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Hayabusa2/MASCOT in Zahlen - Technische Daten und Missionsverlauf

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  • Der Weg von Hayabusa2 von der Erde zum Asteroid Ryugu
    Der Weg von Hayabusa2 von der Erde zum Asteroid Ryugu

    Die Grafik zeigt den Weg von Hayabusa2 zum Asteroiden Ryugu, wobei die Position der Erde dem Zeitpunkt des Starts der Mission am 3. Dezember 2014 entspricht und die Position von Ryugu dem Zeitpunkt der Ankunft am 27. Juni 2018. Zudem ist zu erkennen, wo sich Ryugu zur geplanten Landung von MASCOT Anfang Oktober 2018 befindet.

  • Aufnahmen des Asteroiden Ryugu während der Annährung
    Aufnahmen des Asteroiden Ryugu während der Annährung

    Die Aufnahmen des Asteroiden Ryugu aufgenommen vom 18. bis 20. Juni 2018 mit der japanischen Kamera ONC-T (Optical Navigation Camera - Telescopic) an Bord von Hayabusa2 während der Annäherung der Raumsonde. Zu erkennen ist unter anderem, dass eine große Felsmasse mit rund 150 Metern Durchmesser im oberen Bereich von Ryugu hervorsteht. Diese ist durch eine teilweise etwas stärker reflektierende Oberfläche gut sichtbar. Das könnte auf Unterschiede in der Zusammensetzung des Oberflächenmaterials hinweisen.

    Die ONC-Kamera wurde unter der Leitung von JAXA entwickelt und gebaut in Zusammenarbeit mit der Universität Tokyo, Kochi Universität, Rikkyo Universität, Nagoya Universität, Chiba Institute of Technology, Meiji Universität, Aizu Universität und AIST sowie beauftragten Beiträgen der Firma NEC.

Zeitplan
Start von Hayabusa2 3. Dezember 2014
Health Check des Landers MASCOT Juni 2015
Kalibrierung der Instrumente von MASCOT September 2015
Vorbeiflug an der Erde Dezember 2015
Health Check des Landers MASCOT Juli 2016
Kalibrierung der Instrumente von MASCOT November 2016
Health Check des Landers MASCOT Mai 2017
Kalibrierung der Instrumente von MASCOT November 2017
Health Check des Landers MASCOT Frühjahr 2018
Ankunft von Hayabusa2 am Asteroiden 27. Juni 2018 Aufenthaltsdauer am Asteroiden: 18 Monate
Landung von MASCOT auf Ryugu 3. Oktober 2018
Hayabusa2 sammelt Proben des Asteroiden während einer kurzen Bodenberührung (evtl. mehrmals) 2019
Abflug Hayabusa2 vom Asteroiden November/Dezember 2019
Rückkehr von Hayabusa2 zur Erde Ende 2020

 

Raumsonde Hayabusa2, Spezifikation/Instrumente
Art der Mission    Entnahme von Proben auf einem Asteroiden und Rücktransport zur Erde
Betreiber JAXA
Startdatum 3. Dezember 2014, 04:22 UTC
Abschussbasis Yoshinobu Launch Complex, Tanegashima Space Center
Trägerrakete H-IIA 202 (Flugnummer F26)
Missionsdauer 6 Jahre, geplante Rückkehr im Dezember 2020
Missionskontrollzentrum SSOC (Sagamihara Space Operations Center) der JAXA
Kontrollzentrum MASCOT

Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC - Microgravity User Support Center) des DLR

Startmasse ca. 600 Kilogramm
Hauptmerkmale
Elektroantriebssystem (Ionentriebwerke) Werden für den Wechsel der Umlaufbahn während des Fluges zum Asteroiden sowie zur Rückkehr auf die Erde verwendet; energieeffizienter Motor, dessen Energieverbrauch ein Zehntel im Vergleich mit chemischen Treibmitteln beträgt.
Samplermechanismus

Der Sampler, SMP, sammelt Proben von der Oberfläche des Asteroiden. Ein zylinderförmiges Horn wird auf die Oberfläche abgesenkt und feuert beim Kontakt mit der Oberfläche ein kleines Projektil ab. Ausgeworfene Materialien werden über einen Catcher gesammelt.

