Der DLR-Standort Braunschweig

Mehr über das DLR

Total Airport Management im DLR-Leitstandsimulator

Krisen am Flughafen gemeinsam schneller bewältigen

Freitag, 8. Februar 2019

Autoplay
Info an
Info aus
Informationen
Schließen
Vollbild
Normal
zurück
vor
{{index}}/{{count}}
Tipp:
<Escape>, um fullscreen zu beenden.
  • DLR und Partner arbeiten im Projekt Total Airport Management an reibungslosem Ablauf an Flughäfen bei Starkwetterereignissen.
  • Schwerpunkt(e): Luftfahrt, Flughafenmanagement

Wintereinbruch am Flughafen - es wird starker Schneefall vorhergesagt, so dass für mehrere Stunden mit einem eingeschränkten Betrieb zu rechnen ist. Damit die Prozesse auch bei winterlichen Starkwetterereignissen weiter reibungslos laufen, ist eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit aller zentralen Akteure am Flughafen nötig. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat gemeinsam mit Partnern im Rahmen des europäischen Projekts Total Airport Management (TAM) den Ernstfall simuliert, um neue Kooperationsprozesse und -werkzeuge zu untersuchen.

"Zukünftig wollen wir an Flughäfen auf unvorhergesehene Herausforderungen, die den reibungslosen Ablauf des Flugverkehrs negativ beeinflussen, nicht nur besser reagieren, sondern sie gemeinsam proaktiv behandeln", erklärt Florian Piekert vom DLR-Institut für Flugführung die Ziele des Projekts. "So können wir flexibler handeln, einfacher Entscheidungen treffen und den Flugbetrieb schneller wieder in den Normalzustand bringen."

Simulation im DLR-Leitstand

Einer der Höhepunkte des Projekts war Anfang 2019 eine umfangreiche Versuchskampagne im DLR-Leitstandsimulator für Flughäfen. Vertreter von Flughäfen, Flugsicherungen, Fluggesellschaften und Bodenabfertigern nahmen an mehreren Echtzeitsimulationen teil, in denen das Geschehen am Flughafen Oslo realistisch nachgebildet wurde. Dabei kamen eine Reihe neuer, spezifischer Planungswerkzeuge erstmals gemeinsam zum Einsatz und unterstützen die einzelnen beteiligten Parteien bei der Zusammenarbeit.

In der Praxis könnte es in Zukunft so aussehen: sobald beispielsweise ein starker Schneefall vorhergesagt wird, erhält ein zukünftiger Flughafenleitstand, das Airport Operations Center (APOC), die entsprechende Warnung. Im APOC sitzen Vertreter aller Akteure räumlich zusammen. Der APOC-Supervisor informiert alle Beteiligten, auf deren Arbeit und Kooperation es nun besonders ankommt. Dazu gehören beispielsweise die Fluglinien, die Flugsicherung und die Bodenabfertigungsfirmen. Jede Partei überprüft für sich, welche Auswirkungen das Ereignis auf ihren Bereich hat und meldet dies an den APOC zurück. Die Gesamtsituation wird bewertet und im direkten Austausch eine gemeinsame Lösung gefunden.

"Der APOC ist die zentrale Schaltstelle eines größeres Flughafens, in dem gemeinsam zwischen allen beteiligten Unternehmen festgelegt wird, mit welcher Strategie zu erwartende Problemsituationen bewältigt werden sollen. Die Versuche gaben den Gästen aus Oslo die Möglichkeit, ihren geplanten APOC wesentlich zielgerichteter auszugestalten und somit noch besser auf zukünftige operationelle Herausforderungen vorbereitet zu sein", erklärt Piekert.

Als Basis der Versuchskampagne dienten der Leitstandsimulator sowie die Simulationsplattform für das Flughafenmanagement des DLR-Instituts für Flugführung, die das Testen neuer Konzepte und Systeme für Flughäfen erlaubt, ohne den regulären Betrieb eines Flughafens zu stören. Die in der Kampagne angewendeten, neuen Planungswerkzeuge für das Flughafenmanagement wurden von der europäischen Flugsicherung EUROCONTROL, den Firmen LEONARDO und SINTEF, der polnischen Flugsicherung PANSA in Zusammenarbeit mit der Universität Warschau sowie dem DLR entwickelt.

Das TAM-Projekt läuft noch bis Ende 2019, bis dahin werden die Lösungen weiter entwickelt und validiert, so dass sie nach dem Abschluss des Projekts möglichst schnell im operationellen Betrieb von Flughäfen in Europa zum Einsatz kommen können.

Dieses Projekt erhält Fördermittel vom SESAR Joint Undertaking innerhalb des Programms Horizon 2020, dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union (Fördernummer 733121).

Zuletzt geändert am:
08.02.2019 09:30:24 Uhr

Kontakte

 

Jasmin Begli
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Braunschweig

Tel.: +49 531 295-2108

Fax: +49 531 295-2102
Florian Piekert
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Flugführung

Tel.: +49 531 295-3010