Weltraummission der japanischen Raumfahrtagentur JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) zum erdnahen Asteroiden Ryugu. Der deutsch-französische Lander MASCOT an Bord von Hayabusa2 wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und gebaut in enger Kooperation mit der französischen Raumfahrtagentur CNES (Centre National d'Études Spatiales). Die wissenschaftlichen Experimente an Bord von MASCOT sind Beiträge des DLR, des Institut d'Astrophysique Spatiale und der Technischen Universität Braunschweig. Betrieb und Steuerung des MASCOT-Landers und seiner Experimente erfolgen durch das DLR mit Unterstützung der CNES und in kontinuierlichem Austausch mit der JAXA.

Das DLR-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen entwickelte federführend zusammen mit CNES den Lander und testete ihn. Das DLR-Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik in Braunschweig war für die stabile Struktur des Landers zuständig. Das DLR Robotik und Mechatronik Zentrum in Oberpfaffenhofen entwickelte den Schwungarm, der MASCOT auf dem Asteroiden hüpfen lässt, und passt dessen Bewegungen mithilfe der neuesten Messungen von Hayabusa2 an die Eigenschaften von Ryugu an. Das DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin steuerte die Kamera MASCAM und das Radiometer MARA bei. Überwacht und betrieben wird der Asteroidenlander aus dem MASCOT-Kontrollzentrum im Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) am DLR-Standort Köln.

Über die Ausstellung

Die Ausstellung "Kontakt mit einem Asteroiden - Hayabusa2 und MASCOT" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde von den am Asteroidenlander MASCOT beteiligten DLR-Instituten und -Einrichtungen unter Mitwirkung von externen Missionspartnern konzipiert und entwickelt.

Die Ausstellung öffnet erstmalig für Besucher ab dem 10. Juli 2018 bis zum 14. Oktober 2018. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, sowie samstags von 09:30 bis 16:00 Uhr und sonntags von 10:30 bis 15:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Im Oktober ist der International Astronautical Congress 2018 (IAC 2018) zu Gast in Bremen, die weltweit bedeutendste Konferenz der internationalen Raumfahrt. Aus diesem Grund veranstalten mehr als 50 Initiativen aus Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Kultur- und Kreativszene unter dem Motto STERNSTUNDEN 2018 ein ganzes Raumfahrtjahr in Bremen.

 

Zuletzt geändert am:
10.07.2018 13:43:56 Uhr

Kontakte

 

Falk Dambowsky
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Media Relations

Tel.: +49 2203 601-3959

Fax: +49 2203 601-3249
Dr. Tra-Mi Ho
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Raumfahrtsysteme

Tel.: +49 421 24420-1171
Prof. Dr. Ralf Jaumann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Planetenforschung, Planetengeologie

Tel.: +49 30 67055-400

Fax: +49 30 67055-402
Christian Krause
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC), Raumflugbetrieb und Astronautentraining

Tel.: +49 2203 601-3048