Zielmarkierungen Fünf Marker sinken auf die Oberfläche des Asteroiden und dienen vor der Landung als künstliche Markierungen zur Abstandsmessung des Kollisionswarnsystems. Die Target Marker sind hohl und mit einem Granulat gefüllt, das die Bewegungsenergie dämpft und diese dadurch nur minimal von der Oberfläche zurückspringen, vergleichbar mit den sogenannten Hacky-Sacks (mit Sand gefüllte Stoffsäckchen).
Wiedereintrittskapsel Aufnahmebehälter für die Asteroiden-Proben zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre mit einer Geschwindigkeit von 12 km/s.
Missionsinstrumente
Small Carry-on Impactor (SCI) Zwei Kilogramm schwerer Kupferkörper, der auf der Oberfläche des Asteroiden einen künstlichen Krater schlägt, wodurch die innere Struktur des Asteroiden vor und nach dem Schlag untersucht werden kann; außerdem kann hierdurch "frisches" unterirdisches Material entnommen werden.
Infrarotspektrometer Near InfraRed Spectrometer (NIRS3) und Thermal Infrared Imager (TIR)

Fernerkundungsinstrumente auf Hayabusa2 für Messungen am Asteroiden aus einer Entfernung von 20 Kilometern. Mit dem NIRS3 werden Mineral- und Wasserveränderungen untersucht; mit dem TIR werden Temperatur und Wärmeträgheit des Asteroiden untersucht.

MINERVA-II

Zwei Mini-Landeroboter, die sich über die Asteroidenoberfläche bewegen und diese untersuchen.

MASCOT

Kleiner Lander zur Untersuchung des Asteroiden mit vier Beobachtungsgeräten und einem Hüpfmechanismus zur Fortbewegung auf dem Asteroiden.

 

Daten/Instrumente des MASCOT Landers
Abmessungen 295 mm x 275 mm x 195 mm
Gewicht 9,6 Kilogramm
Zielasteroid 162173 Ryugu
Mutterschiff Hayabusa2
Betreiber DLR, CNES, JAXA
Instrumente
MASCOT-Kamera (MASCAM) Weitwinkelkamera, die während des Abstiegs zur Asteroidenoberfläche Bilder macht und Bodendaten für die Instrumente an Bord von Hayabusa2 sowie Kontextinformationen für die auf MASCOT befindlichen Instrumente liefern wird. (Institut für Planetenforschung, DLR)
MASCOT-Radiometer (MARA) Das Radiometer dient zur hochauflösenden Bestimmung der Oberflächentemperatur sowie der thermischen Veränderungen während der Tag-Nachtwechsel auf dem Asteroiden. (Institut für Planetenforschung, DLR)
Magnetometer (MAG) Ermittlung des Magnetfeldes des Asteroiden (Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik, TU Braunschweig)
Infrarotspektralmikroskop (MicrOmega) Ermittlung der mineralogischen Zusammensetzung der Asteroidenoberfläche. (Institut d'Astrophysique Spatiale, Université Paris Sud)

 

Das Ziel: Asteroid (162173) Ryugu (ehemals 1999 JU3)
Herkunft C-Klasse Asteroid (kohlenstoffreich), erdbahnkreuzender Asteroid der Apollo-Gruppe
Entdeckung Mai 1999
Entdecker LINEAR (Lincoln Near Earth Asteroid Research) Team
Form Annähernd kugelförmig mit den bei Kleinkörpern zu erwartenden Unregelmäßigkeiten (bestimmt über Thermalbeobachtungen, die aber auch große Fehlertoleranzen haben).
Durchmesser 880 ± 15 Meter
Rotationsperiode 7,6 Stunden
Albedo (Reflexionsvermögen) 0,05 (sehr gering, dunkler als Kohle)

 

Zuletzt geändert am:
04.10.2018 13:54:32 Uhr

Kontakte

 

Elke Heinemann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Politikbeziehungen und Kommunikation

Tel.: +49 2203 601-2867

Fax: +49 2203 601-3249
Dr. Tra-Mi Ho
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Raumfahrtsysteme

Tel.: +49 421 24420-1171